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26.07.2021

Sennheiser EW-D Lavalier und Instrument Test

Digitale Ansteckmikrofon-Funkstrecke

Voll ausgestattetes Drahtlos-Bundle mit Miniaturmikrofon

Sennheiser setzen beim Evolution Wireless Digital Lavalier Set auf digitale UHF-Übertragung, um bestmöglichen Klang unterbrechungsfrei drahtlos zu übermitteln. Das Hauptargument, dass für dieses Set sprechen soll, ist seine Bluetooth-Steuerung per App. Mit ihr ist dieses Funksystem ohne Frage auf der Höhe der Zeit. Wir dürfen deshalb gespannt sein, wie sich dieser Ansatz in der Praxis schlägt.

Details

Üppiges Package

Der Lieferumfang der Sennheiser EW-D Sets ist wie bei den Bundles des Herstellers üblich umfangreich. Die drei Hauptgeräte beim Lavalier-Set sind das Mikrofon ME 2, der Bodypack-Transmitter EW-D SK und der Diversity Rack Receiver EW-D EM. Außerdem enthalten sind ein Netzteil für den stationären Empfänger sowie zwei Antennen, zwei AA-Batterien und ein ausgedehntes Rack-Kit, das kaum Wünsche offen lässt. Zumal auch der kostenlose Download von Sennheisers EW-D Smart Assist App zu diesem Set zählt.

Wer mit dem Funkset international unterwegs sein möchte, den könnt es interessieren, dass zum Netzteil des Empfängers gleich sechs verschiedene Steckeraufsätze gehören. So kann das Netzteil weltweit in allen gängigen Stromversorgungsnetzen eingesetzt werden. Das Instrument-Set unterscheidet sich nur darin, dass anstelle des Ansteckmikrofons ein Instrumentenkabel mit dem typischen Sennheiser-Stecker beiliegt.

Auch das Rackmount-Kit ist eine gesonderte Erwähnung wert. Neben einer Verbindungsplatte, mit der sich zwei Empfänger formschlüssig miteinander verbinden lassen, sind zwei stabile Rack-Winkel dabei. Eine 9,5 Zoll breite Blende ist ebenfalls mit an Bord. Alle benötigten Schrauben und Stopfen liegen ebenfalls bei. Mit Hilfe dieses Kits kann der Empfänger sicher in einem 19-Zoll-Rack untergebracht werden. Und auch beim Ausbau um einen weiteren Receiver geht dieses Rack den Schritt mit und bleibt aktuell.

Stationärer Empfänger EW-D EM

Das Chassis des Empfängers ist vollständig aus Metall. Die Front ist aus silber-schwarzen Plastikelementen gefertigt. Die Vorderseite des EW-D EM Receivers ist klar strukturiert. Neben dem großen Display, das in der Mitte untergebracht ist, befinden sich links zwei Info-LEDs, die Auskunft über eine bestehende Funkverbindung sowie einen aktiven Datenstrom geben. Neben Navigations- und Steuertasten befinden sich auch eine Sync-Taste und der Ein/Aus-Taster an der Vorderseite. Für ein Gerät, das in einem Rack eingebaut werden kann, ist für mich insbesondere die Frontanbringung des Power-Tasters ein wichtiger Punkt.

Die Audioausgänge des Receivers sind für verschiedene Zwecke optimiert. Der mit -18 dBu arbeitende symmetrische XLR-Ausgang eignet sich für professionelles Beschallungsequipment wie Mischpulte. Der Pegel des Signals am unsymmetrischen Klinkenausgang ist optimal, um es direkt an einen Verstärker zu senden. Direkt neben der XLR-Buchse findet sich eine Zugentlastung. Hier kann das Kabel des Netzteils mit einer Schlaufe befestigt werden. Das verhindert, dass der Stecker bei Zug am Kabel versehentlich aus der Buchse rutschen kann. Zwei BNC-Anschlüsse für die beiliegenden Antennen sorgen für besten Empfang. In die Unterseite sind zahlreiche Lochbohrungen eingelassen. Sie dienen zum Anbringen der mitgelieferten Lochplatte oder auch zur Befestigung in einer Rack-Wanne.

Das besondere Gimmick dieser Drahtlosanlage ist ihre App-Anbindung. Wie Sennheiser versprechen, lässt sich der stationäre Empfänger EW-D EM bequem mit der EW-D Smart Assist App regeln. Sie ist sowohl für Android- als auch für iOS-Geräte kostenlos verfügbar und kann das Setup des Funksystems vollautomatisiert durchführen. Dadurch soll die Drahtlosverbindung ganz ohne Hintergrundwissen eingerichtet werden können. So kann die App nicht nur einfach dabei helfen Frequenzen zu finden, sondern hilft auch beim unkomplizierten Benennen der Drahtloskanäle. Und auch das lästige Durchsteppen durch Gerätemenüs ist damit überflüssig. Tatsächlich bietet die Smart Assist App Zugriff auf sämtliche Systemeinstellungen.

Das Set sendet und empfängt im Bereich R1-6, das heißt die Übertragung findet im für Störungen relativ unanfälligen Spektrum zwischen 520 und 576 MHz statt. Dieser Bereich kann für professionelle Anwendungen anmelde- und gebührenfrei genutzt werden. Das 9,5 Zoll breite Gerät wiegt ohne Antennen immense 1000 Gramm. Das ist für ein Gerät dieser Größe stattlich, spricht aber auch für die robuste Bauweise. Zu den nennenswerten Features des Receivers gehören die Möglichkeit zum Auto-Scan und auch die True Diversity-Funktion. Welcher der beiden Antennen gerade verwendet wird, ist im Display ablesbar.

Taschensender EW-D SK

Das EW-D SK ist ein Bodypack-Sender, dessen Kerngehäuse ebenfalls komplett aus Metall besteht. Einzig der Deckel des Batteriefachs ist aus Plastik. Neben der fest verbauten Stummelantenne befinden sich ein Sync-Taster und ein Schiebeschalter für die Mute-Funktion. Beide sind mit je einer Info-LED ausgestattet, die Auskunft über den jeweiligen Status gibt. Statt eines simplen 3,5-mm-Klinkenanschlusses haben Sennheiser dem Taschensender ihre typische Schraubvorrichtung spendiert, die den Stecker vor dem Herausrutschen bewahrt.

Am Bodypack lässt sich die Klappe des Batteriefachs nach vorn öffnen. Das ist praktisch, weil der Taschensender deshalb nicht vom Gürtel abgenommen werden muss, wenn die Batterien gewechselt werden. Wer nicht auf Batterien setzen möchte, kann stattdessen auch den wieder aufladbaren Sennheiser-Akku BA 70 verwenden. Ladekontakte bietet der Taschensender allerdings nicht. Damit der Taschensender nicht versehentlich ein- oder ausgeschaltet wird, befindet sich sein Power-Knopf oberhalb des Batteriefachs und wird im Betrieb von dessen Deckel verdeckt.

Eine weitere Sicherung gegen das versehentliche Ausschalten des Geräts haben sich Sennheiser hinsichtlich der Dauer des Knopfdrückens einfallen lassen. So reicht bereits ein kurzer Druck auf den Schalter aus, um den Sender einzuschalten. Zum Ausschalten muss der Finger den Schalter dagegen länger betätigen. Wird der Schalter im eingeschalteten Gerätezustand ein weiteres Mal kurz gedrückt, zeigt die mehrfarbige Link-LED des Taschensenders anhand ihrer Farbe an, wie es um den Batteriezustand steht. Leuchtet die LED rot auf, sind nur noch weniger als 20% Batterieladung vorhanden. Nur bei einem Füllstand von 60-100% leuchtet die LED grün, ansonsten gelb. Zusätzlich kann der Batteriestand auf dem Display des Receivers überwacht werden.

Technisch betrachtet haben wir es mit einem Taschensender zu tun, dessen Übertragungsleistung lediglich 10 mW beträgt, wofür eine Stromversorgung mittels zweier AA-Batterien erforderlich ist. Seine Eingangsdynamik von 134 dB soll in der Praxis auch sehr leise Signale detailliert hörbar machen. Das wirklich kompakte Bodypack ist servicefreundlich verschraubt. Eine Drahtspange dient auf der Rückseite als Halterung für Gürtel oder Hosenbund. Dass der Sender die Hose zum Herunterrutschen bringt, ist aufgrund seines Gewichts von gerade einmal 120 g eher unwahrscheinlich. Und nicht zuletzt kann der Taschensender mit Akkupack betrieben bis zu 12 Stunden lang durchhalten.

Lavaliermikrofon ME 2

Das zum Set gehörende Ansteckmikrofon ME2 hat einen Plastik-Body, der kopfseitig von einem dichtgeflochtenen schwarzen Drahtkorb abgeschlossen wird. Darunter befindet sich ein dauerpolarisiertes Kondensatormikrofon mit Kugelcharakteristik, das mit einem Schalldruckpegel von bis zu 130 dB SPL beschallt werden kann, ohne zu verzerren. Und das mit einem breiten Übertragungsbereich, der von 50 Hz bis 18 kHz reicht und damit bei Sprechern alle Nuancen ihrer Stimme aufgreifen kann. Wer Wert darauf legt einen größeren Audiobereich zu übertragen, kann das Set beispielsweise um ein Sennheiser MKE Essential EW erweitern. Wer statt der Kugelcharakteristik lieber auf eine Niere setzen möchte, findet das EW-D Set zum selben Preis auch mit dem Sennheiser ME4 Lavalier-Mikrofon.

Mit seinem Übertragungsfaktor von 20 mV/Pa zeigt sich das Ansteckmikrofon auf dem Papier ausreichend empfindlich. Sein Ersatzgeräuschpegel ist mit 32dB(A) allerdings nicht wirklich gering. Deshalb wird es im Praxis-Check spannend sein, ob das Eigenrauschen des Mikrofons ins Gewicht fällt. Alltagsnah ist jedenfalls die Länge des Mikrofonkabels gewählt. Denn mit 1,60m lässt es sich mühelos am Körper entlang durch die Kleidung hindurch verlegen, ohne dass allzu viel Kabel zum Verstauen übrig bleibt. Wenn ihr euch einen Überblick über Lavalier-Mikrofone verschaffen wollt, findet ihr in unserem Kaufberater "Lavalier-Mikrofone" etliche Tipps.

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