Software
Test
10
24.10.2020

Praxis

Sound

Der Sound ist gewohnt fabelhaft. Alles klingt satt, fett und produktionsfertig. Heavyocitys Libraries gehören eben nicht zu denjenigen, bei denen man ohne Ende drehen muss, bis das klangliche Ergebnis annehmbar wird. Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Bewegung. Durch Filterfahrten, Step-Sequencer und Arpeggiator lassen sich Klangevolutionen herstellen, die unter Umständen ziemlich lange laufen, ohne sich zu wiederholen. So bekommt man mit relativ wenig Aufwand ein klangliches Ergebnis, das neben fett und hybrid vor allem organisch klingt. Das ist eine tolle Eigenschaft der umfangreichen und dabei gleichzeitig übersichtlichen Engines, die Heavyocity für seine Libraries baut. 

Sounds und Umsetzung des Library-Konzepts

Ich steppe durch die Presets und bin so mittelbegeistert. Ja, klanglich sehr gut, aber inhaltlich irgendwie ein bisschen öde. Nächster Schritt: weg von den Presets, hin zu den Einzelsounds. Hier ist das Bild teils ähnlich: Alles, was traditioneller Natur ist, also Orchestral, Keys, Tuned Percussion und Choirs ist zwar okay, aber größtenteils auch nicht aufregend. Interessanter wird es bei den Kategorien Noise und Attacks. Hier finden sich ein paar gute Gründe, warum man sich neue Libraries kauft: Sounds, die man so noch nicht hat oder kennt.

Außerdem vermisse ich eine praktische Entsprechung des Librarykonzepts. Es gibt zwar ein paar Sounds, die sich übliche Tape-Charakteristiken wie Bandsättigung und Geleier zunutze machen, aber wie sich das Konzept „Bandmaschine“ auf die Library in Gänze bezieht, erschließt sich mir nicht. Da ich noch keine Gelegenheit hatte, mit einer echten Bandmaschine zu experimentieren, kann ich mir auch nur bedingt vorstellen, was möglich gewesen wäre. Aber insgesamt hätte ich mehr Sounds erwartet, die auf den Prinzipien Geschwindigkeits- und Tonhöhenschwankungen basieren – oder zumindest Werkzeuge, um solche Effekte per CC zu steuern.

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