Gitarre Hersteller_Mooer
Test
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19.02.2018

Praxis

Sound:

Ich habe den Mooer Micro Preamp 012 mit dem Effekt-Return meines Marshall JVM 410 verbunden und nehme eine mit 2 x 12" Vintage 30 Speakern bestückte Box mit einem SM57 ab. Natürlich habe ich die aufgenommenen Audiofiles nicht weiter im Klang bearbeitet.

Los geht es mit dem cleanen Kanal, wobei ich pro Durchgang den Gainregler von 9 über 12 und 15 Uhr abschließend in die Maximalstellung drehe. Alle anderen Potis zeigen in die Mittelstellung. Als Gitarre kommt dabei eine Telecaster zum Einsatz, bei der ich den Halstonabnehmer verwende.

Der Sound kommt warm und direkt aus den Speakern. Mit höheren Gainsettings addieren sich leichte Verzerrungen hinzu, die sich positiv bemerkbar machen. Alle Attacks werden klar dargestellt und so gibt das Pedal ein für meinen Geschmack rundes Klangbild ab.

Nun drehe ich alle Regler auf 12 Uhr und greife zur Strat, wobei ich die Position 2 des Fünfwegschalters verwende.

Hier wird der gewohnt glockige Sound der Strat klar wiedergegeben, was mir auf Anhieb gut gefällt. Auch zeigt sich deutlich die direkte und perkussive Wiedergabe.

So weit der cleane Kanal. Ich schalte jetzt in die Zerrabteilung, behalte alle Reglereinstellungen auf 12 Uhr und nutze nun eine Music Man Reflex.

Auch hier kann das Pedal gefallen. Ein satter, britisch angehauchter Rocksound kommt mir entgegen und selbst in der Mittelstellung des Gainreglers wird ordentlich verzerrt. Die Attacks bleiben dabei schön prägnant.

Natürlich interessiert mich auch im Overdrive-Kanal, wie der Gainregler agiert, und ich drehe ihn wie beim cleanen Kanal pro Durchgang von 9 über 12 und 15 Uhr in die Maximalstellung.

Mit höherem Gainsetting wird der Klang wie gewohnt verdichtet und bei höheren Reglerstellungen komprimiert er wie gewohnt. Ist der Gainregler ganz aufgedreht, entsteht ein fetter Heavy-Sound mit schönen Mitten, die für ordentlich Durchsetzungskraft sorgen. Aber auch ein leichter Crunch ist möglich, denn das Pedal liefert eine breite Palette unterschiedlicher Zerrstufen.

Ich bin gespannt, wie sich der EQ ins Geschehen einbringt und positioniere Treble auf 13 Uhr, Mid auf 9 Uhr und Bass auf 14 Uhr. Der Gainregler verweilt derweil in der Mitte.

Der EQ erweist sich als sehr effektiv und vermag den Klang zu formen, die britische Einfärbung bleibt dabei erhalten. Schon ein leichtes Anheben des Höhenbandes öffnet das Klangbild spür- und hörbar.

Für das nächste Beispiel behalte ich die Einstellungen am Pedal bei und schließe eine Les Paul an. Mich interessiert, ob der Unterschied von grundsätzlich verschiedenen Gitarren, was die Holz-Zusammenstellung betrifft, auch im Klang über das Pedal hörbar ist.

Ich muss zugeben, das ich keinen Unterschied feststellen kann. Beide Gitarren sind im Klang über das Pedal sehr dicht beieinander.

Wie sich das Pedal mit einer Baritongitarre verhält, lässt sich im nächsten Beispiel heraushören. Dabei habe ich den Gainregler auf 16 Uhr gedreht, Treble zeigt auf 14 Uhr, Middle auf 11 Uhr und Bass auf 15 Uhr.

Die tief gestimmte Gitarre scheint sich gut mit dem Pedal zu verstehen und so kommt ein brauchbarer, moderner Heavy-Sound zustande, der für meinen Geschmack aber zu dünn klingt. Die Attacks werden trotz des hohen Gains klar wiedergegeben, immerhin.

Bevor es in Richtung Fazit geht, spiele ich dasselbe mit der gleichen Einstellung noch einmal, diesmal verbinde ich das Pedal jedoch mit meinem Rechner und verwende dabei die Speaker-Simulation.
 

Der frequenzkorrigierte Sound kann durchaus überzeugen. Er zeigt sich ungemein direkt und besitzt dabei ein sehr hohes Durchsetzungsvermögen. Dabei liefert er einen modernen, aggressiven Metal-Sound, der im Grunde zwar vollkommen anders gestaltet ist, als über einen Verstärker samt Box, sich aber trotzdem durchaus brauchbar präsentiert. Ob das jedoch im Sinne des Erfinders ist, wage ich zu bezweifeln.

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