Hersteller_Gibson
Test
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06.02.2015

Praxis

Wenn die Gitarre beim Sitzen auf dem rechten Bein liegt, fällt eine leichte Kopflastigkeit auf. Das liegt natürlich an der Tuning-Einheit, die der Kopfplatte ein paar Gramm mehr beschert als normale Tuner, zumal der dünne Korpus nicht viel entgegensetzen kann. Beim Spielen hat es mich allerdings nicht gestört, denn das Ganze zeigt sich nicht so drastisch, dass man die Gitarre mit der linken Hand stark stützen müsste.

Ihr Ton präsentiert sich recht drahtig, wenn man sie trocken anspielt. Am Amp angeschlossen lassen zuerst einmal die Pickups ihre Muskeln spielen. Die verfügen nämlich über eine recht stattliche Ausgangsleistung und halten auch vom Charakter her die Versprechungen des Herstellers, dass hier die Höhen gut vertreten sind. Der Hals-Pickup klingt sehr spritzig, und beim Steg-Tonabnehmer wird es recht giftig bei unverzerrten Sounds. Ihr hört jetzt die komplette Bandbreite mit clean eingestelltem Amp. Zuerst die drei Standardkombinationen, die Pickups sind nicht gesplittet.

1 - Steg-Pickup

2 - Beide Pickups

3 - Hals-Pickup

Jetzt kommen die drei Einstellungen im Singlecoil-Mode, beide Volume-Potis sind hochgezogen.

Und nun noch die Misch-Kombinationen, einmal der Hals-Pickup gesplittet mit dem Steg-Humbucker, und dann umgekehrt.

Wie zu erwarten, sind die Split-Kombinationen im Ausgangspegel etwas sparsamer und fallen deshalb bei Cleansounds durch eine geringere Lautstärke auf. Soundmäßig wird es dabei dünner, aber auch etwas weniger aggressiv in den Höhen, die Split-Kombinationen klingen eine Ecke weicher. Im Cleanbereich ist das Instrument sehr variabel einsetzbar, weiche Akkordbegleitungen lassen sich mit dem Halspickup und zurückgenommenem Tone-Poti gut realisieren.

Knackige Rhythm-Sounds können problemlos mit den Split-Kombinationen erzeugt werden.

Die Pickups übertragen das Signal sehr detailliert,die feinen Spielnuancen kommen auch tatsächlich am Amp an. Davon könnt ihr euch beim nächsten Beispiel überzeugen, ihr hört zuerst das Lick mit den Fingern gespielt, danach mit dem Pick.

Jetzt kommen wir in schmutzigere Klangbereiche, und die sind bekanntermaßen das Spezialgebiet unserer Testkandidatin. Hier kann man auch in klassischer Weise mit einem entsprechenden Amp sehr viel über den Anschlag an der Gitarre steuern. Die Pickups bieten trotz der etwas höheren Ausgangsleistung eine Menge Dynamik und machen richtig Laune. Ihr hört ein Beispiel mit einem angezerrten Marshall, bei dem ich zuerst den Halspickup gewählt habe (Fingeranschlag) und dann auf den Steg-Pickup umschalte. Letzterer wurde mit dem Pick und am Schluss wieder mit den Fingern bespielt, wobei die Volume-Potis an der Gitarre immer voll aufgedreht waren, Klang- und Zerrgrad-Unterschiede ergeben sich nur durch den Anschlag.

Bei sehr höhenlastigen Amps könnte es mit der SG unter Umständen etwas giftig werden, denn sie hat wirklich einen schneidenden Ton, was andererseits beim Kampf um die Durchsetzungsfähigkeit innerhalb der Band extrem förderlich sein kann. Um das Klangspektrum der Gitarre noch etwas mehr zu zeigen, habe ich am Amp nichts verändert. Jetzt kommt der Halspickup im Split-Mode, der nun den Klang ein wenig entzerrt, aber im Gegensatz zum Cleansound keine hohen Pegeleinbußen mit sich bringt. Ihr hört zwei Versionen, einmal mit dem Volume auf 10 und den Tone-Regler etwas zurückgenommen, beim zweiten Beispiel habe ich das Volume leicht reduziert und den Tone-Regler voll auf gedreht.

Es macht wirklich richtig Spaß, mit den Soundmöglichkeiten der Gitarre zu spielen. Man hat überhaupt nicht das Bedürfnis, am Amp etwas zu verstellen, weil auch die Regelwege der Potis sehr gut gewählt sind. Beim Tone zum Beispiel wird der Klang im ersten Drittel nur leicht verändert, somit kann man sehr feinfühlig den schneidenden Klang entschärfen.

Wir machen zum Abschluss einen Ausflug in härtere Gefilde und ihr könnt euch wahrscheinlich denken, dass unsere Kandidatin auch dort zu Hause ist, denn der bissige Grundsound der Pickups passt genau zu kernigen Riffs mit High-Gain-Sounds. Die Ansprache auf Pinch Harmonics funktioniert ebenfalls ausgezeichnet - wenn man möchte, kann die Gitarre auch schön quietschen.

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