Practice_Pad
Test
4
30.04.2017

Remo 8“ Tunable & Silentstroke Practice Pads Test

Practice Pads

An lauten wie an leisen Tagen

Mit dem klassischen Remo Tunable Remo Practice Pad und dem, im Jahr 2016 neu hinzu gekommenen, Remo Silentstroke Practice Pad haben wir zwei Zubehörteile vom Weltmarktführer für Schlagzeugfelle im Test. Anders als die meisten bisher getesteten Pads mit Gummi-Oberfläche, kommen wir bei diesen Kandidaten dem Look einer echten Trommel deutlich näher, doch der Reihe nach.

Details & Praxis

Beide Remo Pads haben eine acht Zoll große Spielfläche, die beim Tunable Practice Pad aus einem speziellen Schlagfell und beim Silentstroke Pad aus einem Mesh-Head besteht. Bei der Außenumrandung inklusive der „Spannreifen“ setzt Remo auf grauen beziehungsweise schwarzen Kunststoff. Eine Besonderheit der beiden Pads ist, dass die Felle mittels eines beigelegten, speziellen Stimmschlüssels in der Spannung variiert werden können. Löst man die Stimmschrauben komplett heraus, kann man einen Blick ins Innere der Pads werfen. Hier befindet sich direkt unter dem jeweiligen Fell eine Mylar-Scheibe und darunter eine dicke Schaumstoffschicht. Die Unterseite hat eine Roto Tom-Optik, in deren Zentrum ein sechs Millimeter großes Gewinde eingelassen ist. Dieses lässt sich mit dem optional erhältlichen Remo Practice Pad Stativ (EUR 39,90) zusammenfügen. 6 mm-Gewinde sind allerdings etwas antiquiert, die meisten Hersteller sind mittlerweile dazu übergegangen, ihre Pads mit der modernen Standard-Beckenständer Gewindegröße von acht Millimetern auszustatten. Alternativ gibt es auf den Unterseiten auch einen Gummi-Ring, der das Pad für die Auflage auf einer Tischplatte in Position halten soll.

Die zwei Remo Pads im Spieltest

Was mir bei beiden Remo Pads gut gefällt, ist das geruchsneutrale Auftreten, denn mit Ausnahme des Vic Firth 12“ Pads, haben alle bisher getesteten Gummi-Pads einen mehr oder weniger starken Eigengeruch. Ebenfalls positiv finde ich, dass beide Pads auf einem Stativ ihre Position halten und sich nicht von alleine lockern, wenn man denn richtig fest anzieht. Da ich kein passendes Remo Practice Pad Stativ zum Test dazu bekommen habe, behelfe ich mir im Praxislauf mit einem alten Sonor Beckenständer aus den 70er Jahren mit 6 mm-Gewinde.

Das Justieren der Spannung geht mit den mitgelieferten Schlüsseln etwas mühselig von der Hand, wer hier zu wenig Geduld hat, kann auch auf einen handelsüblichen Schraubendreher zurück greifen. Die Spannung lässt sich von einem relativ weichen Rebound, ähnlich eines kleinen Toms, bis hin zum Widerstand einer etwa mittelhart gespannten Snare anpassen.

Wir können (fast) alles, außer leise

Okay, das ist etwas überspitzt formuliert, denn das Silentstroke Pad ist im Vergleich zum Tunable Practice Pad wirklich wesentlich leiser, allerdings nur bei sachter bis mittlerer Bearbeitung. Malträtiere ich es im Fortissimo, entwickelt auch dieses Pad ordentlich Körperschall. Schwierig finde ich auch den Unterschied zwischen unbetonten und sehr lauten Schlägen. Hier stimmt das Verhältnis, wie man es von einer normalen Trommel oder einem Pad mit Gummi-Schlagfläche kennt, einfach nicht.

Das Tunable Practice Pad ist so laut, dass ich es am liebsten nur mit einem Gehörschutz in den Ohren bearbeiten möchte, bei der Aufnahme der Soundfiles muss ich den Gain-Regler meines Audio-Interfaces zweimal ordentlich zurück drehen, um ein Übersteuern der Aufnahme zu verhindern. Das Pad ist also weder nachbarschaftsfreundlich, noch nervenschonend, für den Einsatz in der Musikschule taugt es demnach auch nicht. Beide Pads haben, jedes auf seine Art und Weise, ein etwas indirektes und schwammiges Spielgefühl unter dem Stock, was sich auch mit einer höheren Spannung nicht wirklich verbessern lässt. Zum Vergleich der Soundfiles habe ich euch ein altes 13“ HQ Pad mit Gummi-Schlagfläche der ersten Generation aufgenommen, dessen Spielfläche etwas weicher ist und sich durch insgesamt sehr geringen Körperschall auszeichnet.

1 / 2
.

Verwandte Artikel

User Kommentare