Gitarre Hersteller_Gibson
Test
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08.02.2013

Gibson SGJ Rubbed White 2013 Test

E-Gitarre

Discount-Klassiker

Die Gibson SGJ 2013 im bonedo-Test - Gibson schafft es immer wieder, sein vorhandenes Portfolio durch interessante Neuauflagen seiner Klassiker zu erweitern. Immerhin steht das Jahr 2013 unter der Devise "Year of Les Paul", was nicht nur die gleichnamigen Modelle einschließt, sondern auch alle anderen, die er im Laufe der Jahrzehnte ins Leben rief.

Und eine kleine Serie widmet sich auch der legendären SG. Mit der Gibson SGJ 2013 haben wir uns ein Modell aus dieser Reihe in unsere Testabteilung kommen lassen und wollen das Pendant zur Gibson LPJ auf Herz und Nieren prüfen. Wir sind gespannt, was die in USA gefertigte Gitarre tatsächlich kann und wo ihre Grenzen liegen - immerhin ist sie bei uns schon für weniger als 600 Euro erhältlich.

Details

Optik/Verarbeitung:

Als ich die Gitarre aus ihrem schwarzen Gigbag befreite, kam mir sofort die Assoziation zu dem bekannten schwedischen Möbelhersteller. Mit ihrer recht rudimentären Nitrolackierung, die sich "White Trans" nennt, erinnert sie mich stark an die dort angebotene Landhaus-Ästhetik. Klarlack sucht man hier vergebens. Durch die sehr dünn aufgetragene Farbe kann man die Holzporen gut erfühlen, was der Oberfläche andererseits eine sehr ursprüngliche Haptik verleiht.

Wem das Weiß nicht gefällt, bekommt die Gitarre wahlweise aber auch in Cherry (Rot), Rubbed Vintage Burst (dunkelbraun) und Chocolate (hellbraun).

3,2 Kilo sind wirklich außerordentlich wenig Gewicht für eine E-Gitarre, was allerdings nicht zwangsläufig schlecht sein muss. Als Korpusmaterial kommt traditionell Mahagoni zum Einsatz. In diesem Fall habe ich acht Teile gezählt, die allesamt sehr unauffällig miteinander verleimt sind. Bei dem absoluten Budget-Preis muss man wohl in Kauf nehmen, dass der Body nicht aus einem Stück Holz gefertigt wurde - und wenn es gut gemacht ist, muss das ja auch nicht zwangsläufig negative Auswirkungen auf die Performance haben.

Die Elektronik - Pickups und Regler

Auf der Oberseite des Korpus befinden sich am Hals ein 490 R Humbucker (Alnico II) und ein 490T (Alnico V) am Steg, beide lediglich aus optischen Gründen mit schwarzen Kappen bedeckt. Diese Pickup-Bestückung wird die SGJ soundmäßig sicherlich gehörig aufwerten, denn man findet sie normalerweise eher bei den wesentlich teureren SGs und Les Pauls.

Jeder Tonabnehmer besitzt einen eigenen Volumen- und Tonregler, allesamt mit schwarzen Top-Hats ausgestattet. Ebenfalls schwarz ist der Dreiwegschalter für die Pickups. Wie nicht anders zu erwarten, verwendet Gibson auch bei diesem Instrument eine vernickelte Tune-o-matic Brücke samt passendem Stopbar Tailpiece.

Rückseitig fällt lediglich die schwarze Kunststoffplatte auf, die das Elektronikfach verschließt. Am Übergang zwischen Hals und Korpus wird der Gurt an einem ebenfalls schwarzen Gurtpin befestigt, der zweite sitzt am Korpusende. Leider sind sie ohne Filzplättchen oder einer ähnlichen Unterlage direkt ins Holz geschraubt.

Der Hals

Der verleimte Ahornhals ist ebenfalls weiß "gestrichen" und besteht aus einem Stück. Das Palisandergriffbrett trägt auf der üblichen 628 mm Mensur 24 sauber eingesetzte Medium Jumbo Bünde, die leider nicht zu 100% entgratet sind. Üblicherweise finden auf den Griffbrettern der meisten Gibson Gitarren nur 22 Bünde Platz. Unsere Kandidatin wurde zudem im Plek-Verfahren optimiert. Dabei wird jeder einzelnen Gitarre die optimale Bundbehandlung durch eine computergesteuerte Bundfeile zuteil, wobei der Hals vermessen wird und zu hoch stehende Bünde angeglichen werden. Zur Orientierung dienen Perloid Dots auf dem Griffbrett, die optisch perfekt zum Finish der Gitarre passen. Auch an der Halskante erleichtern kleine Punkte die Suche nach den Bünden.

Die Kopfplatte ist wie üblich angewinkelt und vorderseitig mattschwarz lackiert. In goldenen Lettern prangt das Gibson-Logo oberhalb der sechs Kluson Vintage Style Stimmmechaniken. Diese sind mit schwarzen Stimmflügeln versehen und arbeiten mit einer Übersetzung von 16:1.

Der Halsstab ist kopfseitig erreichbar, der Zugang wird von einer Plastikabdeckung in Glockenform verdeckt. Als Sattel hat Gibson Corian verwendet, einen Verbundwerkstoff, der die nötige Härte besitzt, Knochen zu ersetzen und der sich wie dieser bearbeiten lässt.

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