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Seymour Duncan Silver Lake Test

Praxis

Für den Praxistest parke ich den Silver Lake vor einen cleanen Fenderamp, der selbstverständlich trocken betrieben wird. Das Installieren des Seymour Duncan Update Tools und das Aktualisierender Firmware auf Version v0.01.082 (Stand August 2018) gestaltet sich problemlos.
Zunächst steppe ich durch die ersten acht Presets, die auch alle acht Reverb-Typen repräsentieren.

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Preset 1A – Room Preset 1B – Hall Preset 1C – Plate Preset 1D – Spring Preset 2A – Shimmer Preset 2B – Gated Preset 2C – Swell Preset 2D – Delay Verb

Hier erhält man eine Fülle an Hallsounds, allerdings ist allen Presets ein sehr kühler und metallischer, ja schon fast digitaler Unterton gemeinsam, der mich bei manchen Reverb-Typen zwar nicht direkt stören würde, aber gerade beim Room oder Spring-Reverb vermisse ich eine gewisse Natürlichkeit und Wärme.
Aber wir wollen den Silver Lake natürlich nicht nur aufgrund seiner Werkspresets beurteilen und machen uns selbst ans Tweaken, denn Parameter gibt es reichlich.
Ich mache mich an ein Roomreverb-Setting und erhöhe das Damping, um die Höhen etwas einzufangen. Generell ist Damping ein sehr kraftvoller Parameter, der den Sound nochmal ordentlich verbiegen kann. Das mildert den initialen Klangeindruck zwar etwas ab, dennoch bleibt ein leicht kalter Unterton erhalten.

TypeDec.Pre DelayFunct.GritDampTweakMixThresh.Dyn Ex1Dyn Ex2Trails
Room13:009:00LoPass12:0017:0015:0011:0014:00OffDampOn
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Room – höheres Damping

Auch der Springreverb lässt sich mit höherem Damping noch etwas natürlicher zum Klingen bringen und imitiert sehr schön das Federscheppern der alten Halleinheiten, auch wenn dieser Modus nicht zu meinen Favoriten zählt.

TypeDec.Pre DelayFunct.GritDampTweakMixThresh.Dyn Ex1Dyn Ex2Trails
Spring12:009:00LoPass9:00MaxMax10:0012:00OffDampOn
Audio Samples
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Spring
Das Silver Lake besitzt einen eher unterkühlten, metallenen Unterton - Freunde von warmen, natürlichen Raumklängen kommen da nicht auf ihre Kosten.
Das Silver Lake besitzt einen eher unterkühlten, metallenen Unterton – Freunde von warmen, natürlichen Raumklängen kommen da nicht auf ihre Kosten.

Der Shimmer-Algorithmus kommt auch bei niedrigstem Pre-Delay mit einem leichten Versatz, was ich sehr schade finde, da andere Shimmer-Halleffekte fast simultan wirken. Damit bleibt diesem Modus natürlich auch nur ein sehr spezieller Einsatzbereich, den ich eher in konkreten atmosphärischen Effektsounds zum Erzielen bestimmter Stimmungen ansiedeln würde. Zu diesem Zweck setze ich auch das Dynamic Expression Modul auf Soft und lasse die Modulationsgeschwindigkeit mitregulieren.

TypeDec.Pre DelayFunct.GritDampTweakMixThresh.Dyn Ex1Dyn Ex2Trails
Shim.11:00MinMod Rate13:0014:0016:0013:0014:00SoftModOn
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Shimmer

Mit dem Swell-Modus lassen sich gute Ducking-Effekte erzielen, die die Hallfahne beim Abklingen des Originalsounds in die Spielpausen faden. Ich spiele einen Akkord und beschleunige das Abklingen durch Herunterregeln meines Volume-Potis.

TypeDec.Pre DelayFunct.GritDampTweakMixThresh.Dyn Ex1Dyn Ex2Trails
Swell11:0010:00Mod Depth13:0014:0014:0013:0012:00SoftModOn
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Swell

Das Delay Verb reißt bei Bedarf wirklich große Räume auf und gerade in Kombination mit dem Volume-Poti oder Volume-Pedalen erzeugt es schöne, sphärische Klänge. Da solche Effektsounds oft die Tendenz haben, tiefe Frequenzen stark hochzuschaukeln, setze ich die Hi-Pass-Funktion ein und räume damit den Bassbereich etwas auf, was ein sehr sinnvolles Feature des Silver Lakes ist. Das Pre-Delay bestimmt dabei meine Delay-Zeit und die Anhebung des Grit-Parameters fährt den Sound in Sättigungsbereiche.

TypeDec.Pre DelayFunct.GritDampTweakMixThresh.Dyn Ex1Dyn Ex2Trails
Delay Verb16:009:00HiPass15:0010:0013:00Max12:00SoftDampOn
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Delay Verb

Nun betrachte ich die Dynamik Expression etwas genauer und wähle ein Setting, das diese Funktion besonderes deutlich macht. Der Threshold ist dabei relativ niedrig gewählt und Hard-Setting wurde auserkoren. Das bedeutet konkret: Schlage ich soft an, wird man den Hall kaum wahrnehmen, ist mein Attack jedoch lauter, wird der Effektanteil höher. Der Threshold-Regler reagiert dabei durch unterschiedlich starkes Leuchten auf meine Anschlagsdynamik. Mit diesem Feature bietet Seymour Duncan tatsächlich eine Innovation, die man kaum bei anderen Reverbs finden wird und damit einen großen Pluspunkt dieses Pedals.

TypeDec.Pre DelayFunct.GritDampTweakMixThresh.Dyn Ex1Dyn Ex2Trails
Spring14:00MinHiPass16:0010:0013:00Max18:00HardMixOn
Audio Samples
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Dynamic Expression – Hard
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