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Test
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19.06.2015

Fostex PC100USB-HR Test

D/A-Wandler mit Monitor-Level-Regler

Kleine Kiste mit großen Werten

Fostex' PC100USB-HR ist ein einfach ausgestatteter D/A-Wandler mit USB-Anschluss und Lautstärkeregler. Das „HR“ im Produktkürzel steht natürlich für „High Resolution“, was auf die höheren Auflösungen der Sampling- und Bit-Rate anspielt. Fostex dürfte mit mit dieser kleinen Soundbox wahrscheinlich auf den Markt der Musikgenießer und In-the-Box-Produzenten zielen. Vorbei sind die Zeiten, in denen plärrende Smartphone-Lautsprecher herhalten müssen, wenn Lukas und Kevin sich ihre Lieblings-Datenreduktionen gegenseitig vorspielen wollen. Der Trend schwenkt um und schickt unsere Musik weg von den entladungsgestressten Smartphones hin zu schönen Boxen, mancherorts hört man angeblich sogar schon wieder in Stereo!

Dank Cloud-Musik und Streamingdiensten, bei denen eine akzeptable Qualität geliefert wird, lohnt es sich mittlerweile auch für das audiophilere Ohr, Musik wieder über schönere Systeme zu hören. Und zwischen den diversen Streaming-Platformen und den aktiven Ziel-Lautsprechern braucht es im Grunde nur noch eine saubere Wandlung von der digitalen in die analoge Welt, vielleicht noch eine Lautstärkenkontrolle, fertig. Und genau diese beiden Aufgaben bedient Fostex mit ihrem PC100USB-HR, und bringt damit quasi eine HD-Version zum hauseigenen PC100USB auf den Markt.

Gleich vorneweg: Im Prinzip ist alles bis auf die Farbe und die Wandler gleich. Gleiche Größe, gleiches Layout, gleiche Anschlüsse wie das Vorgängermodell. Nur in den Specs wurde die Kiste sozusagen tiefergelegt. 

Details

Latenz nicht sehr gering

Fostex' PC100USB-HR ist, wie schon sein Vorgänger, ein wertiges, stabiles Kästchen, das dafür gedacht ist, Audiosignale vom Computer aus über einen USB-Anschluss an aktive Lautsprecher oder Kopfhörer weiterzuleiten. Es ist quasi eine Art Soundkarte mit analogen Ausgängen und einem Lautstärkeregler. Allerdings erwarte ich von einer Soundkarte neben einem guten Klang auch kurze Latenzzeiten, und da kann unser Testkandidat mit seinen 40 Millisekunden Latenz nicht wirklich teure, latenzarme Soundkarten ersetzen. Muss er auch nicht in jedem Fall, aber die Nutzung beim Einspielen mit einer MIDI-Tastatur ist damit schon einmal deutlich eingeschränkt.

HiFi-Look

Haptisch hat sich nichts verändert, allerdings verleiht die silberne Ausstattung dem ganzen einen edlen HiFi-Look, bei dem man direkt an die schönen, silbernen Hifi-Komponenten erinnert wird, die man sich früher auf's Sideboard gestapelt hat. Schon allein aus optischen Vorurteilen würde ich lieber zum silbernen HR-Modell statt zum schwarzen Vorgängermodell greifen.

Hinterbeinchen

Das kleine Kästchen steht dank seiner Geometrie stabil auf seinen vier Gumminoppen, vorausgesetz,t man stellt es auf eine gerade Oberfläche und die angeschlossenen Kabel üben keinen allzu großen Zug auf die Anschlüsse aus. Ich habe für meinen Test ein höherwertiges, schweres, relativ steifes Cinchkabel angeschlossen, was dazu führte, dass das Gehäuse nur noch auf zwei Hinterbeinchen schwebend vor mir stand. Einem 200-Gramm-Gerät aber vorzuwerfen, dass es Bodenhaftung verliert, wenn man von hinten daran zieht, wäre allerdings ein wenig absurd, zumal dies bei Verwendung der mitgelieferten Kabeln nicht passiert. Keinen Punktabzug also.

Haptisch angenehm

Das einzig bewegliche Teil ist auch hier wieder nur das zentrale Drehpoti, haptisch angenehm, wie in zähes Öl gelegt. Mit diesem Drehregler werden die am USB-Anschluss ankommende, Signale einzig und allein in ihrer Lautstärke verändert und entsprechend an die Cinch-Outs oder den Kopfhörerausgang weitergeleitet.

LED leuchtet bei USB-Betrieb

Direkt über dem Drehregler befindet sich eine LED, die zunächst einmal nur dann leuchtet, wenn eine funktionierende USB-Verbindung hergestellt wurde. Hierfür wird sowohl auf PCs als auch auf Macs der nötige Treiber automatisch installiert und per Voreinstellung als Standard-Ausgabegerät markiert, so dass die Ausgänge in aller Regel direkt nach dem Herstellen der USB-Verbindung aktiviert sind.

Rückseite

Neben dem USB-Anschluss befinden sich auch die Ausgänge an der Rückseite, und zwar ein analoger 3,5mm-Stereo-Miniklinken- und ein Stereo-Cinch-Ausgang (2*RCA).

Die Cinch-Ausgänge sind vergoldet, und der erfahrene HiFi-Illusionator schwärmt dann gerne von weichen Anschlüssen, die guten Kontakt herstellen. Zum häufigen Ein- und Ausstöpslen ist der PC100USB-HR allerdings nicht vorgesehen. Sollte das nötig sein, wäre es besser, man suchte sich ein entsprechendes Gerät mit XLR-Anschlüssen aus, die erfahrungsgemäß deutlich mehr Steckvorgänge ertragen als Cinch-Anschlüsse, oder gar Miniklinken-Buchsen. Den benötigten Strom erhält das Kistchen über den USB-Port, was bei 5 Volt und 500 mA zu maximal 2,5 Watt Leistungsaufnahme führt. Dies ist erfreulich, weil man sich ein externes Netzteil spart, und zum Beispiel mit dem Laptop unterwegs im Park oder Zug nicht auf seinen hochwertigen Kopfhörerausgang verzichten muss.

Kabel im Lieferumfang

Da Cinch- und USB-Kabel mitgeliefert werden, hat man alles nötige direkt zur Hand und kann theoretisch sofort nach dem Auspacken loslegen. Falls man Aktivboxen mit Cinch-Eingängen anschließen möchte, ist man fein raus. In aller Regel besitzt man allerdings Klinken- oder XLR-Eingänge an seinen Aktivboxen und muss dann erst einmal die Adapterkiste durchwühlen.

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