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Fender Player Series Strat Test

Praxis

Mit ihren 3,5 kg hängt die Strat absolut balanciert am Gurt und trocken angespielt präsentiert sie sich mit einem ausgewogenen Sound, der sofort Lust auf mehr macht.
Dazu trägt auch das wirklich gelungene Werks-Setting bei, das mit einer ziemlich flachen Saitenlage aufwartet, die dennoch kaum zum Klirren neigt. Manch einer mag die Saitenlage eventuell etwas höher, dafür erlaubt aber die Einstellung ab Werk eine sehr leichte Bespielbarkeit. Persönlich würde ich mir zumindest auf den Basssaiten eine höhere Saitenstärke wünschen, um etwas mehr “Grip” in den Fingern zu haben und bei härterem Anschlag die Intonation besser kontrollieren zu können. Ansonsten liegt der flache Hals angenehm in der Hand und dürfte dank seiner matten Lackierung Spielern mit schwitzigen Händen entgegenkommen.
Wir starten im Clean-Channel. Was ich hier zu hören bekomme, deckt sich im Grunde mit der Beschreibung des Herstellers zum Sound der für diese Modellreihe entwickelten Pickups. Wir haben es ganz klar mit klassischen Stratsounds zu tun, die sich mit einem spritzigen Charakter zu erkennen geben, der im Vergleich mit meiner alten 70’s Strat stellenweise ein wenig schärfer in den Hochmitten ausfällt. Gleichzeitig zeigt sich das Signal schlanker in den tieferen Frequenzen, wozu wohl auch der Hals und die gewählte Saitenstärke beitragen dürfte.
Hören wir uns zunächst alle fünf Pickup-Positionen an, beginnend mit dem Hals-PU.

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Clean: Alle fünf Pickup-Positionen

Mit dem 2-Punkt-Tremolo lassen sich problemlos schimmernde Akkordsounds, aber auch stärkere Tonhöhenänderungen vollziehen, wobei die Gitarre sehr stimmstabil bleibt. Sehr schön, so wünscht man sich das!
Ich habe nun den Hals-Pickup aktiviert und gebe einen akzentuierten Groove auf den tiefen Saiten zum Besten. Dabei habe ich das Tone-Poti ein kleines Stück zurückgenommen. Falls einem der Sound der Gitarre etwas zu scharf erscheint, lässt sich der Klangcharakter mit der Tonblende recht sensibel beeinflussen.

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Clean: Hals Pickup -> Tone: 8

Die Strat macht eine absolut tolle Figur bei funkigen Singlenote-Lines in typischer 80er-Jahre-Manier. Im folgenden Beispiel habe ich Mittel- und Stegpickup aktiviert, was mit dem charakteristischen “nasalen” Sound schon absolut “Mix ready” wirkt und genau dem Klischee entspricht. Insgesamt sorgen die Pickups im Clean-Channel für einen transparenten Ton.

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Clean: Mittel- und Stegpickup: Funky Single Notes

Der durchsetzungsfähige Cleansound unser Strat weiß auch im Bandkontext zu überzeugen. Sowohl Rhythmus- wie Leadgitarre habe ich dabei mit der Kombination aus Hals- und mittlerem Pickup aufgenommen.

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Clean: Gitarre im Bandkontext
Der spritzige und etwas schlankere Sound der Pickups sorgt für durchsetzungsfähige und transparente Signale.
Der spritzige und etwas schlankere Sound der Pickups sorgt für durchsetzungsfähige und transparente Signale.

Zeit, einen Gang höher zu schalten!
Ich drehe die Vorstufe meines Amps weiter auf, sodass wir uns nun in moderaten Crunch-Gefilden aufhalten. Wir hören zunächst noch einmal alle fünf Pickup-Positionen.

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Angezerrt: Alle fünf Pickup-Positionen

Bei angezerrten Sounds würde ich mir beim Hals-Pickup vielleicht ein klein wenig mehr “Schmatz” untenrum wünschen. Der spritzige Charakter der Gitarre neigt aber ansonsten nicht übermäßig zum Klingeln und macht im Blues-Rock-Kontext eine tolle Figur, wie das nächste Beispiel zeigt.

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Angezerrt: Gitarre im Bandkontext (Hals PU)

Dass man den Steg-Pickup in seinem Höhenverlauf mit dem Tone-Poti einzeln abstimmen kann, empfinde ich übrigens in der Praxis besonders für die Anpassung von Solosounds als absolut sinnvoll. Auch die Arbeit mit dem stimmstabilen Tremolo bringt wirklich viel Spaß.
Im folgenden atmosphärischen Beispiel habe ich das Tone-Poti für den Steg-Pickup ein ganzes Stück zurückgenommen. Der “butterige” Sound, der hier in Kombination mit meinem Zendrive-Pedal entsteht, sagt mir absolut zu!

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Overdrive: Steg PU -> Tone: 4

Bei mehr Verzerrung machen auch diese Singlecoils selbstverständlich keine Ausnahme und produzieren deutlich hörbare Nebengeräusche. Typischerweise wird der Sound zunehmend schärfer und etwas glasig, was von der klanglichen Auslegung der Pickups zusätzlich begünstigt wird.
Auch wenn verzerrte Klänge im Zusammenspiel mit Singlecoils immer etwas Geschmacksache bleiben, hat dieser schmutzige Sound für mich dennoch durchaus seinen Charme. Ein Noise-Gate sollte man hier allerdings im Gepäck haben.
Wir hören nun noch ein Solobeispiel, bei dem zunächst der Halspickup und anschließend der Stegpickup aktiviert ist.
Im abschließenden Beispiel könnt ihr euch dann von den Rhythmusgitarren-Qualitäten des Instruments im rockigen Bandkontext überzeugen.

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More Gain: Lead Beispiel (Hals PU / Steg PU) More Gain: Gitarre im Bandkontext (Steg PU)
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