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Test
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25.06.2018

J. Rockett The Melody Overdrive Test

EQ-Overdrive Pedal für E-Gitarre

Tonformer

Der J. Rockett The Melody Overdrive gehört zu den aktuellen Neuheiten des Jahres 2018 des amerikanischen Boutique-Pedalbauers. Das selbstgesetzte Ziel des 2006 von Chris Van Tassen und Jay Rocket gegründete Unternehmens ist es, in jeder Hinsicht kompromisslose Pedale für den anspruchsvollen Musiker zu entwickeln. Beide verfügen über einen großen Erfahrungsschatz als Sessionmusiker und innerhalb der Recording-Industrie.

Das Pedal beheimatet EQ und Zerrer in einem Gehäuse und wurde in Zusammenarbeit mit Mark Lettieri entwickelt, dessen grandioses Spiel unter anderem bei der sensationellen Band Snarky Puppy zu hören ist. Er ist aber auch als Arrangeur und Produzent tätig und war auf der Suche nach einem Overdrive-Pedal, das in unterschiedlichen musikalischen Genres abliefern sollte. Mit unserem Testkandidaten soll seine Suche schließlich ein Ende gefunden haben, Grund genug, uns etwas näher mit dem Pedal zu befassen.

Details

Optik/Verarbeitung:

Ich konnte mich bereits des Öfteren von der Verarbeitung der in Kalifornien in Handarbeit entstandenen Pedale überzeugen, die über jeden Zweifel erhaben ist und auch unser heutiger Kandidat macht darin keine Ausnahme.

Mit seinen 430 Gramm und Abmessungen von 104 mm x 64 mm x 48 mm (L x B x H) vermittelt es einen überaus hochwertigen Eindruck und bietet zumindest in Sachen Verarbeitung keinen Anlass zur Kritik. Allerdings sind auch hier, wie bei J. Rockett und vielen weiteren Boutique-Herstellern, keine Gummifüßchen oder ähnliches Teil des Lieferumfangs. Es mag vielleicht etwas übertrieben klingen, aber bei einem Pedal für einen solchen Preis sollte das schon machbar sein.

Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt, denn ansonsten gibt es hier nur Gutes zu berichten! Das The Melody Overdrive Pedal steckt in einem ausgesprochen robusten Metallgehäuse und wurde offensichtlich für die Ewigkeit gebaut.

Ein- und Ausgangsbuchse befinden sich an der Stirnseite, so auch der Netzteilanschluss. Das Pedal benötigt wie gewohnt 9-Volt-Gleichstrom, den man beispielsweise aus einem Boss-Netzteil oder einer zentralen Spannungsversorgung bekommt. Allerdings ist das auch dringend nötig, denn einen Batteriebetrieb erlaubt das in Hochglanz Weiß lackierte Pedal nicht. Deshalb gibt es auch keinen Grund, die Unterseite des Pedals zu entfernen, was mich aber nicht davon abgehalten hat, es trotzdem zu tun. Und siehe da, auch im Inneren ist die saubere Arbeit zu finden. Selbst die reichlich bestückte Platine erstrahlt in Weiß! Das nenne ich konsequent!

Auf der Oberseite sind neben dem obligatorischen Fußschalter auch zwei Potis mit roten Metallknöpfen zu entdecken, die sich absolut geschmeidig bedienen lassen. Jeder, der schon einmal einen Löffel in einem Glas Honig umgerührt hat und eine positive Assoziation zu Potis herstellen kann, weiß, was ich meine. Mit den beiden Reglern lassen sich Volume und Gain einstellen, zwei Parameter, deren Aufgabe und Wirkung wohl jedem bekannt sein dürften.

Interessant wird es aber unterhalb der Potis, denn das Pedal besitzt einen graphischen EQ mit sechs Bändern. Diese lassen einen Boost/Cut von bis zu 18 dB zu und bieten somit ein gezieltes Bearbeiten diverser Frequenz, die wie folgt zur Auswahl stehen:

  • Band 1 - 100 Hz
  • Band 2 - 200 Hz
  • Band 3 - 400 Hz
  • Band 4 - 800 Hz
  • Band 5 - 1,5 KHz
  • Band 6 - 3,2 KHz

Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass das Anheben einer Frequenz auch für ein Mehr an Gain sorgen kann.

Wird das Pedal mit einem Tritt auf den Fußschalter aus dem True-Bypass geweckt, leuchten LEDs in allen sechs Schiebereglern des graphischen EQs - und das, ohne den Musiker zu blenden. Eine positive Anmerkung, die angesichts diverser Effektpedale mit flutlichtartigen Kontroll-LEDs durchaus angebracht ist.

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