Hersteller_Sonor
Test
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03.11.2016

Praxis

Im Praxistest gibt es nur wenig an unserer Test-Snare zu mäkeln. Alle Stimmschrauben laufen hakelfrei in ihren Gewindehülsen, die Abhebung fühlt sich zwar in allen Betriebszuständen etwas schwergängig an, funktioniert aber sehr gut und hält die Spannung des Snare-Teppichs zuverlässig. Etwas Geduld erfordert das Tuning der Sonor Thomann Edition Trommel. Die sehr starren Gussreifen sorgen dafür, dass sich einzelne Drehbewegungen der Schrauben auf einen relativ breiten Bereich des Fells übertragen. Das kennt man zwar auch von anderen Snares, hier wirkt es sich allerdings deutlicher aus. Andererseits trägt die Reifenwahl auch zum durchweg straffen und sehr artikulierten Sound des Instrumentes bei. 

Klanglich gibt sich die Snare modern und druckvoll

Um es gleich vorweg zu nehmen: Fans des retro-mäßigen „Mumpfes“ sollten sich woanders umsehen. Die Thomann Edition Snare klingt modern und bringt – trotz ihrer Fertigung in Fernost – viele der typischen Sonor-Attribute mit. Dazu gehört der klare Ton in allen Stimmlagen sowie eine akzentuierte Teppichansprache. Obwohl ich weder ein erklärter Fan tieferer Snaredrums noch von Gussreifen bin, macht mir das Spielgefühl sofort Spaß. Die Trommel „hängt am Stick“ und überträgt damit auch feine Spielnuancen wie Ghostnotes sehr überzeugend. Ich habe euch vier Stimmungen jeweils einzeln und im Set aufgenommen.

Tiefe Stimmung

Das erste, was mir beim Klangtest auffällt, ist die Eigenschaft der Snaredrum, auch bei tiefen Stimmungen noch sehr straff zu klingen. Wo viele andere Modelle – auch höherer Preisklassen – dazu neigen, geringe Fellspannungen mit einer Vielzahl von Obertönen zu quittieren, gibt sich die Sonor erstaunlich kontrolliert. Außerdem behält der Sound ordentlich Druck und vermatscht kaum. 

Mittlere Stimmung

Am besten klingen die meisten Snaredrums in mittleren Stimmbereichen, da ist unsere Sonor keine Ausnahme. Fett und gleichzeitig offen kommt sie daher, Rimshots wirken wuchtig und holzig, die Teppichansprache ist – trotz No Name-Teil – sensibel. Der straffe und offene, aber gleichzeitig fette Ton hat etwas typisch „Sonor-artiges“.  So hört sich das an: 

Hohe Stimmung

Dass unser Testkandidat auch funky kann, zeigen die Sounds bei hoher Stimmung. Der relativ dicke und stabile Kessel sorgt für einen lebendigen Ton mit gut dosiertem Anteil an Teppich-Sound. Nervige, scharfe Obertöne sind ebenfalls nicht zu verzeichnen, und das, was die Snare an „Gesang“ liefert, integriert sich angenehm und lebendig in den Gesamtsound. Auch das Spielgefühl ist gut, man hat trotz der schon recht stattlichen Tiefe nicht das Gefühl, dass der Teppich zu „weit weg“ ist, im Gegenteil.  

Sehr hohe Stimmung

In Stimmlagen, bei denen sich das Schlagfell kaum noch eindrücken lässt, geht einer konventionell gefertigten Holz-Snare wie unserem Testobjekt in aller Regel etwas die Puste aus, denn bei einer solchen Spannung sorgen die Kräfte, die auf den Kessel wirken, für Kompressionseffekte. So ist es auch hier, wobei der Sound der Thomann Sonor Snare dennoch auch in extrem hoher Stimmung durchaus seinen Reiz hat. Als holzig-trocken würde ich das Ergebnis bezeichnen. Und so klingt es:

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