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Test
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27.12.2018

JHS Kodiak Tremolo Test

Tremolo Effektpedal

Tremolo mit TAP und EXP

Das JHS Kodiak Tremolo Pedal stammt aus einer Serie von Bodeneffekten mit Tap-Tempo-Option im Portfolio von JHS Pedals, einer 2007 von Joshua Heath Scott gegründeten Pedal-Manufaktur. Was ursprünglich mit Modifikationsarbeiten an Serieneffekten begann, wuchs im Laufe der Jahre zu einem Betrieb mit inzwischen bis zu 25 Angestellten, die alle Produkte der Marke an drei Standorten in Kansas City, Süd-Kalifornien und Michigan in Handarbeit herstellen.

Unser Testkandidat, das JHS Kodiak Tremolo, stammt aus Kansas City und liefert laut seiner Schöpfer den "... biggest tremolo growl you've ever heard!" Ein hoher Anspruch, dem wir in diesem Test nachgehen werden, um Marketing-Sprech von den tatsächlichen Fähigkeiten des Pedals zu trennen.

Details

Das solide, beige eingefärbte Metallgehäuse des Kodiak besitzt mit seinen 122 x 56 x 65 mm (LxHxB) Standard-Pedalabmessungen, auf denen jedoch verhältnismäßig viele Regelmöglichkeiten zu finden sind, die im Laufe des Tests alle eine Rolle spielen werden. Zuvor schauen wir uns das 314 Gramm schwere Pedal aber erst einmal etwas genauer an, das sicher verpackt in einem Pappkarton ankommt, samt einem Plektrum, einem Anstecker, vier Gummifüßchen, einem Aufkleber und einer Bedienungsanleitung.

Die Verarbeitung ist insgesamt sehr hochwertig, was man von einem Boutique-Pedal jenseits der 200-Euro-Grenze aber auch erwarten kann. Es wirkt ausgesprochen robust und sollte auch härteren Belastungen standhalten. Die Unterseite ist mit vier Schrauben mit dem Gehäuse verbunden und muss bis auf den Servicefall nicht geöffnet werden, da das Pedal ausschließlich mit Netzteil betrieben werden kann, dessen Anschluss sich an der Stirnseite befindet. Der verlangt nach einem Standard-9V-Gleichstromspender wie beispielsweise einem Boss-Netzteil. Ebenfalls an der Stirnseite zu finden sind die Ein- und Ausgangsbuchsen, die von außen mit dem Gehäuse verschraubt sind.

An der linken Gehäuseseite ist ein kleiner Kippschalter angebracht, der zwischen EXP und TAP wählt. Wie man sich denken kann, steht das Kürzel EXP für Expression, womit ein entsprechendes Pedal gemeint ist, das an der rechte Gehäuseseite eingesteckt wird und per Fuß die Geschwindigkeit fließend regelt. Steht der kleine Schalter auf TAP, dann ist der rechte der beiden Fußschalter auf der Oberseite aktiv, mit dem sich das Tempo des Tremolos eintappen lässt, das von einer LED oberhalb des Schalters angezeigt wird.

Der linke Fußschalter aktiviert das Tremolo, das sich ansonsten im True-Bypass befindet, einem Schaltzustand, bei dem das eingehende Signal direkt an den Ausgang weitergeleitet wird. Auch dieser Vorgang wird von einer LED quittiert, die allerdings wie ihre Kollegin über dem Tap-Schalter unnötigerweise viel zu hell leuchtet. So hell, dass ein Betrachten der Oberseite des Pedals kaum möglich ist, geschweige denn das Bedienen.

Insgesamt fünf Potis mit griffigen, schwarzen Kunststoffknöpfen und weißen Skalenstrichen ermöglichen ein recht tiefes Eingreifen in den Effekt und erlauben ein Regeln von Volume, Ratio, Mix, Wave und Speed. Volume regelt die Lautstärke und Mix die Balance zwischen Effekt- und Direktsignal. Ratio ermöglicht die Wahl von vier Notenwerten, zur Auswahl stehen Viertel, Achtel, triolische Achtel und Sechzehntel. Wird das Tempo mit dem Tap-Fußschalter eingegeben, hat das natürlich Auswirkungen auf den eingestellten Notenwert. Der Wave-Drehschalter stellt vier Wellenformen bereit, bei denen es sich zum einen um eine Sinuswelle handelt, wie man sie von den Tremolos klassischer Röhrenamps kennt. Rhythmic bietet ein rhythmisches Pattern, das laut Hersteller je nach Notenwert unterschiedliche Effekte liefert. Square sorgt für einen abgehackten Tremolosound und Ramp lässt das Tremolo laut JHS eher zwitschern. Und last, but not least, wird mit dem Speed-Regler die Geschwindigkeit des Tremolos händisch eingestellt.

Alle Regler drehen sich mit der perfekten Balance aus Schwer- und Leichtgängigkeit, und der Vergleich zum Löffel im Honigglas passt perfekt, zumal auf der Oberseite des Kodiak auch noch das Bildnis eines Bären zu sehen ist. Das wiederum erklärt den Namen, denn der Kodiak ist eine Unterart des Braunbären. Und die lieben bekanntlich Honig, womit ich den Bogen zum allerersten Pedal von JHS, dem Honeycomb, schlage. Aber bevor ich noch tiefer in Deutungsversuche eintauche, kommen wir lieber schnell zum Praxisteil.

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