Bass
Test
7
18.12.2017

G&L JB-5 Test

Fünfsaitiger E-Bass

Immer weiter auf Leos Spuren!

Einen passiven Jazz Bass nach dem Vorbild von Leo Fenders Verkaufsschlager suchte man im Portfolio von G&L über viele Jahrzehnte vergeblich, obwohl Meister Leo Fender die Company Ende der Siebziger Jahre zusammen mit George Fullerton selbst gegründet hat. Ungefähr 30 Jahre später beschloss man bei G&L allerdings doch, Leos Meisterstück zu huldigen, und brachte eine passiven Jazz Bass mit dem typischen asymmetrischen Korpus und Alnico-Singlecoils auf den Markt. Der JB, so der Name des G&L-Modells, ist allerdings keine plumpe Kopie des Fender-Modells, sondern sollte mit seinen G&L-typischen Features, wie beispielsweise der "Saddle-Lock Bridge" und den "Ultra-Lite-Tunern" vielmehr als Weiterentwicklung des legendären Originals gesehen werden. Der Jazz Bass aus Fullerton stieß in der Szene auf regen Zuspruch und schnell wurde die Nachfrage nach einem fünfsaitigen Modell des JB laut. Im Jahre 2016 hatte das lange Warten schließlich ein Ende, denn G&L brachte den langersehnten JB-5 endlich auf den Markt. Heute freue ich mich auf einen ausgiebigen bonedo-Test dieses Modells!

Details

Als ich den schicken Tolex-Koffer öffne und ein ersten Blick auf den JB-5 werfe, fühle ich mich spontan in die Disco-Zeit der 70er-Jahre zurückversetzt. Mein Testkandidat kommt nämlich in einem aufsehenerregenden Glitzerlook, mit dem man in jeder Bee-Gees-Coverband punkten kann!

Aber Spaß beiseite, das aufpreispflichtige USA-Premier-Finish heißt "Turquoise Metal Flake" und schimmert je nach Lichtverhältnis mal grün, mal eher bläulich. Glitzer-Flakes im Lack sorgen zudem für eine sehr spezielle, fast schon dreidimensionale Optik der Oberfläche. Selbstverständlich kann der JB-5 aber auch in traditionelleren Finishes bestellt werden, denn die Auswahl an Lackierungen ist bei G&L riesengroß.

Gleiches gilt für die Optionsliste der in den USA gefertigten G&L-Bässe. Für viele Parameter, wie beispielsweise den Halsradius, das Halsprofil, das Material der Bünde oder die Holzart von Korpus und Griffbrett, gibt es mehrere Optionen, so dass das mir vorliegende JB-5-Modell nur eine von vielen Möglichkeiten darstellt.

Für den Korpus meines Testbasses kam Basswood zum Einsatz; eine leichte Holzart, die zur Lindenfamilie zählt. Der vierfach verschraubte Hals besteht aus einem Streifen Hard Rock Maple und für das Griffbrett wurde Palisander verwendet - eine traditionelle und tausendfach bewährte Kombination.

Im Griffbrett sitzen 20 Bünde im Medium-Jumbo-Format und große runde Perlmutt-Punkte als Lagenmarkierungen. Als weitere Zusatzoption wurde für meinen Testkandidaten ein sogenannter "Matching Headstock" gewählt - die Kopfplatte wurde also ebenfalls mit dem extravaganten Korpus-Finish "Turquoise Metal Flake" versehen.

Keine Optionen stellt G&L allerdings in Sachen Hardware bereit und verbaut bei allen Modellen die bewährten und im eigenen Hause entwickelten Komponenten. Auch beim JB-5 kommen folglich die G&L Ultra-Lite-Stimmmechaniken und die von Leo Fender entwickelte Saddle-Lock-Bridge zum Einsatz.

Ein besonders Merkmal dieser außerordentlich soliden und stabilen Stegkonstruktion ist der tief in das Korpusholz greifende Metallblock, der für eine noch bessere Übertragung der Schwingung sorgen soll. Darüber hinaus können die Saitenreiter mit einer kleinen Schraube an der unteren Flanke der Brücke fixiert werden, um etwaige Vibrationen oder eine unbeabsichtigte Verstellung der Reiter zu verhindern.

Für den Sound sind bei diesem Bassmodell zwei Alnico-5-Singlecoils aus eigenem Hause zuständig, die im typischen JB-60's-Spacing von ca. 9 cm zueinander installiert wurden. Geregelt wird der fünfsaitige Jazz Bass natürlich klassisch mit je einem Volumeregler pro Tonabnehmer und einer Tonblende zum Absenken der Höhen.

So viel zu den Features des JB-5. Mir bleibt zum Schluss des Detail-Kapitels nur noch zu erwähnen, dass ich ein weiteres Mal echt begeistert bin von der hohen Material- und Verarbeitungsqualität des G&L-Basses. Die gePLEKte Bundierung wurde an den Seiten perfekt abgerundet, der Hals sitzt ultra genau in der Ausfräsung, und die spektakuläre Lackierung weist keinerlei Fehler auf. Davon könnte sich sogar so manche Boutique-Schmiede gerne noch eine Scheibe abschneiden.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

G&L USA Kiloton Test

Man nehme zwei G&L-Klassiker, kombiniere die Features miteinander und schon hat man ein neues Bassmodell, in unserem Falll den G&L Kiloton.

G&L ASAT Savannah Collection Bass Test

Nur 250 Exemplare weltweit: die US-Firma G&L macht der Bassistenszene den Mund mit einer streng limitierten Sonderserie wässrig. Auch unseren Tester Oliver Poschmann hat der G&L ASAT Savannah Collection begeistert.

G&L Tribute L-2000 TSB Test

Kann man ein etabliertes Produkt bei gleicher Qualität anbieten, den Preis für den Endkunden aber deutlich attraktiver gestalten? Man kann, fand Ollie Poschmann heraus. Aber lest selbst ...

Sire Marcus Miller M2 Test

Der Sire M2 sieht nicht nur cool aus, in Sachen Handling und Bespielbarkeit übertrifft er seine Brüder und Schwestern sogar um ein paar Prozent. "Aus dem Karton nehmen und unbeschwert loslegen" - das ist hier das Motto!

Elrick Expat E-volution 4 Test

Auf zu neuen Ufern: Die Expat-Serie von Elrick verbindet modernes Design mit durchsetzungsstarkem Sound und super komfortablem Gewicht!

User Kommentare