Bass
Test
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28.01.2016

Kala Solidbody SUB U-Bass Test

Viersaitige Bassukulele

Viel Spielspaß für kleines Geld

Heute wollen wir einen weiteren Blick auf eine Bassukulele aus dem Hause Kala werfen. Die preisgünstigen Kala Solidbody SUB U-Bässe besitzen einen soliden Korpus aus Pappelholz, werden in China gefertigt und sind ausschließlich als Viersaiter in den Farben Schwarz, Rot, Cherryburst und Sunburst erhältlich.

Erstaunlich viele Boutique-Bassschmieden haben ihr Portfolio in den letzten Jahren ja mit günstigeren, zumeist in Fernost produzierten Ausführungen ihrer Instrumente erweitert. Hierdurch sollen Kunden gewonnen werden, die sich kein aufwendig handgefertigtes Instrument leisten können oder wollen. Gerade für Hersteller von etwas spezielleren Instrumenten kann ein solcher Schritt durchaus lohnend sein: Im Falle einer Bassukulele etwa würden sicher viele Bassisten gerne ein Exemplar als zusätzliche Klangfarbe in der Band oder für das Reisegepäck ihr Eigen nennen, sind aber nicht bereit, dafür gleich einen "Premium-Preis" auf den Tisch zu zahlen. Der US-amerikanische Hersteller Kala hat diesen Trend erkannt! Meine Test-Ukulele ist "schwarz wie die Nacht" und ich bin gespannt, wie sich das Modell aus dem "Reich der Mitte" gegen den amerikanischen California U-Bass behaupten kann, dem wir in einem früheren Bonedo-Test bereits auf den Zahn gefühlt haben.

Details

Die günstige SUB-Bassukulele kostet tatsächlich nur etwa die Hälfte des Pendants aus amerikanischer Fertigung, unterscheidet sich aber auch in einigen Details vom letztgenannten. Diese Unterschiede sind jedoch hauptsächlich in der Materialauswahl zu finden; die Grundkonstruktion ist bei beiden Instrumenten nahezu identisch. Der kleine SUB-Bass kommt mit einem modernen Korpus in einer leichten Offset-Form und großzügig ausgeschnittenen Cutaways. Als Material für den Korpus hat man Poplar (Pappel) gewählt. Pappelholz ist sehr günstig und produziert einen warmen, mittigen Ton ähnlich der Linde, welches ebenfalls gerne für Low-Budget-Bässe verwendet wird.

Der Korpus wurde mit einem dicken Hochglanzlack überzogen, der auch bei der Halsrückseite und der Kopfplatte zum Einsatz kam. Der aufgeschraubte Hals besteht aus einem Streifen Ahorn und wurde mit einem Griffbrett aus Palisander versehen. Darin wiederum sitzen 22 schmale Bünde aus Nickel. Das Griffbrett ist etwas länger und könnte eigentlich (genau wie das des California U-Basses) 24 Bünde aufnehmen. Warum Kala beim SUB nur 22 einsetzt, vermag ich nicht zu sagen. Doch das spielt auch keine große Rolle, da die oberen Lagen bei den Ukulelen ohnehin kaum spielbar sind. Die Mensur ist beim China-Modell übrigens noch etwas kürzer als beim amerikanischen. Beim SUB habe ich 51,5 cm gemessen, der California kommt mit einer 21 Zoll-Mensur, was ungefähr 53,3 cm entspricht.

Auf der Kopflatte sitzen vier äußerst solide Mechaniken von der amerikanischen Traditionsfirma Hipshot, und die speziellen Saiten aus Polyurethane laufen über einen Palisander-Steg, der mit zwei Rändelschrauben in der Höhe justiert werden kann. Um den Druck auf den Steg zu erhöhen, damit die Schwingungen besser in den Korpus übertragen werden, hat sich Kala für eine "String Trough Body"-Konstruktion entschieden - die Saiten werden also von hinten durch den Korpus gezogen.

Bis hierher gibt es in Sachen Hardware also keine Unterschiede zwischen dem günstigen China-Modell und dem amerikanischen U-Bass. Dies ändert sich nun allerdings mit Blick auf den Piezo-Tonabnehmer und die Elektronik. Beides stammt im günstigen U-Bass nämlich von der deutschen Firma Shadow, die bereits seit 1971 Tonabnehmer und Elektroniken für akustische Instrumente entwickelt und dementsprechend erfahren auf diesem Sektor ist. Der Preamp mitsamt der erforderlichen Batterie (9 Volt) hat beim Testkandidaten in einem rückwärtigen kleinen Fach Platz gefunden. Zur Steuerung des Klanges hält er einen Bass- und einen Höhenregler bereit; ein dritter Regler ist für das Gesamtvolumen zuständig.

Ein großes Thema bei Instrumenten aus fernöstlicher Fertigung ist natürlich die Verarbeitungsqualität. Hier leistet sich meine Test-Ukele keine groben Schnitzer: Alle Holzarbeiten wurden ordentlich ausgeführt, der Hals sitzt passgenau in der Ausfräsung, und auch die Lackierung ist tadellos. Ich musste allerdings die lose Klinkenbuchse an der Zarge vor dem Praxistest festschrauben, und zudem schließt der rückseitige Plastikdeckel für die Elektronik nicht ganz plan mit dem Korpus ab, sondern steht auf einer Seite etwas hervor. Doch dies ist unterm Strich natürlich nur eine eher kleine kosmetische Unzulänglichkeit.

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