Test
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29.06.2018

Praxis

Kommen wir nun zu den inneren Werten: Wie das Spitzenmodell der HDJ-X-Serie wird auch dem HDJ-S7 mit einem besonders weitläufigen und hochaufgelösten Frequenzgang von 5 Hz bis 40 kHz zugeschrieben. Dieses ungewöhnlich breite Frequenzspektrum soll eine tiefere Empfindungsebene ansprechen. Mit einem maximalen Kernschalldruck von 107 dB und einer Nennimpedanz von 48 Ohm sorgt der 40-Millimeter-Treiber für sehr hohe Lautstärken. Auch bei sehr lautem Abhören verzerrt der Klang nicht.

Pioneer DJ HDJ-S7 vs. Sennheiser HD-25

Ob sinnvoll oder sinnlos, DJ-Kopfhörer messen sich am legendären Sennheiser HD-25. Dieser ist nicht nur durch seine praktische Handhabung zum Klassiker im DJ-Business erwachsen, sondern auch durch sein lineares Klangwesen. Bereits seit über 25 Jahren auf dem Markt erhältlich, kam so gut wie jeder namhafte DJ mit der Ikone in Kontakt. Eine große Mehrheit plädiert daher für den Sennheiser HD-25. Andere Vergleiche, wie z.B. unser Testbericht zum Pioneer DJ HDJ-X10, haben jedoch aufgezeigt, dass neue Technologien und moderne Komponenten den HD-25 klanglich und in ihrer Funktionalität in den Schatten stellen. Fairerweise muss man aber anmerken, dass es sich bei den damaligen Vergleichskandidaten um deutlich teurere Modelle handelte. Preislich bewegen wir uns hier etwa auf Augenhöhe. Der Sennheiser HD-25 kostet ca. 140 Euro, der HDJ-S7 ca. 60 Euro mehr.

Klang

Wagen wir eine Gegenüberstellung: Der Fokus unseres Vergleichs konzentriert sich auf das Klangbild. Der für einen DJ-Kopfhörer wichtige Bassbereich ist beim HDJ-S7 satt und warm. Verglichen mit dem Urgestein sogar klarer und druckvoller. Die Mitten des Pioneer Kopfhörers sind detailreicher, jedoch beim HD-25 als wärmer einzustufen. Die hohen Frequenzen werden beim japanischen Vertreter nicht ganz so klar wie beim Sennheiser abgebildet. Der HDJ-S7 klingt jedoch breiter, dreidimensionaler und somit auch räumlicher. Hinsichtlich der Tiefenauflösung und Impulshaftigkeit macht die Abhöre zudem eine bessere Figur. Insgesamt ist der On-Ear-Kopfhörer von Pioneer DJ transparenter aufgeschlüsselt.

Ein weiterer Punkt, der mir bei ständigen A/B-Vergleich nebenläufig beiläufig auffiel, ist die Tatsache, dass der HD-25 straffer am Kopf sitzt. Nichtsdestotrotz hatte ich den Eindruck, dass beide Kopfhörer exzellent abschirmen. In der Mehrzahl der aufgeführten Punkte bleibt der HDJ-S7 dem HD-25 aber einen Schnitt voraus, deswegen fällt mein Urteil zu Gunsten des Pioneer Kopfhörer aus. Ich möchte jedoch betonen, dass die Unterschiede als eher geringfügig zu bewerten sind.

Abschirmung und Tragekomfort

Der HDJ-S7 ist nicht nur als dynamischer, geschlossener Kopfhörer konstruiert, sondern auch als On-Ear-Kopfhörer. Das bedeutet, dass die Hörmuschel direkt auf dem Ohr aufliegt. Bei Over-Ear-Headphones wird das Hörorgan dagegen von der Ohrmuschel komplett umschlossen. Ob Over- oder On-Ear ist meiner Meinung nach nicht kriegsentscheidend. Hier sollte man sich in einem Praxistest auf sein individuelles Empfinden verlassen. Tendenziell sind jedoch Over-Ear-Kopfhörer als bequemer einzustufen. Diese Bauart ermöglicht daher ein langes ermüdungsfreieres Abhören. On-Ear-Headphones erzeugen hingegen eher einen höheren Anpressdruck am Kopf. Umgebungsgeräusche werden durch diese Eigenschaft noch besser abgekapselt.

Wichtiger ist vielmehr die geschlossene Bauweise, die in erster Linie dafür verantwortlich ist, Außengeräusche zu dämpfen. In der Praxis verhält sich der HDJ-S7 vorbildlich. Umgebungsgeräusche werden exzellent abgeschirmt und das benötigte, aber dennoch angenehme Druckempfinden auf den Ohren ist gewährleistet. Mit einem Gewicht von 215 g (ohne Kabel) ist der HDJ-S7 verhältnismäßig leicht. Der Tragekomfort erweist sich dadurch als sehr ansprechend.  

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