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Test
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06.02.2018

Friedman Pink Taco Mini Test

Röhrencombo für E-Gitarre

Ganzer Kerl zum halben Preis

Der Friedman Pink Taco Mini ist dem Friedman Brown Eye BE-100 nachempfunden, der schon jetzt einen sicheren Platz im Olymp der bedeutenden Gitarrenamps erobert hat. Das hat er zum einen der Soundqualität und den flexiblen Switching-Optionen zu verdanken, andererseits aber auch der Vielzahl so prominenter Endorser wie Steve Stevens, Phil X oder Jerry Cantrell, die diverse Friedman Modelle spielen.

Der große Brown Eye ist allerdings nicht gerade für den kleinen Geldbeutel gebaut und so erfreut es das Gitarristenkonto umso mehr, dass Ampguru Dave Friedman durch seine Pink Taco-Serie auch für das kleinere Budget Alternativen anbietet. Der Pink Taco ist nämlich im Prinzip dem BE-100 nachempfunden, verfügt jedoch über nur einen Kanal, der allerdings mit drei schaltbaren Gainstufen ausgestattet ist. Eines dieser Modelle wurde in der Topteilversion bereits einem bonedo-Test unterzogen, weshalb wir uns heute die Combo-Variante näher ansehen wollen.

Details

Gehäuse/Optik

Der Pink Taco Mini kann optisch seine Verwandtschaft zum großen Bruder BE-100 nicht leugnen, zeigt sich allerdings in einem fast quadratischen Holzgehäuse mit den Maßen 39 x 42 x 24 cm und damit selbst für Combo-Verhältnisse relativ bequem und handlich. Das komplette Gehäuse ist mit schwarzem Tolex bezogen, wobei die Frontbespannung über dem Speaker die "Brown Eye"-typische gold-schwarze Kolorierung zeigt. Im oberen Drittel garniert das Friedman-Logo auf einem goldenen Plexipaneel die Frontseite.

Auf dem Combo zeigt sich ein lederner Tragegriff, der sehr robust und zuverlässig die 13,6 kg, die der Pink Taco Mini auf die Waage bringt, transportieren kann. Die Bedieneinheit ist versenkt in klassischer Toploader-Bauweise im hinteren Drittel der Oberseite angebracht. Hier finden sich fünf robuste, schwarze Kunststoffpotis, die Eingangsbuchse, ein Dreifach-Gainstage-Schalter und der Netzschalter.

Die Rückseite zeigt das halboffene Gehäuse und offenbart den eingebauten 1x10" Celestion G10 Greenback-Speaker. Unterhalb der Bedieneinheit sind alle weiteren Anschlussoptionen wie z.B. ein serieller Einschleifweg mit Send- und Return-Buchsen und drei Speaker-Outs (2 x 8 Ohm und 1 x 16 Ohm) untergebracht, wovon ein Ausgang bereits mit dem internen Speaker belegt ist. Auch die Sicherung und die Kaltgerätebuchse sind hier zu finden.

Ein Blick und Griff hinter die Amp-Einheit führt zu den drei 12AX7 Vorstufen- und zwei EL84 Endstufenröhren der Firma JJ, die für hochwertige Röhrenfabrikate stehen und einem Amp aus dem Hause Friedman alle Ehre machen. Daneben befinden sich auch die Trafos, die speziell für die Friedman-Modelle in den USA gewickelt werden, und unterhalb des Speakers findet man ausreichend Stauraum für Kabel und Co. Die Verkleidung der Amp-Rückseite ist sehr ordentlich verschraubt, lässt sich im Falle von Wartungsarbeiten oder Röhrenwechseln jedoch leicht entfernen. Vier außerordentlich robuste Gummifüßchen garantieren Rutschfestigkeit.

Der Amp ist robust und sauber verarbeitet, wie man es von einem handgearbeiteten Combo in dieser Preislage erwarten darf. Im Lieferumfang sind ein Manual und ein Kaltgerätekabel.

Bedienung

Im Gegensatz zum großen Brown Eye Bruder ist das Minipendant als Einkanaler ausgeführt und mit fünf Reglern und einem Gainswitch relativ übersichtlich ausgestattet.

Der Volume-Regler bestimmt die Gesamtlautstärke und Gain den Grad der Verzerrung. Anders als beim Brown Eye verfügt der Pink Taco sogar über drei Gainstufen, die durch den Kippschalter anwählbar sind, mit der niedrigsten Verzerrung in der Mittelstellung, gefolgt von der Linksposition und der meisten Zerre in Rechtsstellung. Dank dieses Schalters sind auch bei niedriger Lautstärke hohe Gainsettings möglich. Leider sind diese drei Einstellungen nur von Hand schaltbar, sodass man im Livebetrieb mit einer Vorlieb nehmen muss und der Verstärker eher für spezielle Sounds oder im Studio seinen Einsatzbereich finden wird. Ein Dreiband-EQ für Höhen, Mitten und Bässe liefert ausreichend Möglichkeiten, rudimentär in den Sound einzugreifen.

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