Hersteller_Pioneer
Test
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01.12.2011

DETAILS

Raus aus dem winterlich kühlen Postwagen und rein in die audiotechnische Kampfarena. So lautet die Devise für meinen heutigen Testkandidaten Pioneer DJM-250, der sich in Begleitung eines externen Netzteils und eines Garantie-Faltblattes befindet. Unserem Sample lag leider kein Techsheet oder Handbuch bei. Der Ausflug zur Herstellerseite brachte ebenfalls (noch) keine Dokumentation für den Jungspund an den Tag.

Wie kann man den DJM-250 wohl am besten charakterisieren? Zwei-Kanal Isolator-Mixer mit bipolaren Filtern vielleicht? Ich denke, das trifft den Nagel schon ziemlich auf den Kopf. Der Aufbau entspricht weitgehend dem, was man gemeinhin einer potentiellen Referenz für DJ-Hardwaredesign entnehmen würde. Bedeutet im Fall Pioneer eine zentrale Mixersektion mit Vorhöre rechts unten, Mikrofongruppe rechts oben sowie Master-Level und Curve-Schaltern zur Linken.  

Die Beschriftung der Bedienelemente ist kontraststark und gut ablesbar. Der Aufbau ist stringent, der Mixer profitiert zudem von ausreichendem Raum der Controller zueinander. Was die Qualität der Bedienelemente angeht, weiß die grauschwarze Komposition zu gefallen. Sanfte gummierte Potis mit natürlichem Drehwiderstand thronen über butterweichen Fadern und extrem griffigen Filterknöpfen. Der Kandidat wiegt knapp drei Kilogramm und misst 24 x 30 x 10 Zentimeter. Die Verarbeitung ist rundweg solide. Sämtliche Buchsen zur transmedialen Außenwelt sitzen fest am hinteren Panel. Vier Gummifüße sorgen für Standhaftigkeit im Battle-Gefecht, und ein Kensington-Lock schützt vor ungewolltem Abhandenkommen – sollte der Bursche nicht ohnehin fest verschraubt werden. Die Aussparungen auf der Faceplate wären jedenfalls vorhanden.

Front- und Backpanel

An der Vorderseite finden wir den Kopfhörerweg. Ein Blick aufs Backpanel offenbart reichhaltige Anschlussmöglichkeiten für externe Zuspieler und einen geklonten Master-Ausgang als Cinch und XLR. Rechts außen ist der Mikrofonanschluss positioniert, welcher als 6,3-Millimeter-Klinke ausgelegt ist. Neben dem obligatorischen Eingangsdoppel (CD und Phono/Line), denen je eine Faderstart-Buchse und eine gemeinsame Erdungsschraube zum Anschluss der Turntable-Massekabel zur Seite stehen, sehe ich satte drei AUX-Eingänge. Zwei davon liegen im Stereo-Cinch-Format vor, einer ist als Mini-Klinke ausgeführt. Die angeschlossenen Gerätschaften, zum Beispiel ein iPad, ein Sample-Player oder ein Synthesizer, können alternativ zum Mikrofon über den Aux-Kanal 3 eingespeist werden, was uns auf die rechte Außenseite der Bedienoberfläche verschlägt.

Bedienoberfläche

Die Mic/Aux-Gruppe wird von einem fünfstufigen Drehschalter angeführt, der die Stellungen AUX 1-3, MIC und OFF kennt. OFF trennt das zugespielte Signal störfrei vom Master-Ausgang. Dadurch ist unter anderem sichergestellt, dass ein angeschlossenes Mikrofon nicht bei jeder Anmoderation mit dem Level-Regler neu eingepegelt werden muss. Das Signal wird rauscharm eingebracht und klingt natürlich. Der British-EQ greift auf Wunsch mit +/-12 dB in das Klanggeschehen ein. Etwas weiter südlich dirigieren Level und Mixing die Lautstärke sowie das Mischungsverhältnis zwischen Master und Vorhörsignal auf dem Kopfhörerweg. Die Cue-Buttons sind bei diesem Modell nicht wie meist üblich über den Kanal-Fadern positioniert, sondern sie befinden sich direkt über dem stufenlosen Cuemix-Poti. Bei einem Zweikanal-Mixer macht dies durchaus Sinn und verkürzt  zudem die Wege.

In der zentralen Mixer-Sektion springen zunächst die beiden Quellwahlschalter (CD und Phono/Line) ins Auge. Trim regelt die Aufholverstärkung mit maximal +9 dB nach. Dann folgt ein Dreiband-Equalizer mit Isolator-Funktion auf allen drei Frequenzbändern. Der Test zeigt: Es wird still im Studio, sobald sämtliche Regler bis zum Anschlag gegen den Uhrzeigersinn gedreht sind. So soll es sein. In der entgegengesetzten Richtung steht eine Anhebung von wiederum maximal neun Dezibel zur Verfügung.  

Sämtliche Flachbahnregler messen 45 Millimeter. Das Gleitverhalten der Fader ist butterzart. Nennenswertes seitliches Spiel kann ich beim vorliegenden Exemplar nicht feststellen. Der Crossfader, leider entbehrt er einer mechanischen Einstellvorrichtung für den Gleitwiderstand, kann hinsichtlich der Charakteristik der Fader-Kurve in zwei Blend-Ausrichtungen betrieben werden. Schalter-Stellung rechts ist steil und ermöglicht harte Cuts. Stufe zwei zeigt einen allmählich steigenden, respektive fallenden Kurvenverlauf. Ferner lässt sich der Crossfader auch deaktivieren (Through). Obendrein ist eine separate Faderstart-Funktion für jeden Kanal implementiert, die über ein Impulssignal kompatible CD-Player fernsteuert.

Ein Dreifach-Peakmeter zwischen den Equalizern visualisiert die Signalpegel der Eingangsquellen (Pre-Fader, Post-EQ) und des Master-Ausgangs in sieben Schritten. Die Anzeige der Hauptlautstärke ist abhängig von der Stellung des Master-Potis, was keine Selbstverständlichkeit darstellt, wie jüngste Testberichte aufzeigten. Eigentlich ist es selbstverständlich, denn so hat der DJ eine Ahnung, welche Reserven sein Mixer noch in der Hinterhand hält. Bei den LEDs entschied sich Pioneer für das bekannte Ampel-Farbschema. Von -18 bis 0 dB ist alles im grünen Bereich, dann folgen zwei gelbe Indikatoren für +2/+4 dB und eine rote Clipping-LED mit dem bezeichnenden Namen OVER.

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