Bass
Test
7
07.03.2019

Praxis

Die meisten 12er-Boxen am Markt sind mit einem regelbaren Hochtöner ausgestattet, damit der obere Bereich je nach Geschmack und Musikstil bequem angepasst werden kann. Orange verzichtet bei der OBC112 komplett auf einen Tweeter, weshalb die Box verständlicherweise für Fans von modernen Slapsounds oder transparenten Hifi-mäßigen Klängen eher nicht geignet ist. Die Orange OBC112 richtet sich stattdessen zweifellos an Tieftöner, die auf rund-punchige Basssounds stehen und gerne auch mal die Zerre aktivieren.

Bedingt durch das relativ kleine Gehäuse liefert die OBC112 ein kompaktes Fundament, die Mitten sind, wie bei den meisten 12er Boxen, schön präsent, und selbst die Höhen kommen auch ohne Tweeter nicht zu kurz. Ich war in der Tat überrascht, wie drahtig mein Jazz Bass über die Orange-Box klang und habe für Fingerstyle-Sounds wirklich keinen Hochtöner vermisst. Beeindruckend fand ich außerdem, wie souverän die kleine Box heftige Pegel und Dynamikspitzen wegsteckt.

In Kombination mit einem anderen Amp aus meinem Privatbesitz, der an 8 Ohm 350 Watt liefert, konnte ich ohne weiteres kleinere Gigs absolvieren, ohne die OBC112 dabei jemals aus der Spur zu bringen - mein Sound war stets stabil und sauber! Bei verzerrten Sounds zeigt die kleine Orange-Box ihre aggressivere Seite und klingt leicht rotzig, ohne den Charakter allzu stark zu verändern - die Overdrive-Sounds werden insgesamt homogen wiedergegeben und klingen nie unangenehm harsch.

Anhand der anschließenden Klangbeispiele, für die ich die OBC112 in Verbindung mit einem Orange Terror Bass 500 MKII aufgenommen habe, könnt ihr euch einen Eindruck vom Sound der kleinsten Bassbox im Sortiment von Orange machen. Bedenkt aber, dass bei der Aufnahme einer Box natürlich viele Variablen, wie der Raumklang, der Amp, die Art und die Platzierung des Mikros usw., ein Rolle spielen - selber auschecken ist deshalb auf jeden Fall Trumpf!

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