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Hartke LH500 Test

Details

Der LH500 ist ein ausgewachsenes 19“-Gerät mit zwei Höheneinheiten und bringt über 10 kg auf die Waage. Das schwarze Stahlgehäuse ist dementsprechend robust und sollte auch aufgrund der tadellosen Verarbeitung den Belastungen des normalen Tour-Alltags problemlos gewachsen sein. In den modernen Zeiten von ultraleichten Handtaschen-Bassamps, die dennoch in der Lage sind, 1000 Watt herauszuschleudern, wirkt ein solcher Bolide natürlich eher „oldschool“. Macht aber nix, denn dafür klotzt er auch mit einer echten analogen 500W-Endstufe ohne Digitaltricks und doppelten Boden.

Eine gewisse klassische Eleganz lässt sich dem Hartke-Amp aufgrund der schlichten Frontplatte und ihrer auf das Wesentliche beschränkten Bedienelemente nicht absprechen. Die Röhren-Vorstufe (12 AX 7) bietet zwei getrennte Klinkeneingänge für passive und aktive Bässe, direkt daneben sitzt der einzige Volume-Knopf des Amps, der die Gesamtlautstärke regelt. Der EQ des LH500 besteht aus lediglich drei Bändern, die über je einen Bass-, Mid- und Treble-Regler justiert werden können. Zusätzlich dazu lassen sich die Höhen mit einem Bright-Schalter boosten.

Die einzelnen Bänder bedienen keine definierten Frequenzen, denn es handelt sich, für Bassamps eher untypisch, um ein passives Fender-Tone-Stack. Der EQ arbeitet also interaktiv, und die Frequenzen beeinflussen sich gegenseitig (also so, wie man es von klassischen Gitarrenamps her kennt). Wenn man sich aber erstmal daran gewöhnt hat, führt das Ganze zu sehr musikalischen Ergebnissen, wie ich finde – und ist dennoch leicht zu bedienen. „Die Wahl fiel auf diese Art Tone-Stack, weil dessen EQ-Kurve sehr gut mit dem Bass funktioniert.“, so Larry Hartke. Allerdings wird der Sound des Amps dadurch natürlich auch stark geprägt. Wer es richtig „Flat“ will, der sollte sich definitiv nach einem anderen Amp umsehen –alle anderen sollten aber unbedingt weiterlesen.
Rechts neben der EQ-Sektion parkt der Schalter für den Limiter samt LED für den Betriebszustand sowie der „Direct Out“ in Form einer XLR-Buchse. Dieser Ausgang ist genauso „straight“ wie der ganze Amp. Das Signal wird direkt am Verstärkereingang abgegriffen und so werden etwaige EQ-Einstellungen oder eingeschliffene Effekte nicht mit rausgeschickt. Damit wären wir in Sachen Frontplatte schon fast durch. Bleibt nur noch der Deckel mit dem Fan-Filter, eine Art Schwammgummi, der denn Lüftungskanal abdeckt und zum Reinigen herausgenommen werden kann – und natürlich der Power-Schalter ganz rechts.

Ähnlich spartanisch und aufgeräumt geht es auf der Rückseite des LH500 weiter. Der serielle Effektweg mit zwei Klinken (Send/Return) sitzt links vom Lüfter, die zwei Speaker-Ausgänge, ebenfalls in Klinke, befinden sich rechts davon. Fehlt nur noch der Netzanschluss, fertig. Der Aufbau des Hartke-Amps ist wirklich supersimpel und ich bin mir sicher, dass einige sinnvolle Features wie ein Mute-Schalter, ein in der Lautstärke regelbarer DI-Out oder eine umfangreichere EQ-Sektion aus Kosten- und Effizienzgründen eingespart wurden.

Wenn die wenigen Komponenten allerdings gut ausgewählt sind, kann auch ein solch spartanisches Konzept seinen Reiz haben – wie der Praxischeck zeigen wird.

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Profilbild von Thomas

Thomas sagt:

#1 - 20.02.2013 um 14:05 Uhr

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Habe mir den LH500 vor ein paar Tagen gekauft und kann nur schwärmen. Ein Hammerteil, mit einem super Sound. Klasse verarbeitet, super einfach zu bedienen. Ich fahre ihn mit einer 4x10 Peavy 350 Watt an 8 ohm. Der Sound ist sehr vielseitig abmischbar, wie in dem testbereicht beschrieben..... Geniales Teil absolute Kaufempfehlung !!!!!!!!!

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