Snare_Interm_PDP_BlackWax
Test
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09.09.2015

PDP Concept Maple Black Wax Snare Drums Test

Holz Snare Drums

Die dunkle Macht

Zwei PDP Concept Maple Black Wax Snaredrums in den Größen 13x7 und 14x6,5 Zoll haben sich zum bonedo Test eingefunden. Diese preisgünstigen Trommeln mit Kesseln aus reinem Ahornholz sind in insgesamt sechs verschiedenen Größen erhältlich und decken somit eine große Palette an Sounds ab. Neu ist das Black Wax Finish, eine mattschwarze Versiegelung, die die natürliche Holzmaserung des Ahornkessels effektiv zum Vorschein bringt. Die Verwandtschaft zu den berühmten Snaredrums des Mutterkonzerns DW zeigt sich an der innovativen MAG Snare-Abhebung. Ob auch die akustischen Qualitäten sich mit den großen Vorbildern messen können, wollen wir in diesem Test ergründen.

Mit der „Concept“-Serie, erhältlich mit Birken- oder Ahornkesseln, mischt PDP seit einigen Jahren die untere Mittelklasse der Drumsets ordentlich auf. „Das DW des kleinen Mannes“ – so werden die PDP Drums gerne bezeichnet – ist inzwischen erstaunlich erwachsen geworden und bedient sich an vielen Stellen aus dem Baukasten des großen amerikanischen Mutterkonzerns. Dennoch bleibt PDP glücklicherweise immer noch meilenweit von einer billigen Kopie entfernt, denn trotz Familienähnlichkeit wird hier ganz klar auf ein eigenständiges Konzept gesetzt, wobei wir wieder beim Gegenstand dieses Tests angekommen wären, den PDP Concept Maple Snare Drums im Black Wax Finish, die wir euch im Folgenden vorstellen.

Details

Gutes Holz, mäßige Verarbeitung

Von den sechs erhältlichen Größen der Black Wax Palette liegen uns mit den 13“x7“ und 14“x6,5“ Modellen zwei beliebte und repräsentative Größen zum Test vor. Beide Trommeln verfügen über einen acht Millimeter starken, zehnlagigen Kessel aus Ahorn, der mit einer spitzen, dicht am äußeren Rand befindlichen, stellenweise leicht rauen Gratung mit 45 Grad Winkel versehen ist. Der Bereich des etwa zwei Millimeter tiefen Snarebeds wurde lediglich geschliffen und anschließend nicht neu gegratet, so dass die Fellauflagefläche hier breiter ausfällt. Während das Snarebed bei der 13“x7“ Trommel exakt mittig platziert ist, stelle ich bei der 14er Snare eine leichte Asymmetrie fest, die sich aber erst bei der Montage eines übermäßig breiten Snare-Teppichs negativ bemerkbar machen dürfte. Auf der Außenseite sind die Kessel mit einer schwarzen, wächsernen Schicht versiegelt worden, die den Trommeln einen matten Look verleiht und die Holzmaserung durchscheinen lässt. Leider entdecke ich auf der Resonanzfellseite der 14“x6,5“ Snare eine Macke im Finish, die bis an die Gratung heranreicht. Da die Stelle bei montiertem Fell von außen unsichtbar ist, kann ein Transportschaden ausgeschlossen werden, so dass die Kritik sich hier an die Qualitätskontrolle im PDP Werk richtet.  

Einige Details erinnern an DW

Die runden Badges sehen den DW Plaketten verblüffend ähnlich und sind mit jeweils zwei Schrauben am Kessel befestigt. Ein separates Luftloch, angebracht auf der gegenüber liegenden Seite, ist nicht weniger aufwändig in einen verschraubten Chromring eingefasst. Aus der chinesischen Produktionsstätte des Herstellers Remo stammen die Felle, weiß aufgeraut und in Ambassador-Stärke auf der Oberseite und  transparent als Resonanzfell. Für eine gleichmäßige Stimmung sorgen kräftige, zweieinhalb Millimeter starke Spannreifen, und das (Fein-)Tuning übernehmen die von DW bekannten „True Pitch“ Stimmschrauben mit einem extra feinen Gewinde. 

Der „MAG“ische Strainer gefällt, aber die Teppiche können nicht überzeugen

Ebenfalls von DW stammt die Snare-Abhebung. Es handelt sich hier um das einseitig justierbare MAG Modell, dessen Klapphebel – wie der Name schon andeutet – mittels Magnetkraft in Position gehalten wird, was den mechanischen Verschleiß auf ein Mindestmaß reduziert. Zur Spannungsregulierung dient eine Rändelschraube, die durch einen heraus stehenden Vierkantkopf auch mit einem Stimmschlüssel bedient werden kann. Auf den Testtrommeln kommen Snare-Teppiche mit kupferfarbenen Endplatten und zwanzig Stahlspiralen zum Einsatz, die – bei beiden Testtrommeln leider nicht mittig – mittels Plastikstreifen in die Klemmen der Abhebung eingespannt sind. Keine große Sache, aber diese Nachlässigkeit ist ein weiterer Hinweis auf eine unzureichende Endkontrolle. Schlimmer ist allerdings, dass die Spiralen bei beiden Trommeln unsauber verlötet und beim 13er Modell zudem teilweise verzogen sind. Im Praxistest werden wir sehen, ob dieser Umstand sich als problematisch erweist. Während die sechseinhalb Zoll tiefe Snare mit zehn sauber verchromten und gummiunterlegten Doppelspannböckchen, genannt „Dual-Turret Lugs“, ausgestattet ist, entschied man sich bei der sieben Zoll tiefen Trommel für Einzelböckchen, 16 an der Zahl, was den beiden Testkandidaten ein fast identisches Gewicht beschert. 

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