Software
Test
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13.08.2019

Praxis

Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe

Der kleine Craft 2.0 ist eine witzige Kiste, die viele Möglichkeiten und interessante Sounds für kleines Geld liefert. Da kann man nichts sagen, speziell FX, Dronen und kaputte Soundscapes liefert er überzeugend ab, auch komplexe Bässe und Leads kann er – allerdings klingt mir das Filter nicht fett genug und die Sounds manchmal etwas unsauber, digital. Das kann allerdings eine Ästhetik sein, die man sucht. Nach Plugin klingt es jedenfalls nicht.

Ein Mono-Synth macht Sinn, insbesondere wenn er analog ist – warum man eine digitale Kiste künstlich begrenzt, leuchtet mir jedoch nicht ganz ein. Vielleicht reicht die DSP-Power nicht aus? Der Skulpt macht für mich persönlich mit seinen drei Stimmen mehr also mehr Sinn, er klingt irgendwie auch fetter. Bitte beachtet bei meinen Audiobeispielen, dass ich recht hochwertig mit meinem UA x16 und meinen Electrodyne 501 Preamps aufgenommen habe.

Doppelmoppel-Shift-Party

Die Shift-Taste und ihre resultierenden Sekundär-Befehle haben mich hin und wieder auch gestört. Man muss Modal aber zugutehalten, dass man bei solch kompakten Kisten nun eben Abstriche machen muss. Immerhin gibt es eine Latch-Option. Soll heißen: Tippt man Shift kurz an, ist Shift aktiviert, bis abermals gedrückt wird. Hält man Shift jedoch, während man seine Eingabe macht, und lässt dann wieder los, ist der Shift-Befehl auch gleich wieder deaktiviert. Trotzdem: Die Standard- und Shift-Belegungen sind teilweise merkwürdig verteilt. Zwei Parameter, an den man klanggestalterisch schrauben möchte, liegen oft einen Shift-Befehl entfernt. Der „richtige“ Shift-Taster beim Skulpt gefällt mir deshalb deutlich besser als das Folien-Pendant des Craft. 

Das Layout ist mir etwas zu sperrig, auch wenn es aus Kreativdesign-Sicht Sinn ergibt, die Nacht-Club-feindliche Beschriftung missfällt mir ebenfalls. Wenn man sich eingearbeitet hat, geht‘s trotzdem, außerdem kann man ja das Plugin nutzen, was wiederum sehr übersichtlich gestaltet ist. Es lässt sich sogar beliebig größer ziehen – und auch das sollte man tun, weil die Fonts sonst etwas schlecht lesbar sind. Und nochmal zur Sicherheit: Audio gibt es via USB nicht, das Plugin ist nur zur Steuerung gedacht, auch wenn es sich als Instrument-Plugin in die DAW einnistet.

USB-Störgeräusche

Noch was: Verband ich den Craft 2.0 mit USB, hatte ich in einigen Konstellationen Störgeräusche am Audioausgang des Crafts bei der Benutzung mit meinem Mac Pro. Mit einem separaten USB-Netzteil bzw. mit Y-Kabel gab es keine Probleme. Wissen sollte man in dem Zusammenhang, dass das Controller-Plugin zwingend USB-MIDI benötigt. Der Skulpt hatte indes keinerlei Probleme mit dem USB-Strom und deshalb auch in keiner Konstellation bei mir Störgeräuschen von sich gegeben.

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