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01.11.2021

Kraftwerk und Foo Fighters bei Rock 'n' Roll Hall of Fame-Zeremonie gewürdigt

Die deutsche Band wurde in der Kategorie "Frühe Einflüsse" geehrt

Die Elektro-Pioniere Kraftwerk wurden in die Rock 'n' Roll Hall of Fame aufgenommen. Die Düsseldorfer mit dem einst so futuristischen Sound sind damit die erste deutsche Band, die dem "elitären Club" beigetreten sind. Aber auch sonst gab es einige Überraschungsgäste und Highlights bei der mehrstündigen Show. 

Am 30. Oktober war es soweit. Die Zeremonie zur diesjährigen Hall of Fame fand in Cleveland, Ohio, statt. Zahlreiche Stars aus Musik und Kultur gingen abwechselnd auf die Bühne und spielten ihre Hits oder verkündeten neue Mitglieder für die Hall of Fame. Manchmal kam es zu den üblichen Reden und Würdigungen, manchmal überraschten bekannte Gesichter die Zuschauer. Das Publikum staunte nicht schlecht, als auf einmal der Komiker Dave Chapelle und Barack Obama den Rapper Jay-Z einführten. Und als dann auch noch Eminem auf die Bühne kam, waren die Gäste schnell in Feierlaune.

Kraftwerk: Wenig Körpersprache, aber viele Emotionen

Aus Sicht der elektronischen Musik gab es aber ein ganz anderes Highlight. Die vier Düsseldorfer Karl Bartos, Wolfgang Flür, Ralph Hütter und Florian Schneider wurden Mitglieder der Rock 'n' Roll Hall of Fame. Dabei wurden sie in der Kategorie "Frühe Einflüsse" aufgenommen. In dieser werden Musiker welche großen Einfluss auf die Entwicklung des Rock 'n' Rolls hatten und als Inspiration von führenden Rockmusikern gesehen werden, nominiert. 

Kraftwerk trägt dabei die Aura des "anders sein" mit sich. Die Band war damals ihrer Zeit voraus (einige prägende Momente von Kraftwerk finden sich in dem Artikel). Mit minimalistischen Klängen aus Moog Synthesizern und Mehrspurenaufnahmen erzeugten sie Beats, die aus einer Zeitreise entwichen sein könnten.

Die Computermusik gilt bis heute prägend für die Entwicklung der elektronischen Musik und diente auch als Inspirationsquelle für Rocker, Hip Hopper und Pop-Bands. Das Statement zur Aufnahme fasst die Bedeutung der Band, die von "Das Erste" als "vielleicht einflussreichste Band der Musikgeschichte" bezeichnet wurde, gut zusammen:

"Kraftwerk sind das Fundament, auf dem alle synthesizerbasierte Rock- und elektronische Tanzmusik aufbaut. Der Einfluss der Band ist im Synthie-Pop von Depeche Mode, in der Integration von elektronischem Rock von U2, in den Produktionstechniken von Kanye West und in unzähligen EDM- und Dubstep-Künstlern zu hören."

2022 findet jetzt auch endlich die Tournee statt, die schon 2020 zum 50. Geburtstag hätte stattfinden sollen. Insgesamt wird es 34 Konzerte geben, wovon ein Großteil in Nordamerika abgehalten wird. Aber auch in Genf und Bonn wird es die Hall of Famer zu bestaunen geben. HIER sind alle Termine aufgelistet.

Die Aufnahme elektronischer Artists war bisher kaum möglich. Für eine Teilnahmeberechtigung müssen Künstler 25 Jahe vor der Einführung ihre erste Platte veröffentlicht haben.  

McCartney steht mit Foo Fighters auf Bühne

Einen verdienten Platz in der HOF haben auch die Foo Fighters bekommen. Von niemand anderem als Paul McCartney wurde die Rockband eingeführt: "Rock'n'Roll ist eine magische Sache, die so viele Elemente enthält. Es ist wie bei all den Leuten, die wir heute Abend gehört haben. Ich meine, es ist einfach unfassbar. Ich fühle mich sehr privilegiert, hier zu sein." Für Dave Grohl war es damit schon die zweite Mitgliedschaft nach 2014 mit Nirvana. 

Gemeinsam performten die Foo Fighters dann mit Paul den Beatles-Song 'Get Back'. Sicher kein Zufall, denn die langersehnte Doku-Serie 'The Beatles: Get Back' wird Ende November veröffentlicht. 

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