Gitarre Hersteller_Riversong
Test
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30.03.2016

Praxis

Schon beim ersten Saitenkontakt erweist sich die Bespielbarkeit ab Werk als wirklich erstklassig. Geliefert wird die Gitarre übrigens mit einem D'Addario EXP16 Saitensatz in der Stärke .012 - .053. Durch die schon beschriebene Konstruktion spricht der Ton sehr lebendig an, die verbesserte akustische Rückmeldung der Decke wirkt sich zudem absolut positiv auf das Spielgefühl aus.

Charakterlich gibt sich das Instrument insgesamt recht aufgeräumt und ausgewogen, entpuppt sich aber gleichzeitig als Chamäleon und macht - egal ob Fingerstyle, Strumming oder Single-Line-Spiel - stets eine gute Figur. Ein Umstand, der bei Akustikgitarren keinesfalls alltäglich ist!

Das zweite Schallloch hat zur Folge, dass ich nach einer halbe Stunde auf dem Instrument meine anderen Akustikgitarren irgendwie eindimensionaler finde und das Gefühl habe, beim Spielen nicht so direkt mit ihnen verbunden zu sein.

Nun wollen wir hören, wie sich unser Testmodell vor meinem Neumann TLM 103 Großmembran-Kondensatormikrofon schlägt. Zusätzlich nehme ich auch das Pickupsystem auf, das mit einem gleichmäßigen Anteil beider Tonabnehmer neutral eingestellt bleibt. Ihr könnt in den folgenden Audios wählen, ob ihr nur das Mikrofon am 12. Bund, Mikrofon und Pickup gemischt, oder nur das Pickupsystem hören wollt.

Wie die Aufnahmen noch einmal bestätigen, muss sich die Gitarre in keiner der aufgeführten Spielweisen verstecken. Auch wenn das Tonabnehmersystem naturgemäß nicht mit dem akustischen Sound des Instrumentes mithalten kann, überträgt es recht gut die Dynamik und ist für Liveanwendungen oder als zusätzliche Stütze bei Aufnahmen absolut brauchbar.

Hören wir uns abschließend noch die beiden eingebauten Pickups genauer an. Ihr hört erst beide Tonabnehmer gemischt, anschließend den AST-Pickup an der Decke und zum Schluss den UST-Pickup unterm Steg.

Durch eine gewisse Höhenarmut erweist sich der UST-PU als recht weich im Sound. Der AST-Pickup hingegen wirkt sehr höhenlastig und blechern und ist daher im Einzelbetrieb eher unbrauchbar. Mischt man die Tonabnehmer, ergibt die klangliche Ausrichtung des AST-Pickups dennoch durchaus Sinn. Am besten gefällt mir aber der UST-Pickup mit einer leichten EQ-Korrektur. Ich habe im letzten Beispiel mithilfe des eingebauten EQs die Bässe und Höhen etwas angehoben. Das Tonabnehmersystem bringt leider ein leichtes Rauschen mit sich, das durch die Höhenanhebung noch verstärkt wird.

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