Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
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21.02.2017

Harley Benton HWY-25BKS Progressive Series Test

E-Gitarre

Taschengeld-Rockbrett

Mit der Harley Benton HWY-25BKS Progressive Series hat Thomanns Hausmarke ein weiteres ausgesprochen preisgünstiges Modell im Portfolio, das für weniger als 100 Euro nicht nur im Superstrat-Outfit daherkommt, sondern auch noch mit Tremolo und zwei Humbuckern bestückt ist.

Optisch zumindest richtet sich die Gitarre damit eher an den Hard- und Heavy-Fan, denn neben der elektrischen und mechanischen Ausstattung zählen auch die mattschwarze Lackierung und die gedrehte Kopfplatte eher zu den typischen Merkmalen einer Heavy-Axt.

Details

Der mattschwarze Lack ist tadellos auf den Lindenkorpus aufgetragen, der im altbekannten Double-Cutaway-Shape gefräst ist. Aus wie vielen Teilen dieser besteht, lässt sich wegen der deckenden Lackierung nicht sagen, aber ehrlich gesagt spielt das bei einer Gitarre in dieser Preislage auch eher eine untergeordnete Rolle. Der untere Cutaway wurde großzügig ausgefräst, um die höchsten Lagen des Griffbretts komfortabel erreichen zu können. Die beiden Gurtpins an den altbekannten Stellen sind jeweils mit einem Filz unterlegt, um einer Beschädigung des Lacks vorzubeugen; sehr gut.

Auf dem Korpus finden sich zwei schwarze High-Output-Humbucker in schwarzen Plastikrähmchen, die sich mittels zweier Schrauben in der Höhe einstellen lassen. Optisch erinnern die Pickups an klassische aktive Tonabnehmer, die ohne Polepieces oder Klingen auskommen. Ein Dreiwegschalter lässt ein Anwählen der Pickups einzeln oder in Mittelstellung zusammen zu und ein Volume- und ein Tone-Regler mit schwarzen Metallknöpfen ermöglichen ein komfortables Einstellen - dank ihrer geriffelten Oberfläche auch bei der schweisstreibendsten Arbeit ohne Abrutschen.

Das Standard-Tremolo ist mit sechs Schrauben auf dem Korpus befestigt und wie die restliche Hardware komplett in Schwarz gehalten. Natürlich liegt der passende Tremolohebel, der übrigens geschraubt wird, im Gitarren-Karton bei.

Die Rückseite der Harley Benton besitzt zwei Ausfräsungen, die jeweils mit schwarzen Plastikdeckeln verschlossen sind, das Tremolo- und unter den Potis das Elektronikfach. Dabei fällt auf, dass beim Elektronikfach im Gegensatz zum Tremolofach der Deckel versenkt angebracht wurde und eine andere Kunststoffoberfläche besitzt. Das ist natürlich nicht weiter tragisch, vor allem nicht bei dem aufgerufenen Preis, aber schöner wär's ...

Der Hals ist aus zwei Teilen Ahorn gefertigt, auf die ein Palisandergriffbrett aufgeleimt wurde. Er ist mit vier Schrauben am Korpus fixiert und sitzt fest in der exakt ausgefrästen Halstasche. Die 24 Medium-Jumbo-Bünde sind sauber eingesetzt und an den Kanten entgratet. Allerdings wurde auf die anschließende Politur verzichtet, aber das lässt sich recht leicht selbst bewerkstelligen. Bis auf ein "Predator"-Inlay am 12. Bund sind auf dem Griffbrett keinerlei weiteren Markierungen zu finden, dafür aber an der Halskante. Dort weisen kleine weiße Punkte den Weg auf dem Griffbrett. Das Halsprofil nennt Harley Benton "Modern D", und dem kann ich nur beipflichten, das "D" ist ausgeprägt, somit hat man ordentlich was in der Greifhand.

Bevor die Saiten auf die geschlossenen Mechaniken treffen, müssen sie zuvor einen 42 mm breiten, weißen Kunststoffsattel überqueren, den sie dank der exakten Fräsungen ohne Spiel passieren. Direkt hinter dem Sattel verschließt eine Kunststoffplatte den Zugang zum Halsstab. Sollte dort ein Regulieren notwendig werden, findet sich im Karton der passende Schlüssel.

Die Kopfplatte wurde auf links gedreht, sodass sich die schwarzen Mechaniken an der Unterseite befinden. Dank des Anschlagswinkels der Kopfplatte bringen die Saiten genügend Druck auf den Sattel, um auch bei festen Anschlägen nicht aus den Kerben zu springen, anschließend laufen sie schnurgerade in Richtung Mechaniken. Die sind geschlossen, verrichten ihre Arbeit tadellos und lassen ein exaktes Stimmen zu.

Die Gitarre bringt rückenfreundliche 3289 Gramm auf die Waage, womit wir auch schon beim Praxisteil angekommen wären.

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