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Test
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19.05.2017

RTom 7" Moongel Workout Pad Test

Practice Pad

Wir sind ja nicht zum Spaß hier.

Was ist blau und klebt auf Trommeln? Genau, die Rede ist natürlich von den weichen Moongel Pads, mit denen die Firma RTom seit vielen Jahren für die Reduzierung von unerwünschten Obertönen bei Trommeln auf dem ganzen Erdball zuständig ist. Ähnlich nachgiebig in der Konsistenz, aber zu einem anderem Zweck, nämlich zum Draufhauen und als „Muckibude“ für die Hände, wurde das RTom Moongel Workout Pad konzipiert. Was es kann, erfahrt ihr jetzt.

Details & Praxis

Drum-Ikone Dennis Chambers hat für die Kräftigung der Fingermuskulatur und der Unterarme stets den Tipp parat, doch auf einem Kissen zu trommeln. Die Idee dahinter: Bekommt man es auf einer weichen Oberfläche mit nur minimalem Rebound hin, dass die Stöcke trotzdem springen, kann man auf einem normalen Pad oder hinterher am Drumset quasi „fliegen“.

Das vorliegende Moongel Workout Pad basiert auf einem ähnlichen Konzept. Statt einem sperrigen Kissen ist es im handlichen, sieben Zoll großen Taschenformat gehalten und hat als Schlagfläche ein weiches, blau schimmerndes und herausnehmbares Silikonkissen. Dieses steckt in einer Gummiummantelung, es kann also beim Transport und Spiel weder verrutschen noch heraus fallen. Die Unterkonstruktion besteht aus einer acht Millimeter starken Kunststoffplatte, in deren Mitte ein 8mm-Gewinde eingelassen ist. Als Zubehör gibt es drei einseitig klebende Streifen, die auf den dafür vorgesehenen Stellen angebracht werden. Somit soll das Pad auch auf einer Tischplatte oder ähnlich planen Unterlage bespielbar sein. Die Gesamtverarbeitung des Pads wirkt durch und durch auf Zweckmäßigkeit konzipiert, einige Klebstoffreste an den Außenseiten zeigen, dass die Produktion etwas nachlässig über die Bühne ging, auffällig ist auch der chemische Geruch, der sich beim Hantieren mit dem Pad auch auf den Händen absetzt.

Workout mit Hindernissen

Bevor es an die erste Trainingseinheit geht, montiere ich das Pad auf einem Pad-Stativ mit 8mm-Gewinde, besser gesagt, ich versuche es. Denn ich merke sehr schnell, dass das Pad wackelt, solange es nicht wirklich bis zum Ende herein gedreht ist. Das Messing-Gewinde des Pads hat allerdings keinen Widerstand am Ende. Wie ich nach einer Weile feststelle, bohrt sich die Stativschraube aus dem relativ kurzen Gewinde direkt in das bedruckte Papier, drückt von da aus gegen das Silikonpad und hinterlässt einen Druckpunkt auf dem Pad. Das ist natürlich ziemlich uncool gelöst und stellt die dauerhafte Haltbarkeit des Pads in Frage. Dieses Problem löse ich mit einer breiten Distanzscheibe, mit der sich das Gewinde nun auf die richtige Länge anpassen lässt. 

Eine zweite Option besteht darin, das Pad mit den Klebestreifen darunter auf eine Tischplatte zu legen. So fest wie viele Gummi-Pads mit dicker Neoprenschicht auf der Unterseite ist das Moongel Workout Pad leider nicht geerdet, das heißt, es verrutscht leicht, wodurch diese Option auch keine wirkliche Alternative zum Pad-Stativ ist.

Jetzt aber zu den positiven Dingen: Das Pad ist wirklich leise, wodurch nachbarschaftsfreundliches Spiel problemlos möglich ist, allerdings sorgt der geringe Rebound für mäßigen Spielspaß. Hier will also wirklich an den technischen Defiziten gearbeitet werden, und das lohnt sich, wenn man die Bewegungsabläufe auf einer normalen Spieloberfläche verinnerlicht hat. Somit ist das Workout Pad weniger für Einsteiger geeignet, die darauf ihre ersten Doppelschläge üben wollen. Allerdings geht das reine Warmspielen schneller als mit einem normalen Pad, da die Muskulatur stärker gefordert ist. Zum Sound-Vergleich habe ich euch ein altes 13“ HQ Pad der ersten Generation aufgenommen, dessen Spielfläche etwas weicher ist und sich durch insgesamt sehr wenig Körperschall auszeichnet.

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