Bass
Test
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03.06.2009

PRAXIS

Vorweg einige Anmerkungen zur Klangregelung des SansAmp BassDrivers. Das Gerät verzichtet generell auf einen Mittenregler, den es nur in den 19“ Rackversionen SansAmp RBI und PSA gibt. Da Bass- und Höhenregler aktiv ausgelegt sind, können sie sowohl Frequenzen addieren als auch subtrahieren.

Addiere ich also sowohl Bässe als auch Höhen, ergibt sich logischerweise ein Mittenloch oder eine Mittenabsenkung - beim SansAmp liegt die zentrale Mittenfrequenz bei etwa 750 Hz. Senke ich Höhen und Bässe ab, erhalte ich naturgemäß eine Anhebung in diesem Bereich. Da durch die Absenkung, speziell im Bassbereich, aber auch Lautstärke verloren geht, muss diese über den Levelregler wieder ausgeglichen werden. So entsteht letztendlich trotzdem der Eindruck, als ob Mitten hinzugeregelt werden. Mit diesem Prinzip der Klangregelung mit aktiven Bässen und Höhen werden die Mitten also begrenzt, das heißt indirekt, reguliert.

Der Präsenzregler ist nicht in diese aktive EQ-Schaltung eingebunden, sondern liegt wie der Drive Regler in der Röhrensimulation. Das heißt, solange der Blendregler ganz links steht und nur das trockene Basssignal passieren lässt, sind lediglich Höhen-, Bass- und Levelregler aktiv. Sobald der Blendregler nun durch Rechtsdrehung in Betrieb genommen wird, addiert man anteilig das Signal des Röhrensimulators zum Originalsignal hinzu. Ist der Blendregler am rechten Anschlag, befindet sich das Signal auch komplett im Simulationsschaltkreis. Wohlgemerkt, alles an dieser Schaltung ist analog, lediglich die Speicherung der Sounds bedient sich digitaler Technologie.

Mit dem Drive Regler kann man dem Signal nun beliebig viel Zerrung hinzufügen, wobei die Präsenzen dem Sound den typisch aggressiven Charakter verleihen, den man eigentlich nur von Röhrenverstärkern kennt. Durch die Möglichkeit, die Simulation stufenlos zu regeln, ergeben sich zahlreiche Soundvarianten.

Hat man seine Einstellung gefunden, wird sie per Doppelklick auf den jeweiligen Fußtaster direkt auf dem vorher angewählten Speicherplatz abgelegt. Recht kompliziert gestaltet es sich, will man einen bereits abgespeicherten Sound vielleicht etwas modifiziert auf einem neuen Platz ablegen.
Die dazu erforderliche Prozedur, mithilfe von blinkenden LEDs die Stellung der einzelnen Potentiometer wiederzufinden und neu zu definieren, ist extrem umständlich und kostet jede Menge Zeit und Nerven. Hier hätte man definitiv eine bequemere Lösung integrieren können.

Ein Bug, der zumindest bei dem hier vorliegenden Gerät besonders auffällt, sind Störgeräusche, die immer dann auftauchen, wenn ein Sound „umprogrammiert“ und dafür ein Poti bewegt wird. Das kann mitunter lästig sein, speziell, wenn man nur temporär einen Sound verändern möchte, ohne die vorherigen Settings zu überschreiben. Erst wenn die Änderungen per Doppelklick abgespeichert sind, hören auch die Störungen auf.

Eine gute Idee im Zusammenhang mit der Programmierung ist die „lazy pot“ Funktion: Wird ein abgespeicherter Sound aufgerufen und das Level-Poti steht in diesem Moment zufällig auf Vollgas, käme es im Normalfall zu drastischen Signalsprüngen mit unter Umständen fatalen Folgen für Lautsprecher und Ohren. Die Lazy Pot Funktion verhindert diese gefährlichen Levelsprünge und blendet beim Betätigen des Potis allmählich und sanft in die neue Stellung über.

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