Hersteller_Pearl
Test
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04.07.2016

Praxis

Beim Aufbau fällt mir zunächst auf, dass viele Flatbase Stative auf kleinem Raum für Engpässe im Fußraum sorgen. Wenn neben der Bassdrum noch Tomständer, Hi-Hat und Beckenständer mit ausladenen Füßen bestückt sind, kann es schon mal eng werden. Aber dafür gibt es ja zum Glück die Bein-Einklapp-Funktion bei Becken- und Snareständer, die für Platzgewinn sorgt. Bevor man Becken und Trommeln montiert, heißt es also die Beinkonstruktion abstreifen und andersherum aufziehen, Schrauben wieder richtig anziehen, und schon steht da ein sehr schlanker, aber gewöhnlicher Snare- oder Beckenständer. Der Vintage Look ist natürlich jetzt passé.

Durch die dicken Gummis sind die Pearl Stative auch auf leicht unebenem Terrain gewappnet. Mit der Hi-Hat konnte ich sogar zwei Gigs ohne Teppich auf Terassendielen als Unterlage bestreiten, denn durch die leichte Höhenverstellung des Beinwinkels mit den unteren Schrauben macht sie eine für diese Konstruktion ungeahnt wackelfreie Performance möglich. Auf einem Teppich hält sie, durch die Klettbefestigung auf der Unterseite des Fersenteils, bombenfest. Die Hi-Hat Maschine sagt mir aber nicht nur wegen des handlichen Gewichts zu, durch die leichte Konstruktion kann ich auch einen positiven Effekt auf den Klang meiner Hi-Hat Becken feststellen, der nicht nur in esoterischen Gefilden zu verorten ist. Die Becken klingen satter im Chick-Sound und insgesamt luftiger. 

Der Snareständer funktioniert in seiner Hauptfunktion als Basis für eher leichte Snares, wie meine Rogers 60er Jahre Luxor, und bei Bedarf auch als Tomständer. Aufgrund seiner filigranen Bauart würde ich ihm keine Glockenbronze- oder Massivstahl-Snare zumuten. Das Gewinde vom Boom-Arm des Beckenstatives lief im Praxislauf etwas hakelig, er ließ sich auf der Bühne nur mit etwas Mühe dazu bewegen, wieder im Hauptrohr zu verschwinden.

Sicher ist sicher

Für alle, die wie ich die Schrauben an Stativen für gewöhnlich nur „handwarm“ anziehen: Bei der 150er Hi-Hat und dem Snareständer sollten unbedingt die kleinen Memory-Klemmen im Fußraum benutzt werden, denn wenn sich doch mal die unterste Schraube löst, was mir ein paar Mal nach dem Aufbau passierte, klappen die Beine (im Flatbase-Modus) nach oben, und das Stativ droht samt Instrument umzufallen. Somit sollte man stets einen Stimmschlüssel griffbereit haben.

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