Gitarre Hersteller_Ibanez
Test
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28.06.2021

Ibanez AZ24027 TFF Test

7-Saiter E-Gitarre

Starker Auftritt

Mit der Ibanez AZ24027 TFF schickt der japanische Traditionshersteller eine weitere E-Gitarre ins Rennen, die mit einigen sehr interessanten Features aufwarten kann. Die Instrumente der AZ-Serie sind hochwertig in Japan gefertigte Instrumente und vereinen laut Hersteller modernste Fertigungstechniken mit traditioneller japanischer Handwerkskunst.
Die vor allem in der Fusion- und Metal-Szene beliebten Instrumente sind wahre Allrounder und können neben ihrer hochwertigen Verarbeitung auch mit einer ausgesprochen komfortablen Bespielbarkeit punkten. Neben den speziell für diese Gitarren von Seymour Duncan entwickelten Tonabnehmern wurde unsere Testgitarre mit einem gerösteten Ahornhals bestückt, den man mittlerweile recht häufig bei Instrumenten unterschiedlichster Preisklassen finden kann.

Details

Gefertigt werden die Instrumente in den Werken von Fujigen, die für ihre konstant hohe Fertigungsgüte bekannt und bereits seit 1962 im Geschäft sind. Ganz nebenbei erwähnt: Außer Ibanez lassen auch Marken wie Fender, FGN oder Yamaha ihre Instrumente hier fertigen.
Unsere siebensaitige Testkandidatin wird in einem hochwertigen Kunststoffkoffer geliefert, der neben einer Bedienungsanleitung auch ein Multitool beherbergt, mit dem sich das Instrument einstellen lässt.
Schauen wir uns die schmucke AZ24027 im Farbton Tri-Fade Burst Flat einmal etwas genauer an.

Korpus:

Bei der Formgebung des Erlen-Bodys orientiert sich die Gitarre an einem alten Klassiker im Doublecut-Design, wurde aber deutlich verschlankt, was ihr einen modernen Touch gibt. Die Cutaways reichen tiefer in den Korpus und die Bespielbarkeit damit in den oberen Lagen deutlich vereinfacht, aber auch der Übergang von Korpus zum Hals wurde ergonomisch angepasst.
Das matte Finish ist natürlich Geschmacksache, aber wem diese Farbgebung nicht zusagt, kann die Gitarre auch in Schwarz bekommen. In dieser Ausführung heißt sie AZ24047 BK und besitzt zusätzlich ein Schlagbrett.
Die typischen Ausfräsungen an Rück- und Vorderseite, die das Bespielen enorm erleichtern, dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Die Rückseite beherbergt neben dem Elektronikfach sowie der Tremoloausfräsung auch eine Abdeckung, die im Servicefall den Zugang zur Klinkenbuchse erleichtert. Diese sowie der Deckel für das Elektronikfach wurden versenkt angebracht, die Tremolofach-Abdeckung jedoch nicht. Dafür besitzt sie Schlitze, um die Saiten problemlos einfädeln und die Befestigungsschrauben der Federkrallen mit einem Schraubenzieher verstellen zu können. Die beiden Gurtpins an den altbekannten Stellen sind unterlegt, um den Korpus vor Beschädigungen zu schützen.

Die zwei Pickups, auf die ich gleich noch näher eingehen werde, sind direkt in den Korpus geschraubt und lassen sich in der Höhe justieren.

Das freischwebende Tremolo stammt aus dem Hause Gotoh, kommt wie der Rest der Hardware in Chrom und läuft unter der Bezeichnung T1872S. Dabei haben wir es mit einer modernisierten Version des klassischen Fender-Tremolos zu tun, das optisch ganz klar eine Verneigung vor dem klassischen Design ist. Der mitgelieferte Tremoloarm wird mithilfe einer Rändelschraube am System befestigt und lässt so ein individuelles Einstellen der Gängigkeit zu, ganz so, wie man es beispielsweise von einem Floyd Rose-Tremolo kennt. Die sieben Saitenreiter aus Stahl können wie gewohnt in alle Richtungen verstellt werden, das passende Werkzeug liegt, wie bereits erwähnt, im Koffer bei.
Dank der Fixierung mit nur zwei Schrauben im Messerkantenprinzip sollte sich das System überwiegend verstimmungsfrei zeigen, was ich natürlich auch später im Praxistest näher untersuchen werde.

Der aufgezogene Satz D'Addario EXL110-7 in der Stärke .010/ .013/ .017/ .026/ .036/ .046/ .059 wird rückseitig in das Tremolo eingefädelt und tritt von hier aus seine Reise in Richtung Kopfplatte an. Die Ibanez besitzt übrigens die Standard-Fender-Mensur von 648 mm.

Hals:

Der mit vier Schrauben bombenfest mit dem Korpus verschraubte Hals aus geröstetem Ahorn ist mit 24 Jumbo-Bünden aus Edelstahl sauber bestückt, die an den Kanten vorbildlich abgerundet sind. Ibanez nennt das übrigens "Prestige Fret Edge Treatment". Auch beim Rösten des Ahorns geht man einen eigenen Weg und lässt dies von Sendai Technologies, ebenfalls in Japan ansässig, bewerkstelligen. Bei dem von Sendai patentierten Vorgang wird das Holz in einem druckfesten, mit Stickstoff gefüllten Behälter bei 180 - 200 Grad Celsius und konstantem Druck mehrere Stunden lang erhitzt. Dieser Vorgang erhöht laut Hersteller nicht nur die Insekten- und Wasserbeständigkeit des Holzes, sondern verringert auch die Dichte und verbessert die Formstabilität. Auch optisch verändert der Vorgang einiges, das Holz dunkelt in der Regel deutlich und gleichmäßig nach.
Das Griffbrett besitzt schwarze Punkteinlagen und in der Halskante wurden Luminlays versenkt, die auch im Dunkeln für Orientierung sorgen, sofern sie vorher Licht tanken konnten. Der Griffbrettradius von 12" (305 mm) dürfte dem modernen Spieler sehr entgegenkommen, zumal die Dicke des C-Profils im ersten Bund 20,5 mm und im 12. Bund 22,5 mm beträgt und somit nicht allzu flach ausfällt.

Die siebte Saite beansprucht natürlich auch Platz, somit fällt der Graph Tech Black Tusq XL Sattel mit 47 mm deutlich breiter aus als gewohnt und bietet mit einem Saitenabstand von 10,5 mm ausreichend Spielraum.
Die Saiten laufen schnurgerade zu den sieben Gotoh MG-T Locking-Mechaniken, die auf der parallel versetzten Kopfplatte im typischen Ibanez-Design angebracht sind, und zwei Saitenniederhalter (Stringtrees) drücken die drei höchsten Saiten auf das Niveau der Mechaniken herunter.
Der Zugang zum Halsspannstab befindet sich ebenfalls hier auf der im Naturton gehaltenen Kopfplatte und ist frei zugänglich.

Elektronik:

Ibanez hat der AZ24027 ein Pärchen Hyperion 7 Humbucker in der Steg- und Halsposition spendiert, für deren Design Seymour Duncans Custom Shop Managerin Maricel "MJ" Juarez verantwortlich ist, die in der Branche einen legendären Ruf genießt. Mit über 30 Jahren im Pickup-Business bringt die Dame jede Menge Erfahrung mit, die sie in die Entwicklung dieser Tonabnehmer einfließen ließ. Die Hyperion 7 Pickups sind passiv, besitzen Alnico 5 Magneten und wurden für eine maximale Klangausbeute speziell für diese Instrumente entwickelt. Mehr dazu im Praxisteil. Die Doppelspuler sind direkt in den Korpus geschraubt und werden mithilfe einer Dyna-Mix10-Schaltung per Fünfwegschalter und einem sogenannten Alter-Switch verwaltet. Letzterer befindet sich zwischen Volume- und Tone-Poti und bietet quasi eine zweite Schaltebene.

Das folgende Bild zeigt die unterschiedlichen Schaltmöglichkeiten:

Volume- und Tone-Regler verrichten ihre Arbeit tadellos und sind mit gummierten Kunststoffknöpfen bestückt, die auch beim schweißtreibendsten Gig einen zuverlässigen Grip ermöglichen. Natürlich darf auch der schon erwähnte Fünfweg-Klingenschalter nicht fehlen, der unterhalb des Volume-Potis sehr komfortabel erreichbar positioniert wurde.

Soweit unser Rundgang um die vorbildlich gefertigte AZ2407, es wird Zeit für den Praxisteil!

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