Gitarre Hersteller_Fender
Test
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03.12.2018

Praxis

Trocken angespielt zeigt sich die Tele sehr direkt, schnell und spritzig in der Ansprache. Der Naturton wirkt höhenreich mit prägnanten Mitten und fällt eher in die Kategorie "brillant" als „vollklingend". Die Werkseinstellung ist in punkto Saitenlage und Bundreinheit einwandfrei justiert und es stellt sich sofort ein angenehmes Spielgefühl ein, das von den Jumbo-Bünden zusätzlich unterstützt wird. Zu Beginn hört ihr die Tele über einen cleanen Fender Bassman in allen Positionen. Der akustische Höreindruck bestätigt sich über den Amp, denn das Modell liefert einen typischen treble-lastigen Telesound mit den bekannten nasalen Mitten in der Zwischenposition:

Nun wechsle ich zu einem Fender Dual Showman und spiele ein funky Riff zunächst in der Hals- und dann Zwischenposition. Dafür sind Telecastermodelle natürlich hervorragend geeignet und auch die American Performer glänzt in dieser Disziplin:

Gerne sieht man die Tele auch in Country- und Westerngefilden, wo es auf den "Twang" ankommt. Hier spiele ich durch einen minimal angezerrten Tweed Deluxe und gerade die Zwischenposition zaubert den klassischen, knackigen Sound tadellos hervor:

Nun erhöhe ich das Gain etwas und spiele ein Stones-artiges Riff im Open-G-Tuning, was Keith Richards ja auch sehr gerne mit seiner Telecaster macht. Dank der schnellen Ansprache und dem kernigen Sound kommen die Riffs sehr direkt:

Mit einem Marshall Plexi lassen sich auch gut Hendrix-artige Sounds abdecken:

Die Beschreibung des Greasebucket-Circuits am Tone-Poti ist sehr treffend und der Sound ist alles andere als "greasy" beim Zurücknehmen der Höhen, sondern wirkt trotz der Dumpfheit wesentlich klarer und definierter als bei Standardschaltungen. Dieser Effekt ist sicherlich sinnvoll, wenn es darum geht, scharfe Höhen etwas abzufangen, hat aber den Nachteil, dass die extrem belegten "Woman-Tone"-Sounds etwas schwerer umzusetzen sind.

Dynamische Spielweisen werden von der Tele sehr gut umgesetzt. Ihr hört zuerst ein Riff mit zurückgenommenem Volume-Poti gepickt, dann angeschlagen und am Ende den Anschlag bei voll aufgedrehtem Ton. Sämtliche Zerrnuancen lassen sich nur mit Volume-Poti und Anschlagstärke exzellent steuern.

Die Telecaster ist sicherlich nicht das Instrument der Wahl, wenn es um Metal geht und die Singlecoils reagieren baubedingt bei höherem Gain natürlich auch mit stärkerem Brummen, dennoch überrascht mich, wie transparent die Yosemite-Pickups mit Metallzerrung umgehen:

Zum Abschluss hört ihr ein paar Solofills, die dank des tollen Halsprofils und der guten Werkseinstellung sehr komfortabel von der Hand gehen. Die Tele hat ein gutes Sustain und singende Leadsounds lassen sich einfach realisieren:

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