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Test
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27.01.2014

Rane Sixty Four Test Preview

32-Bit-Clubmixer für Serato DJ

Vor etwa dreieinhalb Jahren habe ich mich bei der Einleitung unseres Testberichtes zum Rane Sixty Eight gefragt, ob es wohl jemals „den perfekten Clubmixer“ geben würde, schließlich kommt es beim Mixer-Design für Laptop-DJs heutzutage mitunter auf mehr an, als lediglich ausreichend analoge In- und Outputs zu verbauen. MIDI-Controller direkt am Pult und ein integriertes Audio-Interface sind durchaus schlagkräftige Verkaufsargumente.

Und genau das bietet der Rane Sixty Four für Serato DJ. Mit 2.565 UVP ist er ganz sicher kein Schnäppchen und steht im Premium-Marktsegment in Konkurrenz zum Rane Sixty-Eight und dem Pioneer DJM-900SRT. Hier ist unser erster Eindruck:

Details

Der Mixer wird in einer schlichten, grauen Verpackung angeliefert, die ganze vier Timecode-Vinyls, vier Timecode-CDs, eine englischsprachige Bedienungsanleitung, ein englisches Serato Manual, zwei USB-Strippen und ein Kaltgerätekabel für das interne Netzteil hervorbringt. Das Innenleben residiert in einem solide gefertigten, sicher verschraubten Metallgehäuse und auch die Anschlussbuchsen am Front- und Backpanel sitzen mit Ausnahme der etwas wackeligen Miniklinkenbuchse vorne links ordentlich fest. Ein Blick auf die Rückseite des Pults zeigt Anschlussvorrichtungen für satte vier Turntables (oder CDJs), allerdings sind nur noch je ein Aux und S/PDIF-Input statt vier vorhanden. Das resultierende freie Routing des übriggebliebenen Hilfseingangs ist allerdings nicht zu unterschätzen. Zwei XLR-Kombobuchsen, eine davon zwischen Line- und Mic-Level schaltbar, die andere mit Phantomspeisung gesegnet, dienen vornehmlich dem Anschluss von Mikrofonen. Ausgangsseitig sind vorhanden: einmal XLR (Main), einmal 6,3-Milllimeter-Klinke (Booth), einmal Cinch (Session) und ein digitaler Output sowie zwei Send/Return-Standardklinkenbuchsen für den FlexFX-Loop. Maximal zwei Computer beteiligen sich am Gesamtgeschehen via USB, wobei die Zuweisung über die Input-Matrix auf der Bedienoberfläche erfolgt.

Für meinen ersten Testlauf „konnekte“ ich ein Netbook und ein MacBook und rufe, nachdem alles startklar ist, Serato DJ auf. Dem linken Apfel weise ich am Pult die Kanäle 1 und 3 zu, dem Asus hingegen Channel 2 und 4. Die Software reagiert auf Anhieb und schaltet die jeweiligen Player mit dem Vermerk, dass ihre Gegenüber bereits belegt sind, am zugehörigen Laptop frei. Somit gehören in meinem Szenario jedem Notebook zwei untereinanderliegende Decks sowie zwei benachbarte Fader und jeder „DJ“ kann auf seiner Seite bleiben. Alternative: Einer nimmt die Inneren und einer die äußeren Fader bei horizontal gegenüberliegenden Decks oder jeder bemächtigt sich dem, was er habhaft werden kann. Dieser „Multiplayer-Coop-Mode“ fehlt mir bei Traktor wirklich, denn auf diese Art und Weise können ja nicht nur DJ-Teams auf vier Software-Decks battlen, sondern auch ohne viel Aufhebens nahtlose Wechsel im Club vollziehen und keiner von ihnen muss ein kompatibles Interface im Gepäck haben und sich aufwendig verkabeln. Einmal am Schalter gedreht und weiter geht’s! Schwuppdiwupp, der Nächste bitte! Okay, wo wir schon mal bei der Input-Matrix sind: Natürlich lassen sich auch die von mir angeschlossenen externen Zuspieler mit „normalen“ CDs und Vinyls in der Mixsession nutzen, jedoch sind diese den Kanälen natürlich fest zugeordnet.

Auf der Oberfläche gibt es einige Neuerungen, vor allem was die MIDI-Controller und die Effektabteilung mit dem Joystick und den nun separaten Depth und Level Controls angeht. Von den sechs eingebauten Effekten Echo, Filter, Flanger, Phaser, Reverb und Robot haben die ersten drei Vertreter alternative, über die „Shift“-Taste zugängliche Betriebsarten wie zum Beispiel positives oder negatives Feedback beim Flanger und Hold beim Echo oder ob beim Hoch- bzw. Tiefpassfilter der obere oder untere Punkt des Sweeps zu der Geschwindigkeit des Tracks synchronisiert werden sollen. Die Beat-Tasten sind einem Joystick gewichen, der den Beat-Multiplier von 1/16 bis 64 Beats festlegt und auch gleich zur Navigation in den Effekt-Presets oder im Mixer-Konfigurationsmenü dient.

Die auf beiden Seiten identisch aufgebauten Steuer-Controller für Serato DJ starten mit den Deck-Selektoren für die Player 1/3 (links) und 2/4 (rechts), wobei die grüne Beleuchtung für die Zuweisung zum Notebook 1 und orange für Rechner 2 steht und die aktuell kontrollierten Kanäle am Pult im Kanalzug durch eine leuchtende LED visualisiert werden. „Tab“ dient zur Fokus-Selektion, der Scroll-Encoder browst und lädt die aktuelle Musikauswahl. „Loop“, „Roll“ und „Slip“ aktivieren die bekannten, gleichnamigen Modi, nachzulesen bei Bedarf in unserem Testbericht zu Serato DJ. Die Länge einer Schleife stelle ich mit dem Loop-Encoder ein, der diese auch im laufenden Betrieb halbiert oder verdoppelt. „Sync“ (re-) synchronisiert das entsprechende Deck. Die Deaktivierung dieser Funktion erfolgt via „Shift“. Das klappt soweit wie am Schnürchen. Darunter kommen Hotcue- und Sample-Tasten zum Vorschein, die wir uns für den vollständigen Test aufsparen wollen.

Im Testlauf konnte sich mein mittlerweile fast fünf Jahre altes MacBook Pro bei zwei Millisekunden Latenz wacker schlagen. Audioaussetzer waren selbst dann nicht zu vernehmen, wenn ich alle Register gezogen habe. Selbst auf dem Netbook ist die Auslastungsanzeige bei der Verwendung von zwei Softwareplayern nicht „rotgefährdet“. Bei einem Produkt dieser Preisklasse erwarten wir natürlich einen satten Sound und werden nicht enttäuscht, denn die Ausgabesignale vom Master über Booth bis hin zum Kopfhörer bekommen das Qualitätssiegel „Premium“, soviel vorweg. Soweit mein erster Eindruck vom Rane 64 – einen ausführlichen Testbericht gibt es in Kürze.

  • Features
  • Dual-Soundkarte für Serato DJ Software
  • 2 unabhängige USB 2.0 High Speed Ports
  • ASIO und Core Audio Treiber mit extrem niedriger Latenz für 3rd Party Software
  • Beide USB-Ports können allen vier Eingangskanälen zugewiesen werden
  • Hervorragender Klang durch 2x 22-Kanal
  • 32-bit/48 kHz digitale Signalverarbeitung
  • Einfacher und schneller DJ-Wechsel mittels Mixer Input Selector
  • 2 Multi-Layer Control-Boards: direkter Zugriff auf zahlreiche Features der Serato DJ Software wie Libraries, Sync, Slip, Jump-to-Loop oder Samples
  • Vollständig zuweisbare MIDI-Funktionalität aller Regler und Buttons erlaubt die Steuerung jeder Software, sodass ein Betrieb auch als MIDI-Controller möglich ist
  • FlexFx Effekt-Bus: 6 interne Effekte (Holdecho, Flanger, Phaser, Robot, Reverb, Filter)
  • Zugriff auf die Post-Fader iZotope Effekte der Serato DJ Software
  • Analoge Inserts zum Einschleifen externer Effektgeräte
  • Displayanzeige für Effekte und BPM
  • 4 x Multi-Eingangskanäle: 4 Stereo-Eingänge (Phono, CD, Aux), 1 S/PDIF-Eingang
  • 1 Stereo Aux-Eingang
  • 4 Stereo USB-Wiedergabeoptionen
  • 2 Mikrofoneingänge: mit Einschalter
  • Level-, Balance- und Tone-Regler sowie FlexFX-Schalter
  • 1 x mit 48V Phantomspeisung
  • 1 x umschaltbar zwischen Mic und Line
  • 3-Band-Equalizer
  • High-pass/Low-pass Filter sowie FlexFX-Schalter pro Kanal
  • Non-contact magnetic Crossfader mit einstellbarer Curve
  • Flexible USB-Aufnahmeoptionen
  • UVP: € 2.565,-

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