Gitarre
Test
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25.01.2019

Remo Colortone Schlagzeugfelle Test

Snare-, Tom- & Bassdrum-Felle

Jetzt wird’s bunt

Passend zum wiederkehrenden Trend zu Drumsets aus transparentem Acryl, kam der US-amerikanische Hersteller Remo im letzten Jahr auf den Trichter, als optischen Kontrast farbige Schlagzeugfelle auf den Markt zu bringen. Aber keine Angst, auch Trommler die kein Acryl-Set besitzen, können mit den Colortone Fellen für Abwechslung in der Optik ihres Schlagzeugs sorgen. 

Remo bedient sich dabei an etablierten Modellen, wie dem Powerstroke 3 Bassdrum-Fell oder dem Klassiker Emperor Clear für die Toms. Als reines Snare-Fell gibt es das relativ neue P77 Powerstroke Fell in klarer Ausführung. Beim Kauf hat man bei allen Modellen die Auswahl zwischen den Farben blau, gelb, orange, rot, grün und grau (Smoke). Bis auf die letzte Variante hatten wir ein Sammelsurium aller Farben zum Test versammelt. Die bunte Vielfalt hat natürlich ihren Preis, pro Fell muss man beim Einzelkauf im Schnitt mit drei bis acht Euro Aufpreis im Vergleich zur ungefärbten Standardvariante kalkulieren.

Details & Praxis

Remo Emperor Colortone - der Tomfell-Klassiker in bunt

Für Snares und Toms gibt es in der Colortone Linie Remos Klassiker, das Emperor Clear Fell. Dabei handelt es sich um zwei 7-mil (0,3556 Millimeter) starke Folien. Emperor Clear Felle sind mit ihrer Mischung aus sattem Attack, rundem Ton und nicht allzu langem Ausklang eine beliebte Schlagfell-Kombination. Die Größen 10“, 12“ und 16“ haben wir auf unser Testset gezogen.

Powerstroke 3 Colortone - für die Bass Drum

Nicht weniger klassisch ist das Powerstroke 3 Fell, hierbei handelt es sich um ein einlagiges, 10-mil starkes Bassdrum-Schlagfell, das auf der Innenseite entlang des Rands mit einem zusätzlichen 10-mil Dämpfungsring ausgestattet ist. Wir haben die Ausführung in 22 Zoll getestet. Alle Colortone Bassdrum-Felle sind auch als Resonanzfelle mit fünf Zoll großem Mikrofonloch erhältlich.

Powerstroke 77 Colortone - Snare-Fell

Zusätzlich zum Emperor gibt es das P77 Snare-Fell. Dabei kommen quasi alle vorher genannten Kombinationen zusammen: Die zweilagige Folienkonstruktion des Emperors und ein äußerer 7-mil Dämpfungsring am Rand der Unterseite, vom Prinzip her in der Machart des Powerstroke 3 Bassdrum-Fells. Für noch mehr Haltbarkeit ist die Oberseite des Fells außerdem mit einem mittig aufgeklebten, 5-mil starken Dot verstärkt. Wir haben ein 14“ Modell auf unsere Test-Snare gezogen.

Das Aufziehen der Felle gestaltet sich problemlos, alle Felle sind sehr gut und makellos verarbeitet. An die Farbenpracht, die mir auf einmal aus meinem Set entgegen lacht, muss ich mich allerdings erst kurz gewöhnen.

Die Bass Drum und die Toms erklingen satt und mit sehr gut kontrollierbarem Sustain, also im Prinzip so, wie man es von den ungefärbten Klassikern kennt, und machen direkt viel Spaß. Beim P77 Snare-Fell erschwert der äußere Dämpfungsring das Feinstimmen der Obertöne etwas. Insgesamt verändert das Fell den Klang der Snare recht stark, er geht mit dem P77 Colortone in eine etwas eindimensionale Richtung. Die hohe Masse des Schlagfells macht sich auch in der Bindung und Ansprache zwischen Schlagfell und Teppich bemerkbar, sie ist im Vergleich zu einem normalen, einlagigen Fell deutlich weniger crisp. Wer auf hoch gestimmte Klänge mit Fokus auf erhöhter Haltbarkeit und wenig „Nebengeräusche“ steht, zum Beispiel für Blastbeats, könnte hier fündig werden, ansonsten würde ich wahrscheinlich das normale Emperor Colortone als Snare-Fell vorziehen. Letzteres hatten wir allerdings nicht in der 14“ Größe zum Test.

Soundfiles

In den folgenden Hörbeispielen könnt ihr das Set einmal in tieferer, rockiger Stimmung hören, die Snare ist hier relativ hoch gestimmt. Beim vierten Soundfile habe ich die Toms und die Bass Drum etwas höher gestimmt, die Snare als Kontrast dazu etwas tiefer.

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