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Test
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16.06.2016

Praxis

Einen hellen, aber unaufdringlichen Charakter besitzen die vier Fast Crashes

Mit sauberer Tonalität und schneller Ansprache können die Fast Crashes überzeugen. Ihr leicht glockiges Schimmern erinnert mich stark an teurere Modell der Firma Sabian, namentlich jene der AAX-Serie. Gelungen ist auch die Abstimmung der Modelle zueinander, wobei nicht nur nebeneinander liegende Größen schön harmonieren, sondern auch größere Spreizungen wie 14 und 18 Zoll gut zueinander passen. Insgesamt klingen alle Fast Crashes hell, aber warm, und obwohl besonders das große 20er beeindruckende Lautstärkereserven mobilisieren kann, hat man nie den Eindruck von unangenehmer Schärfe. Es macht übrigens auch als Crash-Ride eine gute Figur, wie ihr im Solo-Soundfile hören könnt. 

Bei den Rock Crashes könnte es etwas rockiger zugehen

Der runde Sound zeichnet auch die beiden Rock-Versionen aus, irgendwie klingen sie mir aber für den anvisierten Einsatzbereich etwas zu bedeckt. Sie möchten nicht so richtig aufgehen, ihr höherer Pitch verleiht ihnen zwar etwas mehr Projektion, die Becken werden aber auch bei kräftigen Anschlägen weder richtig laut noch richtig rauschig. Vielleicht hätte hier eine etwas stärkere Hämmerung geholfen, einer rockigen Aggressivität auf die Sprünge zu helfen. 

Auch klanglich könnten die beiden Ride-Becken kaum unterschiedlicher sein

Schon die Spezifikationen lassen es erahnen: das eine hat mit dem anderen wenig gemein. Sauber, klar und mit leicht „pingigem“ Anschlag kommt das 20er Ride daher, ein Allrounder, wie er im Buche steht. Dabei neigt es auch beim Ancrashen nicht zum Aufschaukeln. Schnelle Figuren bleiben somit gut differenzierbar, die Kuppe ist klar und hell, aber nicht unangenehm schrill. Auch dieses Becken ist mit seiner konkreten Tonalität klanglich sehr nahe an der AAX-Serie dran, ein ausgewiesener Spezialist für ausgefallene Geschmäcker ist es allerdings nicht. Dafür wäre dann – zumindest innerhalb der XSR Reihe – der größere Kollege mit Namen Monarch zuständig. Während der Jazz-affine Klangfreund ein Becken wie das 20er Ride kaum eines Stockschlages würdigen würde, bewegt sich dieser „Schmutzlappen“ zielsicher in Gefilde, in denen Begriffe wie „Tah“, „Wash“, „Woody“ und „Wobble“ das Kommunikationsgeschehen dominieren, wenn es um die lautmalerische Beschreibung von Ridesounds geht. Holzig, sanft und dunkel klingt das Monarch, wenn man es mit einem normalen 5A Stock auf der Schulter anspielt. Ein leichter Ahornstock wie beispielsweise ein Sweet Ride von Vater entlockt dem Becken einen wunderschön belegten, definierten Anschlags-Klick, der über einem organischen, kontrollierten Grundrauschen liegt. Crasht man das Becken an, faucht es mit einem kurzen, obertonarmen und trashig modulierenden Sustain auf. Einen nennenswerten Kuppen-Sound besitzt der Exot hingegen kaum, und dass Drummer, denen Eigenschaften wie Lautstärke, Durchsetzungskraft und Projektion wichtig sind, hier nicht fündig werden, versteht sich von selbst. 

Sauber, hell und unaufdringlich fügen sich die Hats in den XSR-Satz ein

Die Hi-Hats passen mit ihrem sauberen und präsenten, gleichzeitig aber nicht unangenehm scharfen Sound perfekt zu den Crashes und zum 20er Ride. Schnelle Figuren übersetzen sie akkurat, schön ist auch, dass sie beim Treten wirklich tight schließen. Kräftig gespielt, halten sie zwar keine brachialen Lautstärkereserven bereit, aber dass man mit ihnen in einer Rockband untergeht, ist dennoch nicht zu befürchten. 

Mit musikalischen Sounds können die Effekte punkten

Rund, fein auflösend und sehr musikalisch kommen die beiden Splashes sowie das Chinese daher. Alle drei Modelle sprechen sehr schnell an und haben nichts von der zuweilen etwas metallisch-glockigen Grundnote einiger anderer Vertreter der günstigeren Preisklassen gemein. Während die Splashes auch tonal gut miteinander harmonieren, präsentiert sich das Chinese als soft im Anschlag und komplex-orientalisch im Ausklang. Besonders gut gefällt mir, dass es weder zum „Anschlagsknall“ neigt, noch das gesamte Spielgeschehen dominiert. 

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