Gitarre Workshop_Folge
Workshop
1
03.03.2014

Flanger - Gitarren-Effekte richtig einsetzen - Workshop

Gitarren-Effekt Pedale verstehen, einstellen und einsetzen

Volume 1: Verzerrer, Modulations-Effekte, Wah und mehr

Der „Ur-Flanging“ Sound entsteht, wenn man zwei Bandmaschinen mit demselben Signal gleichzeitig laufen lässt. Durch die unterschiedlichen Laufgeschwindigkeiten der beiden Maschinen wird der typisch markante Klang erzeugt, den wir als Flanging kennen.

Wie der Flanger klingt und wie er sich bestmöglich einsetzen lässt, zeigt Thomas im folgenden Video-Clip. Anschließend gibt es weitere Details zum Effekt.

Videoclip - Flanger

Wer der Erfinder des Flanging-Effekts war, ist  bis heute nicht ganz geklärt. Die einen sagen, es war Les Paul, der in den 40er Jahren schon mit Bandmaschinen und deren Soundveränderungen experimentiert hat. Die anderen behaupten, dass die Beatles die ersten waren, die diesen Effekt auf einen Tonträger brachten. Fest steht auf jeden Fall , dass dieser Effekt eher ein Zufallsprodukt war, denn in Ermangelung von ausreichend Spuren (die Beatles benutzten zu Beginn ihrer Karriere Vierspur-Maschinen) wurde einfach eine zweite Bandmaschine parallel laufen gelassen. Als Guide-Track überspielte man eine Spur von Maschine 1 auf Maschine 2. Da diese Maschinen selbstverständlich nicht zu 100 Prozent gleich liefen, kam es beim synchronen Abspielen zu dem typischen Sound. Durch die winzige Zeitverzögerung zwischen den beiden Maschinen entstanden im Frequenzband „Spitzen“ und „Löcher“, die auf- und abschwangen. Der Flanging-Effekt war geboren. Um den Sound extremer zu gestalten, drückte man in unregelmäßigen Abständen auf die Spule (engl.: Flange) der zweiten Maschine und bremste sie so kurzzeitig ab.

Es dauerte einige Zeit, bis man diesen Klang erstmalig auf einer Bühne hören konnte, denn die eben beschriebene Tonbandvariante wäre für den Einsatz bei einem Konzert viel zu aufwändig gewesen.Mitte der 70er wurden die ersten elektronischen Flanger entwickelt. Wer der Erste war, ist auch hierbei ungeklärt. Die Firmen MXR und ADA brachten fast zeitgleich den ersten Flanger als Bodenpedal heraus. Darauf folgte Electro Harmonix, die mit dem Electric Mistress ein Pedal präsentierten, das heutzutage Kultstatus genießt. Bekannt wurde der (Boden-)Effekt durch  Eddie Van Halen, der mit verzerrten Powerchords den typischen Jet Plane Sound erzeugte. 

Neben den oben genannten Legenden von ADA, MXR und Electro Harmonix ist heutzutage der BF-2 oder BF-3 von Boss bei den Gitarristen sehr gefragt.  

WAS KANN MAN EINSTELLEN?

Wie immer gilt: da  die verschiedenen Hersteller bei der Bezeichnung der Regler und Taster ihrer Gerätschaften oft sehr kreativ zu Werke gehen (obwohl die Basis-Funktionen identisch sind), verstehen sich die folgenden Erklärungen sozusagen als "Mittel-Wert".

Rate / Speed
Einstellen der Effektgeschwindigkeit.

Depth
Regelt die Intensität des Effekts.

Manual
Regelt die mittlere Frequenz des Flanger-Effekts.

Feedback / Resonance / Regeneration
Hier wird der Anteil des Flanger-Effekts, der wieder zum Eingang zurückgeführt wird, eingestellt. Je höher der Wert, desto extremer wird der Sound. Eigentlich der wichtigste Regler zum Einstellen des charakteristischen Flanger-Sounds.

Level
Regelt die Lautstärke des Flanger-Effekts. Der Effekt wird dem Originalsignal hinzugefügt.

WIE KLINGT DER EFFEKT?

Bei allen Hörbeispielen ist der Boss BF-3 in unterschiedlichen Modi im Einsatz.

WO KANN MAN DEN EFFEKT HÖREN? 

Eddie Van Halen hat den Flanger sehr sparsam eingesetzt, zum Teil hat er den Effekt nur für einen kurzen Moment eingeschaltet, wie zum Beispiel beim Riff von „Ain´t Talkin´ `Bout Love“. Hier wurde der Flanger nur für die drei letzten Töne des Riffs aktiviert. Ähnlich verhält es sich beim Song „Atomic Punk“, bei dem der Jet Plane Flange Effekt auch nur bei einer kurzen Powerchord-Passage zu hören ist.

Ain´t Talkin ´Bout Love – Van Halen 
Why Can´t This Be Love – Van Halen
Atomic Punk – Van Halen

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