Test
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21.06.2017

Praxis

Ich beginne den Praxislauf in einer mittleren Stimmung, das ab Werk aufgezogene Resonanzfell hat kein Loch, und die Bassdrum ist in den ersten beiden Stimmungen nicht zusätzlich gedämpft. Bei der Bassdrum spürt man beim Spielen deutlich die Luftsäule im Kessel, allerdings nicht so stark, dass es hinderlich wäre. Sie präsentiert sich mit einer schönen Mischung aus mittigem Kick und Ton. Die beiden Toms klingen ausgewogen und präsent, mit schönem, aber nicht endlosem Sustain. Die Resonanzfelle habe ich bei beiden Toms einen kleinen Ticken höher als die Schlagfelle gestimmt. Durch ihren Sound, den ich weder als zu basslastig noch als zu knallig bezeichnen würde, gefallen sie mir beim Abhören der mikrofonierten Signale noch wesentlich besser als im Raum. Alle drei Kessel lassen sich leicht stimmen, aufgrund der äußerst langen Stimmschrauben sollte man allerdings entweder einen Akkuschrauber parat haben oder etwas mehr Zeit als gewöhnlich für den Fellwechsel einplanen. Ihre Herkunft können und wollen die Trommeln indes nicht verleugnen, der bekannte, etwas knochig-trockene Sonor-Sound ist auch bei den SQ1 Kesseln deutlich zu hören. 

Mittlere Stimmung 

Die SQ1 Snaredrum spricht wunderbar crisp an, auch sie stimmt sich leicht von oben nach unten, besonders die mittleren bis hohen Lagen gefallen mit sehr gut, hier klingt sie etwas kompakter, aber trotzdem mit genügend Druck. In tieferen Lagen kommt der holzige Charakter noch etwas stärker zur Geltung, und die Trommel kann ohne Dämpfung auch wunderbar singen. Die SQ1 Snare gefällt mir persönlich vom allen Trommeln des Sets am besten, sie beweist auch, warum Sonor Holzsnares weltweit einen so ausgezeichneten Ruf haben.

Hohe Stimmung

Im oberen Stimmbereich erreiche ich mit den Toms mühelos jazzige Lagen, mit den Ambassador Coated Fellen und ihren Kesseldurchmessern in 12 und 14 Zoll sind sie quasi für jazzige Sounds prädestiniert. Die Bassdrum lässt sich natürlich auch nach oben befördern, einem authentischen Bebop Sound mit viel Ton steht der verhältnismäßig tiefe Kessel, in Kombination mit den stark vorgedämpften Fellen, dann aber doch etwas im Weg. Aber wie man in den Soundfiles hören kann, klingt sie durchaus passend, mit schön tiefmittigem Punch.

Tiefe Stimmung

Die tiefe Lage ist sicher vor allem für diejenigen Trommler interessant, die in Pop- und Rock-Gefilden unterwegs sind. Auch das geht mit der SQ1 Studio Konfiguration. Vor allem das 12er Tom lässt sich mühelos herunter stimmen, beim 14er Floortom hört man einfach den kleinen Kesseldurchmesser, so richtig viel akustischer Schub mag sich in der tiefen Lage nicht einstellen. Durch die scharfe Fellauflage mit wenig Gegenschnitt beginnt das Fell in loserer Stimmung ziemlich leicht zu flattern, selbiges ist auch beim 12er Tom in den Soundfiles zu hören. Hier kann man entweder etwas Dämpfung aufbringen, oder - im Falle des Floortoms - vielleicht auch zu einer Konfiguration mit einem größeren Kessel greifen. Die 20“ x 16“ Bassdrum funktioniert mit gelochtem Resonanzfell und etwas Dämpfung im Kessel unter dem Mikro problemlos. Akustisch klingt sie aus der Spielerperspektive etwas verhalten, auch reicht ihr Grundton nicht so weit herunter wie vergleichbare 22er Bassdrums, die ich hier im Raum stehen habe. Das sollte man, genau wie bei dem 14er Floortom, vor dem Kauf bedenken, falls man sehr tiefe Stimmungen favorisiert.

Zur tiefen Lage von Bassdrum und Toms habe ich euch die SQ1 Snare in drei verschiedenen Stimmungen aufgenommen, in denen sie immer einen sehr überzeugenden Job macht.

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