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13.11.2021

Meditation und Entspannungsmusik: die besten Librarys

Software mit dem Yoga-Effekt: Sample-Bibliotheken, Synthesizer und Sounds zum Entspannen

Synthesizer oder Samples für Techno, Pop oder Dance gibt es bis zum Abwinken. Für Produktionen meditativer Musik, wird es schon schwieriger, die passende Sound- und Software zu finden. Daher stellen wir einige hochwertige Produkte mit hohem Wellness-Faktor vor. 

Ein Merkmal der meditativen Musik (New Age, Spa, Wellness, etc.) sind sphärische Flächen sowie eine Mischung aus akustischen Instrumente wie Klavier, Gitarre, Flöten und verschiedenen sanften Klängen aus Synthesizern. Eine Rolle spielen auch tibetanische Musikinstrumente, die man dem Buddhismus zurechnet. Bekannt sind vor allem die Gongs und Klangschalen, die man auch als neuwertiges Hardware-Produkt erwerben und spielen kann. Rhythmische Impulse oder gar treibende Beats sind dagegen kaum erwünscht. Die Ausnahme sind subtile Percussions neben hypnotisierenden Arpeggiator-Mustern. Das Ganze erinnert zwar ein wenig an Chillout-Produktionen, ist aber ruhiger, esoterischer und definiert eine eigene Sparte. Hier zählt Natürlichkeit, Synthesizer mit Granular- oder Wavetable-Konzept schießen manchmal leicht über das Ziel hinaus. Man muss kein virtuoser Player oder smarter Producer sein, es kommt eben aufs Klanggespür und ein Gefühl für Melodien und Harmonien an. Für ein wenig Inspiration für neue Akkordfolgen oder Phrasen helfen die einschlägigen Midi-FX-Plugins.

Wir vertrauen der 3S-Regel (Samples, Synthesizer und Sounds). Mit einer Sample-Bibliothek hat man schnell ein paar exotische Instrumente und ambiente Soundscapes für den meditativen Track am Start. Wer sich gerade bei elektronischen Sounds mit Presets nicht zufrieden gibt, benötigt zusätzlich Software-Synthesizer, die sich gut bedienen oder bei Bedarf auch mit einer tollen kommerziellen Soundbank füttern lassen. Welche Produkte sollte man kennen und möglichst häufig verwenden? Wir haben eine Auswahl getroffen. Natürlich kommt es nicht allein aufs Instrument an, ein samtiger XXL-Nachhall per Reverb-Plugin ist ebenso entscheidend für die erfolgreiche Klangtherapie. Valhalla DSP Shimmer und Eventide Blackhole oder ein Lexicon Reverb klingen fast immer gut. Quasi Pflicht ist die Installation des kostenfreien FX-Plugins Valhalla DSP Supermassive.

Perfekte Basis von Eduardo Tarilonte: Best Service NADA

Eine Größe auf dem Gebiet ist der Spanier Eduardo Tarilonte. An ihm kommt man kaum vorbei, wenn es um meditative Musik geht. Seine Library Nada ist ein Rundum-Sorglos-Paket für einen perfekten Einstieg: Akustische Streich- und Blasinstrumente sowie verschiedene ethnische Klängen finden sich ebenso wie perkussive Sounds, Chöre, Stimmen, Pianos und eine Thereminvox.

Die magische Ruhe der Natur: Best Service Forest Kingdom

Die imposante Kollektion „Kingdom Forest“ von Eduardo Tarilonte ist schon zweimal erweitert worden. Anders als bei Nada, das finanziell etwas günstiger kommt, finden sich unter den über 700 Presets bei einem 17,3 GB schweren Sample Content viele Soundscapes und auch rhythmische Muster auf Midi-Basis. Hervorzuheben sind die ethnischen Föten, die sich ausdrucksstark spielen lassen.

Gesänge der Feen: Best Service Shevannai

Eine Vocal-Library mit himmlischen Solostimmen und traumhaften Interpretationen ist die Voice Library Shevannai. Die von Lara Ausensi eingesungene Stimmen lassen sich auf den Keyboard artikulativ spielen, außerdem liegen sie als Phrasen und Wörter vor und sind schließlich noch zu Soundscapes verarbeitet worden. Dies ist eine spezielle Ergänzung zu Nada und Forest Kingdom. Wegen einer hohen Wiedererkennung sollte man sie aber besser sparsam verwenden.

Omnipräsent in allen Sphären: Spectrasonics Omnisphere

Für Produzenten von New Age und Co ist Omnisphere ein Allround-Genie. Man braucht zunächst einmal nicht eine der vorzüglichen Bibliotheken von Drittanbietern zu installieren. Schon in der werkseitigen Ausstattung ist dank Granularsynthese, On-Board-Effekte, Arpeggiator oder einer Layer-Möglichkeit der etlichen tollen Patches viel für meditative Musik enthalten.

Animierte Synthesizer-Wellen: Korg Wavestation

Trotz Korg Wavestate bleibt die Emulation der originalen Korg Wavestation interessant, die  es auch als Bestandteil der Korg Collection gibt. Für sanfte Flächen und leicht pulsierenden Begleitmustern lässt sich dem Wave Sequencing viel abgewinnen. Man sollte am besten die interne Effektsektion deaktivieren und bessere FX-Plugins der DAW wählen. Fürs Audio-Demo ist Valhalla DSP Supermassive verwendet worden. Neben der Wavestation sind übrigens auch Korg M1 und Triton Extreme aus der Korg Collection zu empfehlen.

Subtiles Vectoring mit Retro-Anleihen: Rob Papen Vecto

Bislang eher unterschätzt, aber fast schon ein Insider-Tipp ist Vecto von Rob Papen. Genau, es handelt sich um einen klassischen Vector-Synthesizer mit vier Oszillatoren, die sich dynamisch mischen lassen. Unter den über 1.300 Presets tauchen einige Sounds für New Age, Meditation und andere entspannende Musik hervor. Dieser Klangerzeuger läuft ebenso auf der Reason RE Plattform.

Entspannter Allrounder aus Berlin: u-he Hive

 Der klangliche flexible u-he Hive liefert einen guten Fundus für sphärische Synthesizerklänge, auch wenn man damit nur einen Teil seines Potenzials ausschöpft. Vor allem mit Unterstützung der Wavetable-Synthese, die seit der Version 2 bei beiden Oszillatoren verfügbar ist, der Modulationsmatrix und des Arpeggiators entstehen Sounds mit dem Yoga-Faktor. Die sehr umfangreiche Library samt 3rd-Party-Sounds ist inspirierend und Presets lassen sich relativ einfach abwandeln.

Unsere Empfehlungen

Malen nach Farben: Tracktion/Dawsome Abyss

Ein innovatives Bedienkonzept und ambiente Sounds kennzeichnet Abyss von Tracktion. Auf der Benutzeroberfläche sind über 2.000 Klangfarben anwählbar, die sich musikalisch blenden und mit vier Effektblöcken in Klangwolken umhüllen lassen. Abyss bietet eine individuelle klangliche Tiefe und gerade auch mit seinem GUI eine erfrischende Abwechslung beim Sounddesign. Man sollte aber eher abstrakte Klänge mögen.

LA-Synthese: Roland D-50 Cloud

Für warme breite Flächen mit einer leicht nostalgischen Prise darf gern auch noch der Roland D-50 beschäftigt werden. Man benötigt aber nicht das Original, innerhalb der Roland Cloud steht eine gelungene Emulation bereit. Wie bei der Wavestation wird der kreative User die internen Effekte durch Plugins ersetzen und sich ans Soundprogramming wagen - es rentiert sich. Das Hörbeispiel zeigt einen hauchig-glasiges Pad, typisch für den D-50.

Ambiente Sounds aus Dänemark: Luftrum

Luftrum aus Dänemark gilt als eine der besten Adressen für ambiente Klänge. Speziell für meditative Musik ist die Library „Bioscape“ für NI Kontakt eine ergiebige Quelle. Ab Version 1.3 enthält sie 150 einzelne Samples von World-Instrumenten (Bansuri Flöte, tibetanische Schalen, verträumte Handpans, Rainsticks, etc.), die von Aroshanti produziert wurden.

Meditative Presets aus Ungarn: Hollo Sound

Joseph Hollo bietet vor allem mit „Delight“ für Spectrasonics Omnisphere 2 eine tolle Kollektion für meditative Musik. Unter den 145 Presets finden sich warme Pads und Voices, klassische Synthesizerklänge und Arpeggiator-Kreationen. Es gibt sogar einen kostenfreien Download mit 12 Patches dieser geschmackvoll produzierten Library.

Entspannende Patches aus Dublin: SoundsDivine

Simon Ball aus Irland hat mit „Binary World 1 & 2“ ein sehr nützliches Bundle für Spectrasonics Omnisphere 2 kreiert, das Producer meditativer Musik insbesondere mit schönen granularen Klanglandschaften versorgt. Ebenfalls klasse ist „Atmosphere“ für Xfer Records Serum.

Tulpen aus Holland: Triple Spiral Audio

Bei Triple Spiral Audio lauten die Tipps „Nordic“ und „Empty Fields“, beides für Spectrasonics Omnisphere 2, sowie „Chapter 1: Exile“ für Arturia Pigments 3. Im Shop von Jaap Visser finden sich zudem einige Sublabels, die ebenfalls Sounds zum Meditieren liefern.

Der Guru aus Portland: PluginGuru

Nicht zuletzt finden sich auch in Bibliotheken, die John Lehmkuhl kreiert hat, einige Sounds. Ein spannendes Konzept gibt es beispielsweise bei „MegaMagic Pads 2 Mosaic“ für Unify. Bei diesen 150 Patches geht es um ein Layering von mehreren Flächen, das zu einem „Master Pad“ führt. Per Macro Knob kann man dabei intuitiv zwischen verschiedenen einzelnen Layer wechseln. www.pluginguru.com

Fazit

Klangmeditation ist so einfach. Eigentlich lässt sich schon mit dem Standard-Synth/Sampler plus gutem Reverb-Plugin der DAW ans Ziel kommen. Mit den hier aufgeführten Instrumenten und Bibliotheken geht es aber noch viel einfacher und wertiger. Es lassen sich damit so einige bezaubernde Songs produzieren, die eine magische Kraft und Ruhe ausstrahlen. Also bitte, nicht genervt nach weiteren Plugins und Presets schauen, sondern besser gleich entspannt abtauchen und mit diesen Klängen meditieren.

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