Gitarre Hersteller_Seymour_Duncan
Test
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23.11.2019

Praxis

Das Dark Sun wird nun vor einen unverzerrt eingestellten Sovtek MIG-50H geschaltet. Der Amp ist an eine Marshall 4x12 Box (Celestion G12M) angeschlossen, die mit einem Neumann TLM-103 abgenommen wird. Bevor der Spaß mit den üppigen Delay- und Reverb-Sounds losgeht, werfen wir erst einmal relativ nüchtern ein paar detaillierte Blicke auf verschiedene Funktionen, die unser Testkandidat in petto hat.

Als Erstes prüfen wir den Unterschied zwischen mono und stereo. Ich habe das Preset 3C angewählt und auch nichts daran editiert, hier ist einmal das Riff in Mono und danach in Stereo - an zwei Amps (Sovtek MIG-50H und Sovtek MIG-50) verteilt.

Bei diesem Preset ist der Delay-Effekt nicht sonderlich breit, die Echos fliegen dem Spieler nicht unbedingt links und rechts um die Ohren, was aber auch daran liegt, dass bei diesem Preset der Pattern Delay-Mode angewählt ist. Im Ping Pong-Mode ist der Delay-Effekt dann wesentlich breiter, das könnt ihr auch gleich hören. Allerdings sorgt der Reverb im Stereobetrieb schon für einen wesentlich breiteren Sound. Als nächstes sind die unterschiedlichen Routing-Optionen und deren klanglichen Auswirkungen an der Reihe. Die letzten beiden Modi mit der Verteilung der Effekte auf einen Ausgang macht im Mono-Betrieb keinen Sinn, denn dabei werden die Effekte leider nicht parallel in Mono ausgegeben, sondern immer nur auf dem entsprechenden Ausgang.

Weiter geht es mit den verschiedenen Delay Modes. Interessant sind dabei die letzten vier Modes, die etwas andere Echowiederholungen als die Standard-Notenwerte zu bieten haben. Mit Ping Pong kann man nun die Delays im Panorama hin- und herschicken, die beiden Reverse Modes bringen gute Sounds mit, aber hier hakt es manchmal beim Ton, es sind ab und zu Artefakte im Effektsignal zu hören. Da sind Delays von Mitbewerbern im gleichen Preissegment mitunter eine Ecke besser, was die Stabilität des Direktsignals anbetrifft. Es kann natürlich sein, dass mit einer neuen Firmware dieses Problem behoben wird, denn dabei handelt es sich wohl eher um ein Software-Problem, und das sollte man in den Griff bekommen. Hier sind nun die Modes Pattern, Reverse, Ping Pong und Ping Pong Reverse direkt hintereinander.

Der Delay-Sound kann mit dem Tweak-Regler und seinen sechs Parametern noch ordentlich in die Mangel genommen werden. In der linken Reihe auf dem Pedal sind Low Pass Filter, High Pass Filter und Saturation. Hiermit lässt sich der Sound noch mehr in Richtung Analog-Delay formen, Saturation sorgt für entsprechend verzerrte Echowiederholungen, greift aber nicht zu hart ins Geschehen ein. Die Filter haben einen etwas höheren Wirkungsgrad. Hier sind drei Beispiele mit jeweils Minimum und Maximum dieser drei Parameter.

Bei den anderen drei Parametern dreht es sich um den Modulationseffekt. Interessant dabei ist, dass man mit dem Parameter Blend das Mischungsverhältnis einstellen kann, ob die Modulation mehr auf dem Delay oder dem Reverb zu hören ist. In mittlerer Position ist Gleichstand, dreht man den Tweak-Regler nach links, wird die Modulation auf dem Delay stärker, dreht man nach rechts, dann eiert der Reverb mehr. Sehr sinnvoll, um den Modulationseffekt in feinen Dosierungen zu verteilen.

Das Dark Sun hat bereits einige sehr gute Presets im Speicher, dabei sind die eher üppig angelegten Sounds in der Überzahl. Wer auf expressive Reverb/Delay-Sounds steht, wird hier auf seine Kosten kommen. Aber durch den integrierten Modulationseffekt sind auch breite Chorus-Sounds möglich. Insofern kann man mit dem Dark Sun eine ganze Reihe an typischen Standardsounds mit Modulation, Delay und Reverb abdecken, wobei ich das Haupt-Betätigungsfeld eher in den erwähnten Ambient-Style-Sounds sehe. Hier ist eine Auswahl verschiedener Presets.

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