Gitarre Hersteller_Laney
Test
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12.07.2013

Laney IRT15H und IRT112 Test

Vollröhren-Topteil und Box

Traumpaar?

Der Laney IRT15H und die IRT112 Box im bonedo-Test - Dass ein Traditionshersteller wie Laney vor dem aktuellen Trend der Mini-Röhrenamps nicht die Augen verschließt, ist keine Frage. Schließlich versorgt der britische Verstärkerbauer erfolgreich seit Jahren vor allem im Hard- und Heavysektor eine große Gitarristengemeinde mit Soundgeneratoren in allen Leistungs- und Gewichtsklassen.Dass es auch in klein geht, muss er deshalb nicht speziell unter Beweis stellen, aber wir sind trotzdem gespannt.

Aktuell: Gewinnspiel Laney IRT 15H + IRT112

Im bonedo-Teststudio hat sich neben dem IRT15H, einem Vollröhrentopteil mit 15 Watt, auch die dazugehörige Lautsprecherbox eingefunden, die mit einem 12er Speaker bestückt ist und immerhin 80 Watt standhalten soll.

Details

Schick isser ja, der Kleine! Und besonders groß ist er auch nicht, 154 x 424 x 235 mm (H x B x T) und ein Gewicht von 5,5 kg machen ihn zu einem handlichen Gefährten. Das Design ist schon speziell und wird sicherlich polarisieren, aber mir gefällt es sehr gut, zumal es mich irgendwie an Art Deco Industriedesign erinnert. Das Gehäuse besteht vollständig aus Metall und ist Mattschwarz lackiert. Um die hochstehenden Röhren und Trafos zu schützen, hat man dem IRT15 einfach eine Haube aufgesetzt, die überwiegend aus Metallgitter besteht und so uneingeschränkt Frischluft an die Glühkolben heranlässt. Sollten Letztere einmal ausgetauscht werden, muss man lediglich vier Schrauben entfernen, und schon hat man freie Bahn. Zwei Metall-Tragegriffe links und rechts neben der Haube dienen dem Transport und für den sicheren Stand sorgen vier Gummifüße.

Wenden wir uns nun dem Bedienfeld zu. Da es sich um einen Single Channel Amp handelt, ist die Anzahl der Regler und Schalter recht überschaubar. Alle Potis besitzen flache, griffige Kunststoffknöpfe mit dicken weißen Markierungen, die das Ablesen der Stellung auch bei schwierigen Lichtverhältnissen erleichtern. Sie arbeiten leichtgängig und ermöglichen feinfühliges Einstellen. Ganz links startet die Reihe der Bedienelemente mit dem Reverb Poti, das für den digitalen Hall zuständig ist. Weiter geht es mit einem Tone-Poti. Seine Wirkungsweise ist vergleichbar mit dem Klangregler an der Gitarre, nur dass mit ihm das Klangverhalten der Endstufe beeinflusst wird. Direkt daneben findet sich ein ominös anmutendes Dynamics-Poti. Ein Blick in das virtuelle Handbuch verrät, dass es das Low End beeinflussen soll. Wird das Poti nach rechts gedreht, wird der Bassbereich “schwammiger“. Ein Dreh in die andere Richtung macht den Bass knackiger. Laut Laney ist seine Wirkung direkt abhängig von der angeschlossenen Box und der Stellung des Volume-Reglers. Was genau das Drehen an diesem Regler bewirken kann, dazu später mehr. Die folgende rote LED zeigt an, dass der Amp im Betrieb ist.

Weiter geht es mit dem Volumenregler, dicht gefolgt von der Dreiband-Klangregelung, bestehend aus Treble, Middle und Bass. Drive regelt, na klar, den Zerrgrad, und mit einem Kippschalter lässt sich das Pre Boost Poti aktivieren. Dieses verhält sich im Grunde wie ein vorgeschaltetes Boost-Pedal, das für mehr Verzerrung den Vorstufenröhren gehörig in den Allerwertesten treten soll. Ist der Modus aktiviert, leuchtet auch hier eine rote LED. Die beiden Eingangsbuchsen entpuppen sich bei näherem Hinsehen als Alternativen, ob der Amp mit bis zu einem Watt oder mit voller Leistung, also mit 15 Watt betrieben werden soll. Klar, dass man bei einem Watt oder weniger zum einen die Nachbarn schont, aber auch die Gelegenheit hat, ohne Gehörschäden die Endstufenröhren ordentlich zum Röcheln zu bringen. Und das hat der geneigte Gitarrist bekanntermaßen sehr gern, wenn es um Verzerrtes geht.

So weit, so fein, jetzt aber zur Rückseite. Auch hier gibt es einiges zu sehen. Es lassen sich 8 oder 16 Ohm Boxen anschließen, zwei Ausgänge stehen bereit. Über den Footswitch OUT lassen sich per Pedal Boost (Tip) und Reverb (Ring) an- oder abschalten. Eine FX Loop besitzt das IRT15 ebenfalls, standardmäßig mit Send- und Returnbuchse. Ein Dreiwegschalter lässt die Wahl zwischen Bypass, 0dB und -10dB. Laney hat an den übenden Musiker gedacht und eine Miniklinken-Buchse verbaut, an die sich ein MP3- oder anderer Audioplayer anschließen lässt. Die danebenliegende Kopfhörerbuchse im 1/4“ Stereoklinkenformat transportiert daselbe Signal wie das DI-Signal mit Lautsprechersimulation direkt daneben, mit dem es direkt ins Pult oder in den Wandler geht.

Da hat sich Laney tatsächlich einiges einfallen lassen und die Spannung wächst, wie das Ganze klingen wird. Vorher aber wollen wir noch einen Blick auf die passende Box mit dem klangvollen Namen IRT112 werfen, die sich zwar hier zusammen mit dem IRT15H zum Test eingefunden hat, aber gesondert erworben werden muss. Sie macht einen sehr robusten Eindruck und passt mit ihrem schwarzen Tolexbezug optisch auf jeden Fall perfekt zum Topteil. Bemerkenswert auch die Position der Tragegriffe, die sich an den beiden oberen Kanten befinden und dort den Transport erheblich erleichtern. Die Abmessungen sind dem Topteil angepasst und mit (H x B x T) 496 x 650 x 430 mm und einem Gewicht von 13 Kilo recht handlich ausgefallen. Bestückt ist das Cabinet mit einem 12“ Custom HH-designed Speaker, der sich auch in den größeren Boxen der Baureihe wiederfindet. An der Rückseite warten mit Input und Link zwei Klinkenbuchsen. Input wird mit dem Boxenausgang des Topteils verbunden, über Link kann eine weitere Box angeschlossen werden. Auch komplett nimmt das Rig in den heimischen vier Wänden erfreulich wenig Platz in Anspruch, und mal ehrlich: Auch dort machen die Teile durchaus einiges daher.

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