Gitarre Hersteller_Seymour_Duncan
Test
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23.11.2019

Seymour Duncan Dark Sun Mark Holcomb Test

Delay/Reverb Effektpedal

Raumgestalter

Das Seymour Duncan Dark Sun Mark Holcomb Delay-Reverb-Effektpedal entstammt der Zusammenarbeit des Periphery-Gitarristen mit dem in Santa Barbara in Kalifornien ansässigen Pickup- und Effektspezialisten. Das Konzept eines neuen Effektpedals mit dem Namen Black Sun vereint Delay- und Reverb-Effekte unter einem Dach und kombiniert laut Hersteller die Echosounds des Andromeda Dynamic Delays mit den Hall-Effekten des Silver Lake Dynamic Reverbs aus eigenem Hause.
Unser Kandidat, der in den USA entwickelt wurde und auch dort gebaut wird, bewegt sich mit einem Preis von knapp unter 400 Euro nicht unbedingt im Budget-Bereich und schürt damit auch recht hohe Erwartungen. Auf den ersten Blick macht das Dark Sun einen soliden und wertigen Eindruck und zeigt eine aufgeräumte Bedienoberfläche mit getrennten Reglern für Delay und Reverb. Was es im Detail kann und ob die hohen Erwartungen auch klanglich erfüllt werden, erfahrt ihr gleich.

Details

Das Dark Sun kommt im Metallgehäuse mit den Maßen 142 x 130 x 55 mm (B x T x H) und bringt ein Gewicht von 620 Gramm auf die Waage. Es arbeitet mit digitaler Klangerzeugung (24 Bit, 48 kHz) und kann ausschließlich mit Netzspannung versorgt werden. Diese darf variabel zwischen 9V und 18V sein (Center Negativ) und das Netzteil sollte mindestens 150 mA Strom bereitstellen können. Der Anschluss befindet sich an der Stirnseite, wo auch zwei Inputs (L/R) und zwei Ausgangsbuchsen (L/R) sowie MIDI In und MIDI Thru warten. Das Pedal kann mit den beiden Eingängen auch hinter einen Stereoeffekt (z.B. Chorus) geschaltet werden. An der Seite gibt es noch einen USB-Anschluss für die Verbindung mit einem Computer zum Aufspielen neuer Firmware-Updates. Die Oberseite ist mit Reglern, Tastern und LEDs gut bestückt, auch ein LCD-Display ist vorhanden und wir tauchen nun etwas tiefer in die Materie ein.

Bedienung

Das Dark Sun vereint Reverb- und Delay-Effekte in einem Gerät, die auch getrennt geregelt werden können. Für den Reverb stehen R.Size (Nachhall-Zeit) und R.Mix (Mischungsverhältnis) zur Verfügung, beim Delay haben wir Time (Verzögerungszeit), Feedback (Echo-Wiederholungen) und D.Mix (Mischungsverhältnis). Ein Regler mit der Bezeichnung Tweak stellt verschiedene Parameter ein, die über die kleinen Tastern links daneben angewählt werden - optische Kontrolle bieten LEDs jeweils direkt daneben. Folgende Parameter stehen zur Verfügung: Low Pass Filter (LPF), High Pass Filter (HPF), Saturation (Sat) für die Klangfarbe der Echowiederholungen, und Depth, Rate und Blend für den Modulationseffekt der Echowiederholungen. Der Wert des angewählten Parameters wird im Display angezeigt und kann mit dem Tweak-Regler verändert werden.

Oben links wartet der Regler Delay Mode, mit dem man verschiedene Modi einstellen kann. Dazu zählen simple Delays, deren Echowiederholungen in bestimmten Notenwerten ausgegeben werden, die sich nach dem eingetippten Tempo richten. Dort stehen Viertel, punktierte Achtel, Achtel und Achteltriolen zur Auswahl. Außerdem gibt es die Modi Pattern (Kombination aus Viertel und punktierten Achteln), Ping Pong, Reverse und Reverse Ping Pong. Mit dem Regler ganz rechts (Routing) können die beiden Effekte in vier unterschiedlichen Möglichkeiten verschaltet werden: Entweder Delay in Reverb oder zuerst Reverb, dann Delay. Darüber hinaus lassen sich die beiden Effekte auch parallel nutzen, also den Reverb auf dem linken Ausgang und Delay rechts oder umgekehrt. Ein weiteres Schmankerl ist die dynamische Steuerung des Effektsignals, dabei bestimmt der Dynamic Expression-Regler die Eingangsempfindlichkeit. Je nach Einstellung kann dann der Effekt bei hartem Anschlag leiser werden (Ducking). Das Poti hat eine integrierte LED, die etwas dunkler leuchtet, wenn der Effekt leiser ausgegeben wird. Hiermit kann der Spieler noch mehr Einfluss auf die Effektgestaltung nehmen. Der Trails-Taster bestimmt das Ausklingverhalten des Effekts beim Deaktivieren. Bei Trails On klingt das Effektsignal natürlich aus und das Dark Sun benutzt dabei die Buffered-Bypass-Schaltung. Bei Trails Off wird das Effektsignal abrupt abgeschnitten, sobald der Effekt deaktiviert wird. Bei dieser Einstellung arbeitet das Dark Sun mit True Bypass.

Generell ist das Pedal wirklich sehr gut bestückt und trotz der vielen Regler und Taster übersichtlich strukturiert. Die Einstellungen können auf 128 Speicherplätzen, aufgeteilt in 32 Bänke mit je vier Presets, gesichert und über den Tap/Presets-Schalter wieder aufgerufen werden.

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