Drumset_nur_Kessel
Test
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17.12.2017

Praxis

Aus dem Karton heraus muss nur noch die Bassdrum mit den zwei vorgedämpften UT Powerstroke 3 Fellen bestückt werden, die Toms und die Snare sind sogar schon grob vorgestimmt. Nachdem ich das Resonanzfell der Snare deutlich straffer gespannt habe, geht es an den ersten Soundcheck. Die Bassdrum klingt ohne zusätzliche Dämpfung relativ mittig, so ist sie auch in leiseren Dynamikstufen gut einsetzbar. Da wahrscheinlich 90 Prozent aller Drummer an einem „Stage Set“ mit 22er Bassdrum auch ein gelochtes Resonanzfell und ein Dämpfungskissen erwarten, könnte Sonor hier in puncto Werksausstattung ruhig noch einmal nachbessern. So klingt das Set „out of the box“:

Im zweiten Versuch stimme ich die Toms etwas tiefer, die Snare dafür etwas höher, was ihr besonders bei Rimshots ein wenig mehr Frische verleiht. Die Bassdrum hat jetzt ein vorgedämpftes Evans-Resonanzfell mit Loch aus meinem Fundus bekommen, ein Kick Pro Kissen liegt mittig vor dem Resonanzfell. Etwas kurios: Beim Fellwechsel fällt mir auf, dass die Böckchen an der Resonanzseite der Bassdrum einheitlich sieben Millimeter näher zum Kesselrand hin gebohrt wurden als auf der Schlagfellseite. Das kostet beim Fellwechsel einige Umdrehungen mehr. Da ich die 22er Bassdrum nicht so hoch stimme, ist das in diesem Fall vor allem ein optisches Manko, da die Stimmschraubengewinde noch genügend Spielraum zulassen.

Die Toms lassen sich ohne jede Zunahme von Dämpfung relativ kontrolliert stimmen, was für die gute Ausführung der Kesselgratungen spricht, ein paar jammernde Obertöne schiebe ich auf die Kombination aus spitzer Gratung und günstigen Fellen. Hier würde man entweder leicht dämpfen oder es direkt mit Markenfellen versuchen.

Da ich mit der Performance von Snare und Toms nicht ganz zufrieden bin, wechsle ich im dritten Anlauf noch die Schlag- und Resonanzfelle der Toms (Evans Resonant und UV1), die Snare bekommt einen Sakae Bronzeteppich und ebenfalls ein Evans UV1 Schlagfell spendiert. Die Bassdrum stimme ich am Schlagfell noch etwas tiefer, das Dämpfungskissen liegt jetzt mittig in der Trommel. Besonders die Snare, die in meinen Ohren das insgesamt schwächste Glied der Kette ist, profitiert hörbar von den neuen Verschleißteilen, und auch die drei Toms, insbesondere das Floortom, lassen sich noch tiefer stimmen und entwickeln hörbar mehr Volumen. Die beiden kleinen Toms klingen auch mit den neuen Fellen eher kompakt, mit kurzem, aber ausreichenden Sustain. Die Bassdrum spielt sich schön direkt und klingt dabei rockig und satt, so kann sie sich auch mit viel teureren Trommeln messen. 

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