Gitarre Hersteller_Gibson
Test
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15.12.2016

Gibson Explorer 2017 T Test

E-Gitarre

Das Runde muss ins Eckige

Betrachtet man die moderne, futuristische Form des Gibson Explorer-Korpus, käme man niemals auf die Idee, dass dieses Modell seinen Ursprung im Jahre 1958 hat. Sinn und Zweck der Übung war seinerzeit, dem eher traditionell geschneiderten Gibson-Sortiment einen "hipperen" Anstrich zu verpassen. Schwestermodell dieser Maßnahme war übrigens die Flying V. Noch fantastischer wird die Geschichte, wenn man erfährt, dass die Explorer ursprünglich dafür gedacht war, progressivere Jazzgitarristen zu bedienen. Leider traf die Gitarre bei dieser Klientel auf wenig Gegenliebe, was zur Folge hatte, dass Gibson die Produktion des Instruments wieder einstellte.

Doch damit ist die Geschichte nicht zu Ende. Mit dem Aufkommen des Hardrock sah man nämlich immer mehr Gitarristen mit der eckigen Explorer um den Hals auf den Bühnen der Welt. Im Jahr 1976 entschied Gibson schließlich, die Gitarre wieder ins Programm zu nehmen. Aus dem schwer verkäuflichen Exoten war ein begehrtes Rock-Instrument mit Attitüde geworden. Von Lynyrd Skynyrd über U2 bis hin zu Metallicas James Hetfield - die kantige Form der Explorer erfreute und erfreut sich einer enormen Beliebtheit.

Nicht zuletzt aus diesem Grund hat es sich die Edelgitarrenschmiede Gibson nicht nehmen lassen, auch in der aktuellen 2017er Serie ein neues Modell dieses Klassikers vorzustellen - höchste Zeit, sich den Neuzugang einmal etwas genauer anzusehen!

Details

Korpus

Der Korpus der 2017er Explorer besteht wie gewohnt aus Mahagoni. Das ansprechende "Heritage Cherry" Finish unseres Testmodells erlaubt einen ungehinderten Blick auf die Maserung. Das aktuelle Explorer-Modell ist übrigens auch in einem schwarzen Finish erhältlich. Der Korpus der Gitarre ist vollmassiv, das heißt hier wurde nicht wie bei manchen Les Paul Typen versucht, dass Gewicht durch entsprechende Kammerungen zu reduzieren. Sowohl Verarbeitung als auch Lackierung der Gitarre sind makellos - es gibt absolut nichts zu beanstanden. Auf dem Korpus parken, neben den Pickups und den dazugehörigen Potis, ein weißes Schlagbrett und die Tune-o-matic Bridge/Stopbar Tailpiece-Kombi aus vernickeltem Aluminium.

Die Rückseite der Gitarre präsentiert sich unspektakulär: hier findet sich lediglich die Plastikabdeckung des Elektronikfachs, denn der Hals wurde beim Explorer-Modell Gibson-typisch verleimt. Verchromte Gurtpins am unteren Zargenende sowie an der Rückseite des Hals/Korpusübergangs übernehmen die tragende Rolle.

Hals

Der eingeleimte, einteilige Mahagonihals beherbergt ein Palisandergriffbrett mit einer Sattelbreite von 43mm und 22 Bünden, die allesamt tadellos eingesetzt und abgerichtet wurden. Weder die Halsseiten noch der Korpus wurden mit Bindings versehen. Einziges Zierwerk sind Griffbrett-Dots in Perlmuttoptik.

Bei der Wahl des Halsprofils setzt Gibson beim 2017er Modell auf die "Slim Taper"-Variante, ein Klassiker, der seit den 60er Jahren gerne verwendet wird. Der Halsradius beträgt 12", die kurze 628mm Mensur ist ein Gibson-typisches Maß, das man auch von der Les Paul kennt.

Der Hals liegt gut in der Hand, fühlt sich sehr angenehm an und lädt zum Spielen ein. Die asymmetrische, nach hinten abgewinkelte Kopfplatte in Explorer-Optik wurde lediglich mit einem kleinen Gibson-Logo versehen. Eine Plastikabdeckung verschließt den Zugang zum Halsstab. Als Stimmmechaniken kommen Grover Mini-Tuner zum Einsatz, die allesamt an der Oberseite der Kopfplatte ein Plätzchen gefunden haben.

Pickups und Elektrik

Da sich die Explorer besonders in härteren Gefilden wohl fühlt, hat Gibson das 2017er Modell mit einem 496R(Rhythm) Humbucker am Hals und einem 500T(Treble) am Steg motorisiert. Die Ausgangsleistung der beiden Keramikpickups siedelt sich am oberen Ende der Power-Skala an und sorgt für einen aggressiveren Sound mit viel Sustain - das heißt, Freunde von Rock bis Metalsounds werden mit dieser Bestückung voll auf ihre Kosten kommen.

Zum Umschalten der Tonabnehmer wurde am unteren Cutaway ein 3-Wege Toggleswitch positioniert. Die Kontrolle übernehmen zwei Volumeregler sowie ein Mastertone - allesamt mit schwarzen "Speed"-Knöpfen versehen.

Die Explorer wird in einem Gibson-Case ausgeliefert, das innen rot ausgepolstert ist. Ein Gibson Premium Gurt, ein Polishcloth sowie ein Multitool gehören ebenfalls zum Lieferumfang!

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