Gitarre Hersteller_Shadow_Electronics
Test
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27.08.2018

Praxis

Der erste Klangeindruck ist überzeugend: Die Shadow JMS-50E liefert einen satten, resonanten Ton mit fetten Bässen, guten Höhen und einem Alleinstellungsanspruch. Die Bässe wirken dabei sehr weich, was der kurzen Mensur und der damit verbundenen niedrigeren Saitenspannung geschuldet sein dürfte. Auf Englisch nennt sich das "loose" oder "saggy", was beides keine positive Entsprechung im Deutschen besitzt, was hier aber zu einem dichten, singenden Gesamtsound wird. Mitunter muss man diesen Sound im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten sogar zügeln. Das kann über die Spieltechnik erfolgen oder aber beim verstärkten Spiel durch entsprechende Einstellungen an Mischpult oder Amp.

Der Pickup hält sich dezent zurück, wenn es um piezotypische Verfärbungen geht. Klar, ein wenig ist immer davon zu hören, speziell, wenn man etwas kräftiger reinlangt, aber ansonsten verrichtet das Shadow-System einen erfreulich natürlich klingenden Job. Wen wundert's, bei dem Vater!

Der Hals liegt satt in der Hand, ohne dabei zu dick zu sein. Speziell Akkordarbeiter werden ihn lieben. Liedbegleitung, egal ob mit Flatpick oder Fingerstyle, ist auch die Stärke der JMS-50E. Der Sound unterstützt den Solisten in jeder Situation und wird niemals zu dominant.

Sehr gut hat mir gefallen, wie die Gitarre auf einen leichten Anschlag reagiert. Der Ton wird silbrig, die Noten perlen aus dem Pick, aber der Sound bleibt voll und satt. In diesem Lautstärkebereich besitzt das Instrument eine Dynamik, die ihr bei einem stärkeren Anschlag abgeht. So mächtig die JMS-50E aussieht, ist sie doch eher ein Partner für die feinen Töne.

Der Hals ist mit 43 Millimetern Breite vergleichsweise schlank geraten. Hardcore-Fingerstyler würden sich möglicherweise etwas mehr Platz wünschen, denn der Sound gibt es durchaus her, wenngleich bauartbedingt die Registertrennung etwas undeutlich gerät. Aber das ist auch gar nicht die Kernkompetenz der JMS-50E. Gepickte Begleitfiguren machen sich richtig schön und liefern eine solide Basis speziell auch für hohe Gesangsstimmen.

Mit den kräftigen Bässen kann man dennoch heftige Riffs mit Powerchords realisieren. Dabei fällt allerdings wie schon erwähnt auf, dass die Lautstärke nach oben deutlich limitiert ist. Irgendwann wird sie einfach nicht mehr lauter, auch wenn man fester anschlägt. Das kann man auch als Vorteil werten, denn sie liefert ein limitiertes Signal, speziell, wenn man sie mit einem Verstärker verbindet.

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