Test
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27.06.2020

Praxis

Klappt man die Füße der Bassdrum für den Transport ein, braucht es wirklich erstaunlich wenig Platz im Kofferraum. Angenehm ist dabei der gepolsterte Halter der Snare als praktischer Tragegriff. Für den Transport bietet Pearl zudem eine optional erhältliche Tasche an, diese lag uns allerdings nicht zum Test vor. Im Proberaum angekommen, steht das Set in der Basis-Ausstattung im Handumdrehen bereit für die Aufnahmen.

Nach einigen Auf-und Abbauten zeigt sich am Snarehalter, besonders an den schwarz beschichteten Teilen, bereits deutlicher Abrieb, was meinen vorher genannten Eindruck zur Hardware bestätigt. Noch lästiger finde ich es allerdings im Testlauf, dass sich die Schraube zur Befestigung der Snare bei Rimshots wiederholt löst. 

Jetzt allerdings zum Punkt, der die meisten Leser interessieren wird, dem Sound. Das vorgedämpfte Fell der Bassdrum sorgt je nach Spannung für einen eher kurzen und attackreichen Kicksound oder höher gestimmt für etwas mehr Ton. Mit mehr Spannung setzt sich die Trommel naturgemäß akustisch besser durch. Wer etwas mehr Tragweite will, also nicht nur im Zimmer musiziert, kommt aber für einen etwas fetteren Sound nicht um ein Mikrofon zur Abnahme herum. Alle Trommeln lassen sich übrigens leicht und gleichmäßig stimmen, hier gibt es keine Beanstandungen von meiner Seite. Die Bassdrum wackelt leicht hin und her, hat aber dank Klettband auf der Unterseite meiner Fußmaschine keine Chance, auf dem Teppich auf Reisen zu gehen.

Die kleine Snare klingt besser, wenn sie mehr Spannung hat, der leicht trashige, rappelige Sound hat durchaus Charme. Mit höher gestimmtem Fell kann man ihr brasilianische Folklore-Sounds entlocken oder es wird Timbale-artig, wenn der Snareteppich vollständig abgespannt ist. Die generelle Ansprache ist aufgrund des einfachen Teppichs eher unsauber und wenig crisp. Rimclicks sind aufgrund des geringen Durchmessers von 10“ nicht möglich. 

Für die beiden Toms haben wir von Pearl Europe passende Percussion-Halterungen mitgeschickt bekommen. Man könnte sich aber auch einfach mit einem weiteren Snarestativ aushelfen, falls man zum Beispiel nur eines der Add-on Toms hinzunimmt und das Hardware-Konvolut weiterhin leicht und überschaubar halten möchte.

Die beiden Toms überraschen mich klanglich am meisten. Sie klingen lange und voll aus, nur in tiefen Stimmungen erzeugen die einschichtigen Felle etwas flatterige Obertöne, hier würde ich praxisnah ein paar Gelpads drauflegen. 

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