Test
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28.09.2018

Praxis

Trotz ihrer Größe sprechen die Hats schnell an

Hätte ich dieses Review vor zehn Jahren geschrieben, wäre nach den ersten Schlägen klar gewesen: Hier handelt es sich um waschechte Jazz-Becken. Heute gibt es diese klaren Kategorien nicht mehr, auch gestandene Heavy Hitter verwenden schonmal sehr dünne und rauschige Becken. So einer ist Benny Greb zwar nicht, zu den Leisetretern zählt er allerdings auch nicht. Und so verwundert es nicht, dass sich die großen Sand Hats zwar soft anfühlen und einen deutlich weniger starken Rebound bieten als die kleineren 14er, gleichzeitig aber durch das sehr dicke Bottom-Becken und die Wölbung des Tops jene Präsenzanteile entwickeln, die eben auch bei lauterer Spielweise für die nötige Durchsetzungskraft sorgen. Hinzu kommt eine erstaunlich schnelle Stockansprache und -definition, die ich den Becken rein haptisch nicht zugetraut hätte. Trotzdem spielt man diese großen Hats automatisch etwas anders als kleinere Modelle, denn sie klingen breiter und „schlürfiger“, auch eine Spur trashiger. Gleichzeitig sorgt der brüchigere und tonal tiefer angelegte Attack für eine sehr schöne und unaufdringliche Integration in den Rest des Sets und natürlich auch die Musik. 

Ein Nachteil vieler großer und dünner Hi-Hats ist der mattere Sound beim Treten der Becken. So ist es auch hier, die größere Luftverdrängung sorgt außerdem für ein etwas träges Gefühl im Fuß. Wer eine unmittelbare und klare Umsetzung der Fußbewegung braucht, sollte sich also vielleicht eher bei den kleinen Geschwistern der 16er Sand Hats umhören. 

SOUNDFILES

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