Gitarre Hersteller_Mooer
Test
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27.09.2018

Praxis

Wie testet man am besten eine Endstufe? Logischerweise mit diversen Amps, Preamps und in diesem Fall auch Pedalen. Genau das habe ich auch getan, zuvor die Tube Engine aber mit einer 2 x 12" Box mit Vintage 30 Speakern verbunden und ein SM57 vor der Box positioniert. Von da geht es weiter in einen alten Telefunken Mic Pre direkt in einen AVID HD i/o Wandler. Klangliche Bearbeitungen haben auf dem Weg hinein und auch in der DAW nicht stattgefunden.

Los geht es mit meinem Marshall JVM 410 Topteil, bei dem ich das Signal aus dem Preamp-Out direkt in die Tube Engine geführt habe. Als Gitarre verwende ich eine Music Man Reflex und spiele im ersten Beispiel den cleanen Kanal an.

Die Endstufe liefert einen knackig-luftigen Sound an die Speaker und mischt klanglich hörbar mit. Eine ordentliche Portion Kompression addiert sich hinzu und lässt es schon im cleanen Kanal des Marshalls krachen. Zum sonst eher verzerrungsfreien Sound des Amps addiert sich eine gehörige Prise Obertöne und Schmutz.

Es folgt ein Beispiel im Crunch-Kanal des Amps.

Ich muss sagen, dass mir die dynamische Ansprache sehr gut gefällt. Die Endstufe geht sehr direkt und auch feinfühlig mit dem Grundsound um und liefert einen authentischen, luftigen Marshall-Sound.

Jetzt ist der High-Gain-Kanal an der Reihe, dazu stimme ich die tiefe E-Saite der Gitarre herunter auf D.

Auch im High-Gain-Kanal macht die Endstufe eine gute Figur und liefert einen frischen, knackigen Sound. Für meinen Geschmack jedoch ein wenig zu frisch, daher kommt nun der Presence-Regler zum Einsatz.

Ich behalte die Einstellungen am Amp bei und drehe den Presence-Regler an der Tube Engine von der Minimal- über die Mittel- hin zur Maximalstellung.

Und siehe da, mithilfe des Presence-Potis lässt sich der Sound teils drastisch bearbeiten, was ich sehr positiv finde, denn je nach angeschlossener Signalquelle hilft dies bei der Optimierung des Klangs.

Es folgt ein Beispiel mit einer klassischen Gitarrenvorstufe. In diesem Fall ein Hafler T2 Preamp im Overdrive-Kanal.

Auch mit dem angeschlossenen Preamp gibt die Tube Engine eine wirklich gute Figur ab. Der Preamp klingt dick und trotz des hohen Gain-Settings durchsichtig. Attacks werden sehr prägnant wiedergegeben und verleihen dem Sound genügend Kontur.

Wie angekündigt, folgen jetzt ein paar Beispiele mit unterschiedlichen Drive-Pedalen, den Anfang macht eine KHDK Scuzz Box. Dabei handelt es sich um ein Fuzz-Pedal. Im zweiten Beispiel ist ein alter Ibanez TS9 Tube Screamer zu hören.

Die Tube Engine vermag unterschiedliche Klangästhetiken überzeugend wiederzugeben. Dabei gefallen mir, wie schon bei den Beispielen zuvor, die Direktheit und Prägnanz, die an die Speaker weitergereicht werden. In puncto Lautstärke liefert die 20-Watt-Endstufe je nach angeschlossener Box einen ordentlichen Pegel, der aber für meinen Geschmack für eine richtig laute Rockband nicht unbedingt ausreicht.

Auffällig ist, dass die Tube Engine im Betrieb ziemlich warm, oder besser gesagt, heiß wird.

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