Gitarre Hersteller_JetCity
Test
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09.11.2015

Jet City 20HV Test

Röhrentopteil für E-Gitarre

Taschengeld-Soldano

Das Jet City 20HV Topteil gehört zur preisgünstigen Gitarrenverstärker-Serie des amerikanischen Herstellers Michael J.Soldano, der sein Unternehmen 1986 gründete und Top-Gitarristen wie Steve Lukather, Michael Landau, Mark Knopfler, Steve Vai und viele weitere zu seinem Kundenkreis zählen kann. Während die unter dem Namen des Herstellers angebotenen High Gain Monster nicht gerade zum Discount-Preis erhältlich sind, bietet Soldano seine Jet City Serie zu einem Preis an, der auch für schmale Budgets erreichbar ist.

Einige Amps aus der Serie haben ihren bonedo-Test bereits hinter sich und mit dem Jet City 20HV kommt nun ein weiteres Topteil hinzu,das auf dem Jet City 20H basiert, laut Hersteller aber ein wenig cleaner, dunkler und offener sein soll. Wo die Unterschiede im Detail liegen und ob es tatsächlich nur Verbesserungen zu vermelden gibt, soll dieser Test ans Licht bringen.

Details

Optik/Verarbeitung:

Schon im Erscheinungsbild zeigt sich der erste Unterschied. Das 20HV Head kommt nicht im typischen schlichten schwarz-blauen Design seiner älteren Geschwister, sondern mit einer braun-beigen Gewebefront. Unterhalb sitzt das Bedienfeld, diesmal auf einer weißen Frontplatte und mit Chickenhead-Potis bestückt. Das gefällt mir auf Anhieb wesentlich besser, denn es verleiht dem (BxHxT) 49,5 x 22,9 x 22,9 cm großen und knapp 9,7 kg schweren Topteil ein sehr viel ansprechenderes und wertigeres Äußere. Allerdings wurde bei unserem Testkandidaten die Bespannung oberhalb des Bedienfeldes etwas lieblos aufgeklebt, was sich anhand von Unregelmäßigkeiten darstellt. Natürlich hat das auf die Performance des Amps keinen Einfluss, aber es ist ein kleines optisches Manko. Das Topteil steht sicher auf vier Gummifüßen und ist am Gummigriff auf der Oberseite sehr komfortabel zu transportieren. Schwarze Metallschoner an jeder Ecke schützen den Amp vor den gröbsten Beschädigungen. Dabei sind sie durch die Farbgebung des Amps leicht zu übersehend, was der Optik des Amps allerdings sehr zuträglich ist.

Das Bedienfeld selbst ist mit Gain, Bass, Middle, Treble, Volume und Presence bestückt und dank der Chickenhead-Potis mit ihren weißen Skalenstrichen auch aus größerer Entfernung gut ablesbar. Für mehr Hosenflattern wurde dem Topteil ein Depth-Schalter spendiert, eine weitere Neuerung zum Vorgänger. Das Standby/Power-Duo darf natürlich auch nicht fehlen, wobei Letzterer im aktiviertem Zustand blau leuchtet. Die Eingangsbuchse sei noch erwähnt, weiteres gibt es an der Vorderseite nicht zu entdecken, daher drehe ich das Topteil um und erkunde die Rückseite.

Der Verstärker lässt sich hier von 120 Volt auf 230 Volt umschalten, somit geht die US-Tour ampseitig auf jeden Fall klar. Ein durchsichtiges Plastikplättchen verhindert ein versehentliches Verstellen, auch das macht durchaus Sinn, denn das könnte beim Transport durchaus passieren und hätte beim Anschalten eine böse Überraschung parat. Auch ein serieller Effekteinschleifweg darf nicht fehlen, der sich im Signalweg hinter dem Master-Regler befindet und nicht, wie sonst oft, zwischen Vor- und Endstufe. Dies ist ebenfalls eine weitere Neuerung zum Vorgänger, denn das 20H Topteil besaß überhaupt keinen Effekteinschleifweg. Boxen können und sollten natürlich auch angeschlossen werden, dazu stehen zwei 8- und eine 16-Ohm-Buchse bereit.

Der Blick wandert ein Stückchen höher und bleibt beim Lüftungsgitter hängen. Es wird von sechs Schrauben am Gehäuse festgehalten und lässt einen Blick auf die Röhren zu. Drei 12AX7 Vorstufen- und zwei EL84 Endstufenröhren betreiben das Topteil, die dank des Lüftungsgitters mit Frischluft versorgt werden und eine Leistung von 20 Watt zustande bringen - Röhrenwatt, wohlgemerkt!

Bis auf die etwas verzogene Frontbespannung gibt es nichts zu beanstanden, der Amp wurde in China tadellos gefertigt und sieht wesentlich teurer aus als er letztendlich ist.

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