Bass
Test
7
28.11.2017

Praxis

Nach meiner Testzeit mit dem KHDK Abyss bin ich vor allem von seiner immenser klanglichen Flexibilität beeindruckt! Die Bandbreite reicht von dezent angecrunchten röhrenartigen Sounds bis hin zu brutalsten Overdrive-Orgien für abgedrehte Solo-Performances. Weil direkt aufgenommene Overdrives in der Regel immer dünn und harsch klingen, habe ich für die Aufnahme der nachfolgenden Audiobeispiele hinter das Abyss eine Lautsprecher-Simulation geschaltet. Wir beginnen im Lo-Gain Betrieb des Pedals mit einem leicht angezerrten Fingerstyle-Sound, bei dem alle Regler des Pedals ungefähr in Mittelstellung stehen:

Klar, mit einem echten Röhren-Amp kann das Pedal nicht mithalten, die Verzerrung im Lo-Gain Bereich klingt aber durchaus natürlich und organisch - beschert sie doch dem Sound ein komplexeres Obertonspektrum und sorgt für angenehme Wärme. Das Abyss reagiert zudem sehr sensibel auf die Spieldynamik, sodass die Verzerrung sehr lebendig wirkt. Auch vintagemäßigere mildere Sounds sind realisierbar, hierfür reicht eine deutliche Höhenabsenkung mit dem Treble-Regler des Pedals.

Im nächsten Clip schalten wir einen Gang höher. Das Abyss befindet sich noch immer im Lo-Gain- Modus, die Verzerrung ist aber deutlich stärker, weil der Gain-Regler jetzt auf 4 Uhr steht. Zusätzlich wurde der Overdrive-Sound mit dem Dirty-Regler etwas mehr in den Vordergrund geregelt. Hier kann man schon hören, dass es mit dem Abyss bei höheren Gain-Pegeln eher in die aggressive Richtung geht. Damit der Sound dabei nicht zu harsch wird, habe ich für die Cab-Simulation eine milde Höhenwiedergabe gewählt - ähnlich wie bei einer Box ohne Hochtöner. Mit den beiden Reglern "Clean" und "Dirty" lässt sich sehr feinfühlig steuern, wie viel der Basssound von seinem ursprünglichen Charakter und seiner Tragfähigkeit behalten soll:

Sein wahres Gesicht zeigt das Overdrive-Pedal aus Kentucky im Hi-Gain-Modus - mit diesen Sounds kann man wahrscheinlich Tote zum Leben erwecken! Für das Riff habe ich ein Plektrum verwendet, damit der aggressive Charakter des Abyss voll zur Geltung kommt. Der Gain-Regler, der Dirty- und der Treble-Regler standen bei der Aufnahme auf 2 Uhr, und mit dem Clean-Regler habe außerdem eine ordentliche Portion vom unbearbeiteten Signal beigemischt, damit der Sound nicht komplett ins Overdrive-Nirvana abdriftet.

Bei den Hi-Gain-Sounds ist es meiner Erfahrung nach noch wichtiger, dass man Boxen ohne Hochtöner oder zumindest mit regelbaren Hochtönern verwendet, damit das Abyss nicht zu harsch und aufdringlich wird. Andererseits gibt es aber natürlich auch Basser, die gerade auf den brutal- aggressiven Charakter des Abyss stehen - ist eben alles Geschmacksache!

Für das abschließende Beispiel habe ich sowohl den Gain- als auch den Dirty-Regler noch weiter aufgedreht, die Höhen aber gleichzeitig deutlich heruntergeregelt, damit das Trommelfell intakt bleibt. Das Resultat ist ein "Bass Sound of Death" - nichts für schwache Nerven!

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