Hersteller_HarleyBenton Gitarre
Test
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24.08.2015

Praxis

Praxis und Sound

Im Idealfall soll ein Overdrive-Pedal den Klang eines verzerrten Röhrenverstärkers nachahmen. Dabei geht es weniger um das ganz harte Geschäft - vielmehr sind leichte und mittlere Anzerrungen angesagt. Einer der ersten seiner Art war der Tubescreamer, den viele Gitarristen als eine Art Heiligen Gral verehren. Dabei gibt es mittlerweile sehr viele Pedale, die dem Klassiker das Wasser reichen können. Dazu gehört meiner Meinung nach auch der OD-5 aus dem Hause Harley Benton. Ich war wirklich überrascht, wie gut das Pedal die Zwischenwelt von clean und leicht angezerrt meistert. Bevor es ans Eingemachte geht, möchte ich euch noch den Gitarrenverstärker ohne Pedal vorstellen.

Eine dezente und luftige Zerrung, bei der man sich in einer fragilen Zwischenwelt von clean und verzerrt befindet, stellt für viele Pedale eine große Herausforderung dar. Manche verändern den Grundsound der Gitarre beim Einschalten komplett, andere wiederum bringen bei geringen Gaineinstellungen einen bröseligen Ton hervor. Hier bleibt der Ton des Instrumentes vollständig erhalten, und mit dem Cleanregler lässt sich dem Sound zudem noch einen Tacken mehr Lebendigkeit einhauchen. Ich habe mich beim Clean-Regler allerdings lediglich auf Werte um 9 Uhr eingeschossen, weil es mir darüber hinaus zu sehr nach kaputter Röhre klang. Im ersten Beispiel hört man das Pedal mit sehr wenig Gain und ohne hinzugemischtes Cleansignal. Im zweiten Beispiel habe ich letzteres dann etwas hinzugemischt, wodurch der Ton einen knackigen Twäng erhält.

In der 10-Uhr-Position des Gainreglers erhält der Ton etwas mehr Verzerrung, bleibt aber immer noch sehr transparent - ideal für Sounds im Stil von Brad Paisley und anderen Weltklasse Country-Gitarristen. Auch hier hört ihr zuerst wieder den verzerrte Sound allein, im zweiten Beispiel denselben Sound mit einem leichten Cleananteil.

Der Gainregler reagiert sehr langsam und so richtig viel Gain im Sinne einer Metallverzerrung wird man aus diesem Pedal nicht herauskitzeln. Aber das ist auch nicht unbedingt seine Aufgabe - im Zweifelsfall würde ich mir dafür einen anderen Verzerrer besorgen, der diese Disziplin besser beherrscht. In den beiden folgenden Beispielen steht der Gainregler auf 13 Uhr, wobei der Ton im Gegensatz zur 10-Uhr-Position eine wenig mehr Substanz und Sustain hat. Transparent und knackig bleibt es trotzdem, und ganz besonders dann, wenn ein leichter Cleananteil hinzugemischt ist.

Auch wenn man den Gainregler voll aufreißt, verliert das Pedal nichts von seinem transparenten Sound. Hier bewegen wir uns in etwa auf Tubescreamer-Niveau, wobei mir persönlich der Sound des OD-5 besser gefällt als der meines alten Klassikers, der sein Dasein größtenteils ungenutzt in meinem Effektschrank fristet.

Zu guter Letzt möchte ich euch noch einmal die Wirkungsweise des Cleanreglers zu Gehör bringen - der Gainregler ist während des gesamten Soundbeispiels in Vollgasstellung.

Zu hören sind insgesamt fünf Einstellungen. Zuerst der Sound ohne Cleananteil, dann folgt die 10-Uhr-Position, die 12-Uhr-Position, die 15-Uhr-Position und zum Schluss die Vollgaseinstellung bzw. der cleane Sound ohne Verzerrung.

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