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Test
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04.10.2013

Randall RD1H Diavolo Test

E-Gitarren Vollröhrentopteil

Amp statt Pedal?

Der Randall RD1H im bonedo-Test - Der Markt für kleine Völlröhrenamps erfreut sich nach wie vor ungebrochener Beliebtheit und so schießen in regelmäßiger Folge wohnzimmertaugliche Gitarrenverstärker wie Pilze aus dem Boden. Besonders High-Gain-Fans kommen auf ihre Kosten, da man die Endstufen leistungsschwacher Röhrenverstärker schneller in die Sättigung fahren kann. Als Don Randall 1970 seinen Abschied vom Posten des Fender-Vizechef nahm und seine eigene Firma gründete, waren eher laute und große Verstärker an der Tagesordnung.

Heute möchte der amerikanische Hersteller natürlich auch vom Boom der Winzlinge profitieren und schickt mit dem Randall RD1H ein kleines Topteil ins Rennen. Der Mini-Rocker bietet gerade einmal ein Watt Endstufenleistung und ist entsprechend klein, leicht und preiswert. Aber wie steht es bei einem solchen Zwerg eigentlich mit der Praxistauglichkeit?  

Details

Konzept und Aufbau

Der Randall RD1H ist extrem spartanisch ausgestattet und das Frontpaneel bietet gerade einmal so viele Regler, wie sie ein durchschnittlicher Verzerrer zum Überleben braucht. Wo wir schon einmal beim Gegenüberstellen sind: Es gibt viele Verzerrer, die weitaus teurer sind als unser Randall RD1H, und gerade Anfänger werden sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit stellen, denn hier kann man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Bei unserem auf High-Gain-Sounds spezialisierten Gitarrenamp steht ganz klar die fette Verzerrung im Fokus, denn durch den kleinen Headroom respektive die schwache Endstufenleistung sind cleane Sounds nur sehr leise realisierbar.  Der geneigte Hank Marvin Fan wird also nicht auf seine Kosten kommen, da sich der Grundsound einfach zu rau präsentiert. Dafür kann der Amp mit einigen Features glänzen, die sich auf der Rückseite offenbaren und die bei einem Zerrpedal üblicherweise nicht unbedingt zur Ausstattung zählen. Dort bietet der Amp neben einem seriellen Einschleifweg eine frequenzkorrigierte Speaker-Emulation inklusive Dummy Load, die automatisch aktiviert wird, wenn kein Lautsprecher angeschlossen ist.

Das Frontpaneel

Neben dem Gitarreneingang sitzt das Gainpoti als zentrales Tongestaltungswerkzeug.  Hier geht es relativ flott ans Eingemachte, denn man kommt von leicht angezerrten Sounds schnell in wirklich böse Regionen. Je nach Pickupbestückung dringt man auch bedingt in Heavy- und Metal-Sphären vor, die man so einem Zwerg erst einmal nicht zutrauen würde. Die Klanggestaltung teilen sich der mittig gelegene Tone-Regler und der dreistufige „Tone Stack Shift“, kurz T.S.S. genannt, mit dem sich der Mittenbereich verändern lässt. Aber dazu später mehr. Für die Masterlautstärke ist der Volumeregler zuständig. Er fährt die Endstufe ab Halbgas allmählich in die Sättigung und den Amp gleichzeitig in die Kompression.  

Die Rückseite

Der serielle Einschleifweg des RD1H verfügt über die obligatorischen Send- und Returnbuchsen, er greift standesgemäß den kompletten Preampsound vor der Endstufe ab und schickt ihn durch ein angeschlossenes Effektgerät, bevor er per Returnbuchse wieder der Endstufe zugeführt wird. Somit wirkt sich die Qualität des eingeschleiften Effektgerätes massiv auf den Gesamtsound aus. Je besser es ist, desto unbeeinflusster bleibt der Grundsound des Amps.  Ein weiteres Feature ist die integrierte Speaker-Emulation, die ihr Signal über eine XLR-Buchse ausgibt. Hier liegt das frequenzkorrigierte Endstufensignal an, wodurch sich auch ohne eine mikrofonierte Gitarrenbox Aufnahmen realisieren lassen. Ein Groundlift-Taster hilft bei Masseproblemen mit dem Interface oder dem Mischpult, eventuelles Brummen lässt sich so schnell und effektiv ausschalten.  

Natürlich gibt es auch einen Lautsprecherausgang. Hier sollte man idealerweise eine Box mit wenigstens 8 Ohm verwenden. Ist die Buchse nicht belegt, schaltet sich automatisch die integrierte Dummy Load ein und man kann völlig verstärkerlos mithilfe der Speaker-Emulation ein Mischpult oder Interface mit dem Signal versorgen. Abschließend soll noch das fest am Gerät angebrachte Netzkabel erwähnt werden.

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