Gitarre Hersteller_PRS
Test
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02.03.2017

Praxis

Sound/Bespielbarkeit:

Die SE 277 SH neigt ein wenig zur Kopflastigkeit - kein Wunder, denn ein ausgehöhlter Korpus in Kombination mit einer längeren Mensur sind nicht unbedingt die Zutaten für ein perfekt ausbalanciertes Instrument. Sobald die rechte Hand aber auf dem Korpus liegt, sollte dies aber kein Problem mehr darstellen.

Trocken angespielt kommt ein lauter, leicht nasaler Sound zustande, den man von Semi- Hollow Gitarren kennt, wobei hier auffällt, dass alle sechs Saiten gleich laut tönen und dabei auch lange und gleichmäßig ausschwingen. Der Hals liegt satt in der Hand und lässt ein ermüdungsfreies Spiel zu, allerdings sollte man als Bariton-Neuling die verlängerte Mensur nicht unterschätzen und ein wenig Eingewöhnungszeit in Kauf nehmen. Die Werkseinstellung ist gut, für meinen Geschmack könnte die Saitenlage jedoch einen Hauch niedriger sein, aber das lässt sich problemlos nachjustieren.

Ich schließe die 277 an meinen Marshall JVM 410 an, der Amp treibt eine 2x12" Box mit Vintage 30 Speakern an, die wiederum von einem Shure SM57 abgenommen wird.

Los geht es im cleanen Kanal des Amps. Ich schalte pro Durchgang die Pickup-Positionen beginnend am Hals-Tonabnehmer durch.

Auffälligstes Merkmal ist sicherlich die leicht nasale Klangausbeute, die bedingt durch die gewählte Bauart entsteht. Alle drei Positionen bieten ein recht breites Klangspektrum an, wobei der Steg-Pickup ganz besonders mittig geraten ist und einen tollen Vintagesound abliefert. Allen gemein ist die sehr

Für das nächste Beispiel habe ich nichts an den Einstellungen am Amp verändert, ich spiele lediglich eine Pickingfigur und schalte auch hier alle drei Pickup-Positionen durch.

Der ureigene Sound, den eine Baritongitarre mit sich bringt, nennen wir ihn "Growl", kommt hier sehr gut zur Geltung. Gepaart mit den amtlichen Attacks liefern die drei Positionen tolle und ausgesprochen klar definierte Töne, die förmlich nach einem Delay rufen.

Ich schalte nun in den Crunch-Kanal des Amps und spiele mit medium Gain. Auch hier geht es wieder durch alle drei Tonabnehmerpositionen.

Ein recht eigenwilliger und somit für meinen persönlichen Geschmack sehr interessanter Sound entsteht in Verbindung mit dem Zerrkanal des Marshalls. Denn hier paart sich Vintage mit Moderne, sprich, mittig trifft auf tiefgestimmt und erzeugt so ein tolles Klangbild, das inspiriert. Dank der guten Attack-Wiedergabe matscht auch nichts und auch im Bassbereich bleibt es schön aufgeräumt.

Sobald mehr Gain ins Spiel kommt, erhöht sich natürlich das Nebengeräuschverhalten, was sich aber erstaunlicherweise in Grenzen hält. Die Hals- und Mittelposition des Dreiwegschalters erzeugen zwar einen tollen, drahtigen Sound, leider matschen die beiden aber auch im Bassbereich. Einzig der Steg-Pickup kann hier komplett überzeugen. Er liefert einen fetten, mittigen Ton, der zum Riffen einlädt und dank des aufgeräumten Bassfundaments auch für breite Rockriffs bestens geeignet ist.

Für das nächste und letzte Audiobeispiel habe ich die tiefe H-Saite einen Ganzton nach unten gestimmt und spiele eine Heavy Riff im High-Gain-Kanal des Amps. Auch hier schalte ich pro Durchgang beginnend am Hals-Pickup durch alle drei Positionen.

Wie nicht anders zu erwarten war, liefert der Steg-Pickup die überzeugendste Vorstellung, denn der "Growl" ist hier am eindeutigsten zu vernehmen und dank des aufgeräumten Bassbereichs kommen so authentische, fette Heavy-Riffs zustande.

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