Gitarre Hersteller_KHDK
Test
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19.06.2018

KHDK Ghoul Jr Test

Overdrive-Pedal für E-Gitarre

Flexibler Zerrzwerg

Mit dem KHDK Ghoul Jr haben Kirk Hammett und sein Partner David Karon ein Overdrive-Pedal im Miniformat im Programm, bei dem es sich um den kleinen Bruder des von uns bereits getesteten Ghoul Screamer handelt, der einen durchaus positiven Eindruck hinterlassen hat.

Mit seinem verkleinerten Gehäuse liegt das Pedal durchaus im Mini- und Mikro-Pedal-Trend, trotzdem soll es eine breite Palette an unterschiedlichen mächtigen Zerrsounds liefern, laut Produktbeschreibung vom fuzzartigen Vintage Treble-Boost bis zur sahnigen, singenden Zerre. Grund genug für uns, den kleinen Overdrive eimal näher anzuschauen.

Details

Optik/Verarbeitung:

Die beiden Köpfe des Unternehmens sind keine geringeren als Metallica Leadgitarrist Kirk Hammett und sein Kompagnon David Karon, deren Initialen auch den Firmennamen bilden. Dave Karon war bei seinem früheren Arbeitgeber U.S.Music als Director of Artist Relations tätig und lernte so auch Kirk Hammett kennen.

Der Ghoul Jr Overdrive wird in Handarbeit in den USA, genauer gesagt, in Paducah, Kentucky, in einem kleinen Familienbetrieb gefertigt, was sich in der tadellosen Qualität und damit natürlich auch im Preis niederschlägt - als Schnäppchen kann man den kleinen Zerrer nicht unbedingt bezeichnen.

Im Lieferkarton befinden sich neben dem in einem schwarzen Samtbeutelchen verwahrten Pedal noch vier Gummifüßchen und eine Bedienungsanleitung. Mit einem Gewicht von 154 Gramm und den kompakten Abmessungen von 93 x 54 x 52 mm (L x B x H) macht das aus Metall gefertigte Pedal einen sehr robusten, gleichzeitig aber auch wertigen Eindruck. Bekanntermaßen ist Kirk Hammett ein Fan von Horrorfilmen und Fabelwesen, daher stammt vermutlich auch der Name des Pedals von ihm. Bei einem Ghoul handelt es sich um ein leichenfressendes Fabelwesen aus der arabischen Mythologie - nun ja ...

Das violett eingefärbte und dem Namen entsprechend mit einem skizzierten Dämon verzierte Pedal besitzt links und rechts an den Seiten die Ein- und Ausgangsbuchsen, die versetzt angebracht und mit dem Gehäuse verschraubt sind. Vier Schrauben verschließen die Unterseite, wobei diese aber nur im Servicefall entfernt werden müssen, da das Pedal keinen Batteriebetrieb ermöglicht. Der Anschluss des benötigten 9-Volt-Gleichstromnetzteils befindet sich an der Stirnseite, allerdings gehört keines zum Lieferumfang. Ein Standard Boss-Netzteil ist aber vollkommen ausreichend, oder besser noch, eine zentrale Spannungsversorgung auf dem Pedalboard.

Trotz seiner kompakten Abmessungen bietet das Pedal eine ganze Reihe Einstellmöglichkeiten auf der Oberseite, auf die ich jetzt näher eingehen möchte.

Los geht es mit dem Fußschalter, der das Pedal aktiviert und zwei grüne LEDs links und rechts daneben zum Leuchten bringt. Im inaktiven Zustand reicht ein True-Bypass das einkommende Signal direkt an den Ausgang weiter. Wie es sich für einen Overdrive gehört, finden sich auch beim Ghoul Jr drei Regler, die mit Drive, Tone und Volume beschriftet sind. Drive regelt bekanntermaßen den Zerrgrad, beim Tone-Poti handelt es sich um eine aktive Höhenregelung, die in der 12-Uhr-Stellung neutral arbeitet, nach rechts gedreht das Höhenbild anhebt und nach links entsprechend absenkt. Und mit Volume wird natürlich die Lautstärke geregelt. Alle drei Potis besitzen griffige Kunststoffknöpfe mit einem weißen Skalenstrich und erlauben ein exaktes, feinfühliges Einstellen der gewünschten Position.

Links und rechts neben dem Tone-Regler sind zudem zwei Kippschalter verbaut, die ein weiteres Eingreifen in den Sound ermöglichen. Der Voice-Schalter erlaubt ein gezieltes Verändern des Bassbereichs. Nach oben geschaltet wird dieser angehoben, nach unten werden die tiefen Frequenzen ausgedünnt und dafür die Mitten herausgearbeitet, was gerade bei tieferen Stimmungen und High-Gain-Sounds ein echter Vorteil ist. In der Mittelposition ist das "Basic"-Setting zu hören.

Der Style-Schalter besitzt ebenfalls drei Positionen, wobei in der oberen das Basic-Setting zu hören ist, das laut Bedienungsanleitung einen komprimierten, klassischen Sound liefern soll. In der Mittelstellung erzeugt das Pedal einen dynamischen, durchsetzungsfähigen Ton und ganz nach unten geschaltet einen modernen, aggressiven Sound mit einer zusätzlichen Portion Gain, also quasi ein All-Inclusive-Paket.

Wie sich das im Klang auswirkt, werde ich im Praxisteil näher beleuchten.

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